Retroanalyse

    • Djian wrote:

      Die geschlagene Figur(Springer oder Läufer) muß auf jeden Fall durch eine Bauernumwandlung entstanden sein.
      Ich möchte anmerken, daß dieser Satz nicht ganz korrekt ist. Die geschlagene Figur kann auch ein Originalspringer gewesen sein. (Was natürlich nichts an der Tatsache ändert, daß Schwarz einen Bauern umgewandelt haben muß.)
    • Möchte noch hinzufügen, dass prinzipiell die schwarze Umwandlung auch auf f1 hätte passieren können, wenn auf dem Weg des h-Bauern zur f-Linie der weiße schwarzfeldrige Läufer und eine weitere weiße Figur geschlagen worden wäre. Dann bleibt aber durch die anderen 4 Schlagfälle Weißer Figuren (auf weißen Feldern) wegen der Bauern auf a6 und c4 keine Figur übrig, die auf h4 stehen könnte.

      Also ist sogar die Tatsache, dass überhaupt eine Figur auf h4 gesucht wird ein notwendiges Element des Puzzles, nur deshalb kann man darauf schließen, dass die Umwandlung auf g1 geschehen sein muss.
    • Zzzyxas wrote:

      Ich möchte anmerken, daß dieser Satz nicht ganz korrekt ist. Die geschlagene Figur kann auch ein Originalspringer gewesen sein.
      Der Hinweis ist völlig korrekt!

      BlizzBirne wrote:

      Also ist sogar die Tatsache, dass überhaupt eine Figur auf h4 gesucht wird ein notwendiges Element des Puzzles, nur deshalb kann man darauf schließen, dass die Umwandlung auf g1 geschehen sein muss.
      Richtig! Aber da eine Figur gesucht wird, kann - auch theoretisch - sich der Bauer nicht auf f1 umgewandelt haben.. :)
    • New

      Aufgabe 4

      Nach längerer Pause geht es weiter mit einer Aufgabe von Hans Klüver, die mich stark an das quantenphysikalische Prinzip der Verschränkung (siehe Quantenphysik für Schachspieler ) erinnert. Man hat das Gefühl, es mit schwarzer Magie zu tun zu haben - aber nach den Regeln des Problemschachs hat alles seine Richtigkeit.

      Hans Klüver, Einführung in das Retroschach



      Weiß am Zug, Matt in 2 Zügen

      Ideen können gern hier diskutiert werden, vollständige Lösungen (sofern vorhanden) bitte zunächst nur in Weißschrift.
    • New

      @dangerzone
      wenn ich die Aufgabe richtig verstanden habe, muss doch nachgewiesen werden, warum Ke8 oder Th8 sich bereits zwingend bewegt haben.
      Das ist nur möglich, wenn man entweder beweisen kann, dass der Lf8 nicht von einem Springer geschlagen wurde und die Schwerfigur nicht von schwarzen Fremdling eliminiert werden kann, oder man kann beweisen, dass der fehlende weiße Bauer sich mit einem zwingenden K/Th-zug umgewandelt hat.

      Anhaltspunkte:
      Von 7 Figuren und 8 Bauern fehlen jeweils 4 Figuren und ein Bauer. Also sind noch 11 von 16 Figuren auf jeder Seite
      Maximal eine Bauernumwandlung gab es auf jeder Seite.
      Beide f-Läufer wurden jeweils von einer Figur geschlagen.
      Die weißen Bauern haben 4 Schlagzüge durchgeführt. Die schwarzen Bauern haben 3 oder 4 Schlagzüge durchgeführt.
      Außer h6 und vielleicht c5 hat kein lebender Bauer vorwärts gezogen.

      Pause
    • New

      Upquark wrote:

      Da ich mich ein wenig in der Physik auskenne, meine ich, die Lösung zu kennen. Die Frage ist "nur" : Warum ... ?

      Warum kennst du die Lösung...^^

      Irritierende Frage... :)
      Vlt. weil du mit dem Erfinder dieser Aufgabe heimlich übst ? :)


      Ich kenne die Lösung auch, aber man traut sich ja gar nicht diese zu posten,
      weil zu einfach ...^^
      "Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind"
      (Kurt Tucholsky)
    • New

      Hallo Tatortreiniger,
      die Aufgabe ist alles andere als einfach. In der Tat bin ich ein "Problemschachspezialist". Als solcher werde ich demnächst beim Schachklub Zehlendorf eine Einführung zum Thema Problemschach geben und bei der Deutschen Lösemeisterschaft teilnehmen (aber sicher ziemlich weit hinten landen !).
      Der Hinweis war "Verschränkung" und dann sind Verführung und Lösung für mich klar. Mittlerweile meine ich auch die Begründung gefunden zu haben. Will_Nurlernen hat einige richtige Ansätze aufgeschrieben.
      Michael
    • New

      Dann bin ich ja mal gespannt auf Eure Begründung.

      Ich habe mich gestern einfach mal ans Brett gesetzt und siehe da, mit einer Reihe unsinniger aber korrekter Züge habe ich die obige Stellung hinbekommen, ohne dass Schwarz den König oder den verbleibenden Turm bewegen musste. Schwarz kann also noch rochieren.

      Hier ein paar Eckpunkte meiner Zugabfolge: Schwarz kann über d7 alle seine Figuren am Damenflügel "rauslassen" und die verteilen sich dann so, dass sie entsprechend von den weißen Bauern geschlagen werden, damit diese so stehen, wie die Stellung es zeigt. Die weißen Figuren gehen anfangs über f2 raus, bis andere Lücken durch schlagende Bauern da sind. Schwarz wandelt den a-Bauern in einen zusätzlichen Springer um, Weiß tut das gleiche mit dem f-Bauern. Der schwarzfeldrige Läufer von Schwarz wird von einem Springer geschlagen, der weißfeldrige weiße Läufer ebenso. Die Springer können natürlich wieder abhauen. Wenn die Bauernstruktur steht, müssen nur noch die übrigen beiden Springer jeder Farbe auf die Positionen wie in der Stellung. Dazu gibt es genügend freie Wege. Es stehen also Weiß und Schwarz für die Bauern zum Schlagen jeweils einmal Dame, Turm, Läufer und Springer zur Verfügung, sodass auch die vier benötigten Schlagzüge für die Bauern möglich sind.

      Probiert es einfach mal aus.

      Es gibt also aus meiner Sicht kein zwingendes Matt in 2, da Schwarz theoretisch noch rochieren könnte.
    • New

      Verschränkung als Hinweis auf die Rochade ist originell, weil bei der Messung eines der beiden Teilchen das andere automatisch auch einen definierten Zustand einnimmt. Das Upspin sich da auskennt ist klar. Und als es ihm auffiel, war mir auch automatisch klar, dass nur die Rochade gemeint sein kann. Ob ich mit ihm verschränkt war?
    • New

      Ich verstehe deinen Einwand nicht. Schwarz hat den a-Bauern natürlich auf a1 umgewandelt. Der Turm der in der Stellung auf a1 steht, ist derjenige, der zu Beginn auf h1 gestanden hat.

      Um zu widerlegen, dass Weiß hier kein zwingendes Matt in 2 hat, ist es lediglich notwendig, eine Möglichkeit zu finden, diese Stellung zu erreichen unter der Bedingung, dass Schwarz noch rochieren darf. Ob Weiß rochieren darf oder nicht ist hierfür nicht von Belang. Deswegen ergab sich in meiner gewählten Zugfolge auch, dass der weiße König ein bisschen gewandert ist und der Turm von h1 jetzt auf a1 steht. Alle Züge waren korrekt. Die Stellung ist erreicht und Schwarz darf noch rochieren. Also kein zwingendes Matt in 2.