Französisch Rubinstein-Variante

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    • Französisch Rubinstein-Variante

      Die Rubinstein-Variante



      genießt eine gewisse Popularität, weil sie
      a) gegen die beiden weißen Hauptzüge 3.Sc3 und 3.Sd2 gleichermaßen gespielt werden kann und zur gleichen Stellung führt
      b) vergleichsweise wenig theorieaufwändig ist.

      Schwarz akzeptiert mit dem Schlagen auf e4 eine leicht schlechtere Stellung mit Raumnachteil, die aber sehr solide ist. Die Hauptfortsetzung ist 4.-Sd7 gefolgt von 5.-Sgf6. Eine andere mögliche Fortsetzung ist 4.-Ld7, die sogenannte Fort-Knox-Variante. Schwarz will diesen Läufer nach c6 stellen und dann entweder auf e4 oder f3 gegen eine weiße Leichtfigur abtauschen und c6 folgen lassen. Im Idealfall kann er damit eine schwer einnehmbare Festung ("Fort Knox") errichten. Diese Variante wird von FM Markus Hochgräfe im Video analysiert. Dabei zeigt er, wie Schwarz in einer kritischen Variante mit einer interessanten Neuerung das Gleichgewicht halten kann:

    • jetzt möchte ich als fort knox spieler auch mal meinen Senf dazu geben :)
      Ich spiel diese Eröffnung seid einem halben Jahr und mein Trainer schon deutlich länger.
      Der Vorteil dieser Eröffnung ist dass schwarz selbst gegen deutlich stärkere Gegner gut ausgleichen kann und gegen schwächere dennoch auf gewinn spielen kann. Diese Eröffnung ist ruhig und langsam aufbauend. Typisch in dieser Eröffnung sind die Bauern auf c6 und e6. Weiß baut oft mit sf3 und ld3 auf um dann später den Springer auf e4 gegen den springer auf f6 zu tauschen oder nach g3 zurück zu ziehen. Schwarz muss oft das Läuferpaar hergeben gegen einen der beiden weißen springer was aber nicht so schlimm ist. Dies sollte er aber nicht voreilig tun sondern nur "im Notfall" der läufer auf f8 sollte nicht nach d6 wie im obrigen video schon angedeutet sondern lieber nach e7.

      Jetzt möchte ich eine kleine Eröffnungsfalle zeigen weshalb vor sf6 sd7 gepielt werden muss.



      Das wars für heute und ich hoffe es hat euch gefallen
      lg Chessking100
    • Sorry, das habe ich nach meinem Posting auch gesehen, wobei Schwarz nach L:g2 noch recht gut mitspielen kann.

      Allerdings deckt Sf6 nicht die Aussage das erst Sd7 wegen Damenverlust folgen muß weil nach Sf6 g:f6 folgt und eigentlich nicht sonderlich viel los ist auf dem Brett.
    • robert baskin empfielt in seiner videoserie Französisch mit Sc3 den zug 5.c4 da die Hauptvariante ihm zu ausgeglichen ist. Nach c4 bekommt man raumvorteil und eine Stellung ähnlich zum Damengmbit. Die pläne von weiß sind: Springer zurück nach c3, die Läufer nach e3und d3, Dame nach e2 und evt h4 und/oder g4 vorstoß. Mehr dazu weiß ich leider nicht.
      lg Chessking100
    • Tuchti wrote:

      Sorry, das habe ich nach meinem Posting auch gesehen, wobei Schwarz nach L:g2 noch recht gut mitspielen kann.

      Allerdings deckt Sf6 nicht die Aussage das erst Sd7 wegen Damenverlust folgen muß weil nach Sf6 g:f6 folgt und eigentlich nicht sonderlich viel los ist auf dem Brett.
      Nach Lxg2 bekommt Schwarz vielleicht noch den Turm auf h1, aber auf Verlust steht er trotzdem.
      Bin kein Experte, aber ich vermute mal man spielt erst Sd7, weil man die Diagonale a4-e8 blockieren will. Dadurch hätte Schwarz nach 7.0-0 Sf6 8.Sxf6 Dxf6 (nebst Ld6 ist denke ich die Idee des Schwarzen) 9.Lg5? Lxf3 10.Dd2 noch 10...Dxd4 als Ressource.
    • Wenn man unter den Weltklassespielern einen nennen sollte, der mit Weiß eine besonders hohe Durchschlagskraft gegen Französisch entwickelt, und dessen Beispiel man folgen kann, so fällt die Wahl nicht schwer: Fabiano Caruana.

      Gegen die Rubinstein-Variante hat der WM-Herausforderer zwei bemerkenswerte Partien gewonnen, in der er die Angriffsmöglichkeiten zeigt, die dem Weißen zur Verfügung stehen. Beide eignen sich hervorragend als Trainingsmaterial.

      Caruana, Fabiano (2640) - Berg, Emanuel (2623)
      Dresden, Runde 8, 22.11.2008




      Caruana, Fabiano (2682) - Milov, Vadim (2692)
      Schweiz, 18.3.2012



      GM Daniel King beschäftigt sich ausführlich mit diesen beiden Partien in der neuesten Folge seiner Powerplay-Sendung auf Chessbase: videos.chessbase.com/Video/201…20crunches%20the%20French

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    • Beide Partien sehr gut von Caruana gespielt.
      Ich persönlich halte c5 in der Stellung für einen generellen Fehler: einerseits treibt der der schwarzfeldrige Läufer
      von g3 aus sein Unwesen, andererseits kann die Bauernmajorität am Damenflügel sehr schnell sehr unangenehm
      werden.
      Allerdings: ein aktiver Plan für Schwarz ist auch schwer zu finden (und ich spiele das schon seit 20 Jahren).
    • Das empfehlenswerteste Buch zur Rubinsteinvariante dürfte das 2014 erschienene Buch Hannes Langrock: French Defense - The Solid Rubinstein Variation sein.

      Rezension von Dennis Monokroussos: The Chessmind
      ==> Leseprobe

      Für Juni 2018 ist eine erweiterte 2. Auflage angekündigt: Russell Enterprises: The Solid Rubinstein Variation Second Edition

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    • Französisch: Rubinstein-Variante mit 7.Le3

      In einer der Tabiyas der Rubinstein-Variante 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 dxe4 4.Sxe4 Sd7 5.Sf3 Sgf6 6.Sxf6+ Sxf6 spielt Weiß normalerweise einen der drei Züge 7.Lg5, 7.Ld3 oder 7.c3. Ein trickreicher Versuch ist der seltene Zug 7.Le3!?, mit dem finsteren Hintergedanken, daß danach der normale schwarze Konter 7.-c5? ein ernsthafter Fehler ist. Warum das so ist, das demonstrierte Niclas Huschenbeth bei der Deutschen Meisterschaft:


      GM Huschenbeth, Niclas (2603) - FM Maetzkow, Maximilian (2338)
      Deutsche Meisterschaft, Magdeburg, 1. Runde, 26.5.2019



      Die Partie wird in der aktuellen Folge von Chessbase TV von IM Oliver Reeh und Andre Schulz analysiert.
    • Akiba Rubinstein war im Jahr 1907 auf der Höhe seines Könnens. Er gewann unter anderem das bedeutende Turnier in Karlsbad mit 15 Punkten aus 20 Partien. Spätestens hier war klar, daß Rubinstein ein ernsthafter Anwärter auf den Weltmeistertitel war. Zu einem WM-Kampf mit dem damals amtierenden Weltmeister Emanuel Lasker kam es jedoch leider nie, da Lasker sich durch überzogene Preisgeldforderungen seinen gefährlichsten Konkurrenten vom Leib hielt.

      In Karlsbad spielte Rubinstein zum ersten Mal die nach ihm benannte Verteidigung, und zwar in den Partien gegen Maroczy und Wolf. Beide Partien werden in dem Buch Hannes Langrock: French Defense - Rubinstein Variation ausführlich kommentiert. Sie eignen sich sehr gut, um einige Schlüsselideen der Rubinsteinvariante zu erläutern.


      Maroczy, Geza - Rubinstein, Akiba
      Karlsbad, 17. Runde, 12.9.1907




      Wolf, Heinrich - Rubinstein, Akiba
      Karlsbad, 21. Runde, 17.9.1907



      Um diese Partie rankt sich eine Anekdote, die ich aus Wikipedia zitiere:

      Um eine Partie des Karlsbader Turniers rankt sich eine Anekdote, die unter anderem von Hans Kmoch wiedergegeben wurde (Chess Review 1950): Rubinstein führte eine Runde vor Turnierschluss mit einem Punkt vor Maróczy und musste gegen dessen ungarisch-österreichischen Landsmann Heinrich Wolf antreten, der am Abend vor der Partie versicherte, dass er dem „polnischen Emporkömmling“ (Heinrich Wolf: Zitiert nach John Donaldson, Nikolay Minev (1994)) eine Lektion erteilen werde. Allerdings bot Wolf am nächsten Tag bereits nach 10 Zügen ein Remis an, welches Rubinstein ablehnte, obwohl er dadurch das Turnier sicher gewonnen hätte. Wenige Züge später ließ Rubinstein den Gewinn aus und forcierte das Remis schließlich durch Stellungswiederholung. Auf die Frage, warum er das Remisangebot nicht gleich angenommen habe, antwortete Rubinstein: „Mit Wolf mache ich Remis, wenn ich will, nicht wenn er will!“ (Akiba Rubinstein: In: Kmoch, Reinfeld: Chess Review 1950, zitiert nach Schach, Nr. 5/1997, S. 48.)