Bauernendspiele

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    • @Läuferin, nach h5 kommt Kb3 mit ausgleich, da Weiß den schwarzen am Brett Rand tackeln kann d.h sobald Schwarz auf h3
      nimmt kommt Weiß auf f3 an, was in einem bekannten Remis Muster endet.

      Es ist was "lustiger" 1...Kb3(!) F4 (sonst Ka2 und vorbei) 2.Kc4 und schwarz ist ein Tempi schneller am Bauern als Weiß tackeln kann
    • Das aktuell laufende und sehr stark besetzte Isle of Man Open wird live auf chess24 von Simon Williams und Fiona Steil-Antoni kommentiert. In den beiden ersten Runden fielen mir die folgenden zwei interessanten Bauernendspiele auf:

      Aufgabe 1

      Jorden Van Foreest (2615) - Pier Luigi Basso (2428)
      Isle of Man Open, Runde 2
      Stellung nach dem 54. Zug für Weiß



      Schwarz muß offensichtlich einen Königszug machen, aber welcher ist der richtige?
      54.-Ka8 oder 54.-Kb8?


      Aufgabe 2

      Alan Tate (2371) - Michael Adams (2738)
      Isle of Man Open, Runde 1
      Stellung nach dem 37. Zug von Schwarz



      Weiß kann hier die Damen tauschen - und tat dies zu seinem Schaden auch. Er hatte das enstehende Bauernendspiel völlig falsch eingeschätzt. Wie gewann Adams nach 38.Dxe5? Kxe5 39.c3 ?
    • in Variante 2 bei @Köhlergeht der weiße König nach Kc8 nicht nach a7, sondern nach c5 und gewinnt
      Auf Kb6 muß der schwarze König nach a8.

      Ich würde nach Kb8 sofort nach f5 laufen und der schwarze König über a7 nach a5. Beide Bauern werden gleichzeitig zur Dame, trotzdem würde ich dann Weiß Vorteile einraumen.

      Wie fügt man denn ein Demobrett ein, ich hätte meine Vorschläge dort auch gern hinterlegt.
    • Tuchti wrote:

      Wie fügt man denn ein Demobrett ein, ich hätte meine Vorschläge dort auch gern hinterlegt.
      1. Im Antwort-Fenster oben auf auf das Schachbrettmuster klicken.Dadurch werden 2 Tags eingetragen (Texte in eckigen Klammern)
      2. Zwischen die Klammern mit der Bezeichnung "Partie" kommen { } Klammern und dazwischen die Startaufstellung
      Siehe
      wiki-schacharena.de/index.php/Demobrett
    • Das Bauernendspiel, das nie auf dem Brett war

      Gestern erreichte Magnus Carlsen gegen Vishy Anand ein gewinnträchtiges Endspiel (die ganze Partie mit Video-Analyse von Pepe Cuenca siehe den Thread Damengambit: Wiener Variante). Die Kommentatoren hakten die Partie schon als gewonnen für Carlsen ab. Aber dann traten in einem Springerendspiel unerwartete technische Schwierigkeiten auf. Carlsen steuerte die folgende Diagrammstellung an - vermutlich, weil er zunächst glaubte, dort einen gewinnbringenden Übergang ins Bauernendspiel zu haben. Doch dann schaute er 24 Minuten lang (!) in die Stellung rein, verzichtete überraschenderweise auf das (vermutlich geplante) 49.Sf6 und spielte stattdessen 49.Sg5. Danach konnte Anand seinen Laden zusammenhalten, das Springerendspiel erwies sich als Remis.

      Aber was hat den Weltmeister davon abgebracht, den geplanten Zug 49.Sf6 zu spielen? Es stellt sich heraus, daß Schwarz dank einer subtilen Feinheit Remis hält, die Carlsen wohl bei seinem 24-minütigen Nachdenken gesehen hat:

      Carlsen, Magnus (2875) - Anand, Viswanathan (2767)
      Croatia Grand Chess Tour, Zagreb, 2. Runde, 27.6.2019
      Stellung nach dem 48. Zug von Schwarz

    • Durch den Artikel von FM Hauke Reddmann Reddmanns Reden: Probleme, Digga? bin ich auf die folgende Studie aufmerksam geworden:

      Mikhail A. Zinar, Shakhmaty v SSSR 1981, 1. Spezialpreis



      Weiß am Zuge gewinnt

      Auf den ersten Blick scheint für Weiß nichts zu funktionieren. Ich kenne die Lösung nicht, werde mich aber in den nächsten Tagen näher mit der Studie beschäftigen.
    • #115 / Schroeder (SKJ) betr. "Reddmanns Reden" zur Studie von Mikhail A. Zinar (1981), W (a.Z.): K,B,B vs. S: K,B


      Es ist heutzutage buchstäblich nur eine Sache von Sekunden, die Lösung (Kf8-g7!! -> Win in 25, c3-c4?? -> Lose in 16, alles andere -> Draw) in Erfahrung zu bringen (und damit die Korrektheit der Studie zu beweisen) - aber das hilft dem eigenen Schachverständnis selbstverständlich nicht weiter.


      5-Steiner sind ja bereits Anfang der 1990er Jahre in Endspiel-Datenbanken vollständig erfasst worden und waren auch schon im letzten Jahrtausend, z.B. bei ChessBase in Hamburg (als Endspieldatenbanken von Ken Thompson) allgemein zugänglich.
      Die 5-piece tablebase im Syzygy-Format belegt nur lächerliche 939 megabyte [MB] und findet damit bereits ausreichend Speicherplatz auf Telefonen.

      By the way:

      6-Steiner sind seit 2005 in Endspiel-Datenbanken vollständig erfasst ("Nalimov Tablebases") und belegen im Syzygy-Format auch nur 150,2 gigabyte [GB], was jedenfalls für einen aktuellen PC oder Laptop kein Problem sein dürfte.
      Auf 6-piece tablebases kann bei Bedarf aber auch im www kostenfrei zugegriffen werden, z.B. bei Shredder Computer Chess (shredderchess.com/online-chess…ses/endgame-database.html).

      7-Steiner sind seit August 2012 in ihrer Gesamtheit vollkommen ausanalysiert und in Endspiel-Datenbanken, den "Lomonosow-Tabelbases"(mit 140 terabyte [TB] aber nicht wirklich "Speicherplatz-schonend") erfasst. Auch im Syzygy-Format sollen sie noch 17 TB belegen und dürften damit z.Zt. noch die IT-Ausrüstung von Hobbyspielern i.d.R. überfordern.
      Leider ist mir kein link bekannt, über den aktuell ein kostenfreier Zugriff auf 7-piece tablebasess im www möglich wäre. (Für entsprechende Hinweise wäre ich sehr dankbar!) Ich habe das heute nicht weiter geprüft, mein letzter Kenntnisstand ist aber, dass solche Zugriffe kostenpflichtig oder nur für eine begrenzte Zeit nach Kauf einer chess engine mit "Aquarium-Benutzeroberfäche" möglich sind. (Aber das sei unverbindlich gesagt, es ist jetzt und hier nur "eine dunkle Erinnerung".)


      An den 8-Steinern wird aktuell noch mit Nachdruck gearbeit. Es sind dabei 38 Billiarden, 176 Billionen, 306 Milliarden, 877 Millionen, 748 Tausend und 245 Stellungen zu berechnen. [Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Endgame_tablebase]
      Eine vollständige Lösung wird wohl erst nach 2020 erreicht werden und dürfte eine Datenmenge von mehr als 1 petabyte [PB] umfassen. Das ist bereits eine Größenordnung in der hier in Europa z.Zt. z.B. CERN und DESY unterwegs sind, die Normalverbrauchern aber wohl erst in einigen Jahren zur Verfügung stehen wird.



      Aber wie ob. bereits geschrieben: Dem eigenen Schachverständnis helfen derart gewonnene Lösungen nicht weiter.

      Dafür ist - auch und gerade bei Kenntnis der Lösung(en) - harte Arbeit am Brett erforderlich, um komplexe Gewinnstrategien "herauszudistillieren" - falls es die im konkreten Einzelfall denn überhaupt gibt.

      Ich erinnere mich (dunkel) an Textbeiträge verschiedener GM, insbesonders des englischen GM und Mathematikers J. Nunn aus den 1990er Jahren (er zählte derzeit zur Weltspitze im Schach), der angesichts der frühen tablebases, z.B. für das Endspiel K,D,B vs. K,D (auch "nur" ein 5-Steiner!) zu verzweifeln schien. Die bizarren Manöver, mit denen die Damen dort bei objetiv bestem Spiel über das Brett "irrlichterten", schienen ihm für einen menschlichen Geist nicht nachvollziehbar. Dennoch hat man daraus wertvolle Erkenntnisse für die Praxis gewinnen können. Nach meiner Erinnerung (Vorsicht!, die mag falsch sein. Also besser 'mal selbst überprüfen.) z.B., dass es ratsam sein kann, den König der materiell im Nachteil befindlichen Seite vom feindlichen Mehrbauern möglichst zu entfernen, statt diesem in den Weg zur Umwandlung zu stellen.

      Möglicherweise verhält es sich im hier in Rede stehenden Fall ähnlich:

      Der Referat für Öffentlichkeitsarbeit des Hamburger Schachverband Dr. Hauke Reddmann schreibt ja (s.o. #115).
      "Ein unglaublicher Schlüssel bei nur 3 Steinen [ohne die beiden Könige /J.] - und selbst wer ihn errät, weiß immer noch nicht, warum zu Henker. Der Grund ist wie immer ein taktischer Zufall..."

      Deshalb bin ich sehr gespannt auf die Ergebnisse, die "unser" Schroeder (ebenfalls Hamburger) hier präsentieren wird, wenn er sich "in den nächsten Tagen mit der Studie (beschäftigt hat.)"


      J.
    • Hier meine Überlegungen, die mich zu einer plausibel aussehenden, aber falschen Lösung geführt haben:

      Sehr schnell klar wird, daß 1.e4 Kd6 (nebst Ke5) nicht gewinnt. Es muß also ein Königszug her.

      Deshalb 1.Ke7 unter die Lupe genommen. Doch dann kann sich Schwarz auf das Wettrennen einlassen:



      Hier erkenne ich, daß dem Weißen ein Tempo zum Gewinn fehlt, weil der König auf e7 im Weg stand. Also die nächste Verfeinerungsstufe mit dem Anfangszug 1.Kf7 geprüft:



      Hier habe ich die Variante als "gewonnen" abgebrochen, denn der schwarze Bauer erreicht nur die dritte Reihe (und nicht die zweite, was ihm das Remis sichern würde). Nicht gesehen habe ich dabei, daß nach

      7.-c3 8.Dd8+ Kc1!

      Weiss keine Möglichkeit hat, den schwarzen Bauern am Vorrücken und somit dem Erreichen der bekannten Remisstellung zu hindern. Der König auf f6 verhindert Dg5+.

      Hätte ich all das gesehen, dann wäre ich - vielleicht - auf die Idee gekommen, den sehr abstrus aussehenden Zug 1.Kg7! zu prüfen. So hatte ich den gar nicht auf dem Schirm.

      Sehr lehrreich - für mich war dies der wichtigste Lerneffekt: Wenn ich in der Vorausberechnung ein Endspiel mit Dame gegen Bauer auf der 6. Reihe erreiche - prüfe, ob es sich nicht um eine Ausnahmestellung handelt, bei der der eigene König im Weg steht und somit den Gewinn verhindert!