berührt-geführt bei Rochade

  • Das mit der Rochade scheint ja nun geklärt zu sein. Da habe ich noch eine Frage an @dfuchs: Mir ist bei der Jugendnordhessenmeisterschaft im Blitzen vor über 40 Jahren folgendes passiert: Nach ein paar Zügen stellte ich fest, dass ein Springer und ein Läufer von mir vertauscht aufgestellt waren. Ich durfte laut damaliger Turnierordnung beide Figuren nicht ziehen. Ist das heute auch noch so?

    Turnierleiter war damals Peter Mosebach, der meines Wissens kurze Zeit später aus beruflichen Gründen in den Nahen Osten gegangen ist. Vielleicht kennst du ihn ja.
  • Da gibt es eine Regel:
    Wurde der 1. Zug ausgeführt & der Gegner antwortete darauf inklusive des Drückens der Uhr (was den Zug abschließt), bleibt die Stellung {so} auf dem Brett! Das bedeutet, man darf die Figur zwar benutzen, aber eben von dem Feld wo sie DANN gerade steht. Geradestellen geht nur direkt am Anfang, bevor man selber einen Zug ausführte, mit der Ansage Schadub, oder der Anmerkung, es steht hier was falsch. Wortlos darf man es NACH Uhrenstart nicht mehr umstellen.
    SL ist zwar ärgerlich, aber nicht so tragisch wie (das häufiger vorkommende) KD! In dem Fall darf man noch nichtmal rochieren!!!
    Es wurden vereinzelt sogar Fälle bekannt wo besonders unfaire Vereine 'absichtlich' beim Gegner den König falsch aufbauten. Mit Fair Play hat sowas absolut gar nichts mehr zu tun!
    Einen besonders filigranen Trick habe ich auch noch gesehen:
    Da stellte der Verein die Figuren sehr ordentlich auf. Aber der Springer des Gegners guckte ihn an. !?! Da ist man irgendwann dazu geneigt, den umzudrehen. Vergißt man aber dabei Schadub zu sagen, muß man den ziehen! Genau das war der strategische Hintergrund bei dieser Aktion gewesen. Der Phantasie von unsportlichen Spielern ist fast keine Grenze gesetzt, - leider!
  • Das ist DEVINITIV falsch! Man darf sie NATÜRLICH benutzen, nur eben von dem anderem Startfeld. Sowas kann man auch nach dem Mannschaftskampf anfechten, falls man widerrechtlich dazu gezwungen wird. Dann wird der Gegner genullt, - mindestens! Eventuell gibt es am grünen Tisch dann auch ein 8:0 wo die gegnerische Mannschaft für den Betrugsversuch bestraft wird. Eventuell kann es sogar eine Geldstrafe nach sich ziehen, die der Verein aus der Vereinskasse ( die ja ohnehin sehr klein ist) bezahlen muß.
  • Hi, den "Spezialgriff" kenne ich, z.B. als Weißer und Rechtshänder bei der langen Rochade, so: Man nimmt den König, bis links vom Turm a1, als wenn man den Turm dann von links schlagen möchte. In der Hand sind "nach dem Schlagen" König und Turm (von links nach rechts), die man jetzt nur noch absetzen muss, evtl den Turm zurecht rücken, dann die Uhr drücken. Geht nach etwas Übung in der Tat ganz schnell.
  • @Wingen: Also in meiner Regelhistorie (die geht aber zugegebenermaßen nur etwas über 20 Jahre zurück) war so ein Blödsinn nie Regel und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das sonst irgendwann war. Aber Blitz.

    Aktuell ist es (Bei Blitz- und Schnellschach) so: Nachdem Schwarz seinen 10 Zug abgeschlossen hat bleibt die Stellung, wie sie auf dem Brett ist bestehen. (Ein König auf d darf nicht rochieren). Vorher wird eine neue Partie begonnen.

    Grüße Daniel
  • Ich habe beim Mannschaftskampf einmal etwas völlig verrücktes erlebt! Das passierte bei unserer 1. Mannschaft die damals glaube Verbandsklasse oder Verbandsliga sogar spielte.
    Ich guckte den Tag zu. So nach in etwa 90 Minuten Spielzeit wurde festgestellt daß 2 Spieler ihr Brett vertauscht hatten. Glaube 4+5 war das gewesen, oder 3+4 .
    Es saß also ein Spieler zu hoch & ein Anderer zu tief.
    Bei einer falschen Aufstellung verliert der Verein ja 8:0 den Mannschaftskampf. Aber die Aufstellung war ja korrekt gewesen, die setzten sich nur falsch hin.
    Da waren beide Mannschaftsführer am überlegen was zu tun ist. Eine Möglichkeit wäre 1:1 bei den beiden Brettern wo jeweils der zu tief sitzende Spieler verliert. Aber das hilft beiden Mannschaften nicht weiter, zudem wollten die Spieler es auch nicht weil sie an ihre INGO dachten. So kamen sie auf eine Idee was ich in meiner ganzen Schachlaufbahn kein 2.x erlebte!
    Die Spieler setzten sich korrekt hin & spielten dann mit fremder Stellung & anderem Gegner das Spiel zu Ende. Sie einigten sich auf diese Lösung weil beide Spiele völlig ausgeglichen standen & auch die Gegner-INGO sehr ähnlich als davor geblieben war. Ein Neustart war wegen der bereits vergangenen 90 Minuten nicht mehr möglich.
    Soetwas mal live zu erleben hat auch was. Vor allem die Belastung für die 2 Spieler, die eine 'fremde' Spielstellung plötzlich spielen mußten.
    Gruß Poffi
    PS: Es ist kein Versehen, das war Anfang der 80er gewesen als es noch keine DWZ gab.