Vladimir Kramnik beendet Karriere als Profi-Schachspieler

    • Vladimir Kramnik beendet Karriere als Profi-Schachspieler

      Das am letzten Sonntag zuende gegangene Schachturnier in Wijk aan Zee beendete Vladimir Kramnik auf dem ungewohnten letzten Platz, im Anschluss daran erklärte der 43 Jahre alte Russe via Pressemitteilung seinen Rückzug vom Turnierschach. Er wolle sich zukünftig anderen Projekten zuwenden, unter anderem dem Bereich Schach für Kinder; genauere Informationen werde es bald geben.

      Vladimir Kramnik, geboren am Schwarzen Meer, schlug in einem großen Kampf 2000 in London den amtierenden Champion Garri Kasparov, ohne eine einzige Partie zu verlieren, und wurde der 14. Weltmeister. Seine Eröffungsvorbereitung speziell auf dieses Match war legendär, der dynamisch und aggressiv spielende Kasparov fand kein Mittel gegen Kramniks Berliner Verteidigung der Spanischen Partie. Diese seinerzeit vergessene Variante erfuhr durch Kramniks Wiederbelebung eine bis heute anhaltende Hausse als solide Antwort auf 1.e4. Mit Weiß galt Kramnik als einer der großen Spezialisten der Katalanischen Eröffnung, die ihm viele zauberhafte Siege einbrachte. In den vergangenen Jahren unterzog Kramnik, der seinen Titel 2007 gegen Vishy Anand verlor, sein Schach einer Generalrevision. Er wandte sich dem klinischen Positionsschach sukzessive ab, wechselte von 1.Sf3 zu 1.e4 und spielte abenteuerlustig und riskant. Gegen Levon Aronian gelang ihm beim Kandidatenturnier 2018 in Berlin ein spektakulärer Sieg mit Schwarz.

      Kramnik, der mit einer französischen Journalistin verheiratet ist, lebt mittlerweile in Genf. Dem Schach werde er durch Schaukämpfe verbunden bleiben, wie er sagte. Auch wenn er nun nicht mehr an Turnieren teilnehmen wird, bleibt sein schachliches Erbe in Gestalt zahlreicher großartiger Partien erhalten.

      de.chessbase.com/post/kramnik-…ueckzug-vom-turnierschach
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      Die New in Chess bringt in ihrer aktuellen Ausgabe (2/2019) eine bebilderte Homestory zu Vladimir Kramnik in seinem Genfer Domizil. Er äußert sich im Gespräch ausführlich zu seiner Karriere, den Gründen seines Rückzugs vom Profischach, der Entwicklung des Spiels im Zeichen von AlphaZero und seinen Perspektiven als Privatier. Unterm Strich bleibt es schade, dass dieser kluge und eloquente Kopf nicht mehr am Brett sitzen wird; wie schön, dass seine berühmten Partien in den einschlägigen Datenbanken zum Nachspielen archiviert sind.