Schachlehrkämpfe - Kommentare, Fragen und sonstiges

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    • Ich habe noch einen SC, der in der Hardware exakt dem Gerät der 3. Partie entspricht, aber die Software eines anderen Programmierers besitzt.
      Dieses Gerät läuft derzeit testweise, um mal dessen Entscheidung zum 36. Zug von Weiß abzufragen.

      Das aktuell gegen Christoph spielende Gerät stand zunächst einige Stunden auf Th1, um dann auf a3 umzuschwenken und dies auch nach ca. 36 h (im 14. Ast des 12. Halbzuges) zu spielen.

      Der Hardwareclone geht dagegen schon sehr zeitig auf a3, ist aktuell aber erst bei einer Rechentiefe von 10. Hz.
      Über Th1 dachte er bis jetzt,nicht wirklich nach.

      Einige Engine's verwerfen den Zug a3 etwa ab Tiefe 15-17 Hz.Diese Rechentiefe können die alten SC natürlich nicht erreichen.
    • Rein von praktischen Gesichtspunkten her, finde ich es wesentlich schwieriger die schwarze Stellung zu spielen.

      Realistische Gewinnaussichten sollte auf Dauer doch nur Weiß haben, da schon viele Bauern getauscht wurden und nicht abzusehen ist, wie Schwarz sein(e)n Bauern mobil machen kann...

      Mich würde die allgemeine Einschätzung eines starken Spielers mal interessieren.
    • Wie ist denn der weiße Gewinnplan?
      Ich denke, dass weiß hier um das Remis kämpfen muss aber aufgrund der reduzierten Bauern gute Chancen hat.

      Warum komme ich zu diesem Schluss?
      Die weißen Bauern sind komplett blockiert. Um Sie zum laufen zu bringen müsste Weiß es schaffen f4 durch zu drücken ohne das gleichzeitig der Bauer e4 fällt. Das ist mit den schwarzen Bauern auf g5 praktisch nicht möglich.

      Also müsste man den g5 erobern oder abtauschen.

      Auch das kann aber nicht erreicht werden, da Weiß einfach keinen Druck aufbauen kann.
      Schwarz hat immer eine Figur mehr, mit der er manövrieren kann und weiß ist blockiert.

      Die Frage ist, ob schwarz Vorschritt erzielen kann.
      Dazu könnte a4 nebst Sb5 eine Idee oder Kg6, Th7, Th2 ein Plan sein.
      Schwarz muss allerdings peinlich genau darauf achten nicht den Läufer oder den Turm zu tauschen, da diese beiden Figuren wegen der Bauern auf verteilten Flügel unheimlich wichtige Blockadefiguren sind.

      Grüße Daniel
    • Nun, sicher sind die weißen Bauern vorerst blockiert.

      Allerdings wird Weiß mittelfristig noch einen Freibauern am Damenflügel bekommen; somit muss Schwarz ein Auge auf 3 potentielle Freibauern haben, was seine Figuren merklich binden wird.
      Als erstes Druckmittel würde ich nicht den Hebel f4 betrachten, sondern den Freibauern am Damenflügel, der evntl. auf die 6. Reihe vorgeschoben werden kann und somit eine Figur stark bindet.

      Je nachdem wie sie sich Schwarz verhält hat Weiß den Plan seinen König zu aktivieren; vielleicht nach Klärung der Bauern am Damenflügel über diesen, oder über g4, was Schwarz auch immer im Auge haben muss.
      Auch eine Turmaktivierung über h ist denkbar, wenn es passt.
      Außerdem ist der schwarze Bauer g5 schwach, da er auf schwarz steht; könnte zum Angriffsziel werden.
      Und sollte Weiß wirklich am DF einen Bauern auf der 6. Reihe behaupten können, kämen im weiteren Verlauf noch taktische Motive hinzu; von der 6. bis zur 8. Reihe ist es nicht mehr weit.
      Hinzu kommt deine Bemerkung:
      "Schwarz muss allerdings peinlich genau darauf achten nicht den Läufer oder den Turm zu tauschen, da diese beiden Figuren wegen der Bauern auf verteilten Flügel unheimlich wichtige Blockadefiguren sind."

      All das muss Schwarz bei seinem Manövrieren mit der Mehrfigur berücksichtigen.

      Hingegen kann Weiß, wenn er es denn anstrebt, wohl den schwarzen g-Bauern vom Brett bekommen und hat somit das Remis immer fast sicher.

      Daher meinte ich eingangs, das es im praktischen Spiel, also Mensch gegen Mensch (ungefähr gleichstarke Gegner) nach meiner Ansicht schwieriger ist mit Schwarz zu spielen, da Weiß dem Remis näher ist, wenn er es denn anstrebt.

      Ansonsten ergibt sich ein sehr kompliziertes Spiel für den durchschnittlichen Vereinsspieler; auch wenn vielleicht die Meister und modernen Engines das alles als klar ausgeglichen sehen...
    • Ich sehe das nicht als klar ausgeglichen. Ich würde mir selbst zutrauen diese Stellung als Schwarzer in einer Turnierpartie mit sagen wir 30 Minuten Restbedenkzeit und 30 Sekunden Zuschlag pro Zug gegen jeden Spieler <= 2200 zu spielen und in den meisten Fällen zu gewinnen aber nie zu verlieren.

      Ich spiele aber auch sehr gerne und für meine DWZ überdurchschnittlich gut Endspiele (laut Einschätzung von GM Schmaltz und IM Vidonyak).

      Grüße Daniel

      P.S: Was machst du gegen a4 und im nächsten Sb5?
    • Beide SC rechnen nach dem Zug a3 nicht mit a4.Das scheint jetzt eine Art Schlüsselzug zu sein.
      Aber es lauern komplizierte Varianten.


      Nach a4 könnte Th1! folgen. (Engine)

      und dann

      a) Sb5 Th6! (und nicht Th7? ) Sxa3?! Ta6
      b) Kg6 Lxd6 Tc2+ Kf1! Tc1+? (wäre schlecht wegen Ke2! Txh1? Lxe5) hier muss Lxd6 statt Tc1+ kommen

      The post was edited 2 times, last by dangerzone ().

    • In deiner zweiten Variante, warum nicht 1... a4 2.Th1 Kg6 3. Lxd6 Tc2 4. Kf1 Lxd6! ? Es droht sehr stark Lxb4! und der a-Bauer geht durch, weil der weiße König seinem Turm im Weg steht und für den Umweg über die 8. Reihe fehlt ein Zug, oder?

      Ich denke, weiß darf nicht auf d6 nehmen.

      Grüße Daniel
    • Tobi_ wrote:

      dangerzone wrote:

      dfuchs wrote:

      In deiner zweiten Variante, warum nicht 1... a4 2.Th1 Kg6 3. Lxd6 Tc2 4. Kf1 Lxd6! ? Es droht sehr stark Lxb4!
      ja, Lxb4! sieht stark aus. Dann Ta8 Lxa3 Txa4Also 1... a4 2.Th1 Kg6 3. Lxd6 Tc2 4. Kf1 Lxd6! 5.Th8 Lxb4 6.Ta8 Lxa3 6.Txa4
      Warum nicht 6. axb4 statt Ta8? Weiß hat doch trotzdem noch genug Züge um die Umwandlung aufzuhalten?
      Nein,die hat er nicht. Es folgt 6....a3 7. Ta8 a2 und falls dann kein weisses Turmschach mehr kommt (Weiß hat wohl Schachs, aber eben kein Dauerschach!) folgt ein schwarzes Turmschach auf der Grundlinie und Sachwarz kann so das Umwandlungsfeld decken.
      Engine's beurteilen diese Variante sehr positiv für Schwarz.

      The post was edited 3 times, last by dangerzone ().

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      Wen's interessiert:

      Der Hardwareclone hätte nach ca. 38 h (also ca. 2 h mehr, als der spielende SC) ebenfalls 36. a3 gezogen. Die andere Software ließ ihn aber trotz längerer Rechenzeit,nur bis zum ersten Ast im 12. Hz. kommen.Also etwas weniger tief.
      Die Bewertung ist offenbar intern umfangreicher und langsamer. Das Gerät hat dafür ein paar ELO mehr.