Schachlehrkämpfe - 2.Partie - Schottische Eröffnung

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Schachlehrkämpfe - 2.Partie - Schottische Eröffnung

      Herzlich Willkommen allen interessierten Schachfreunden zur 2. Partie der Schachlehrkämpfe.
      Der Schachcomputer (auch hier ca. 2000 ELO, aber anderer Typ als in Partie 1) spielt hier mit Schwarz und beantwortet das weisse 1. e4 mit 1...e5.
      Das Gerät hat jeweils 24 h Rechenzeit.
      Freuen wir uns auch hier, auf lehrreiche Kommentare (während der laufenden Partie) von Schroeder und einen spannenden Kampf.
      Der Wunsch nach unterschiedlichen Stellungstypen wird von sei4ten der Elekronik durch unterschiedliche Geräteeigenschaften (in gewissen Grenzen) unterstützt.


      @Schroeder - Schachcomputer






      Eine große Bitte an Alle.
      Dieser Thread ist den beiden beteiligten Seiten/Spielern vorbehalten und soll nicht zerstückelt werden.

      Für Kommentare, Fragen und sonstiges nutzen alle Nichtbeteiligten bitte das Format Partie X, Zug Nummer X im Thread:
      Schachlehrkämpfe - Kommentare, Fragen und sonstiges


      Dankeschön

      The post was edited 23 times, last by dangerzone ().

    • Nach 1.e4 e5 habe ich folgende Möglichkeiten in meinem Repertoire:

      a) 2.Lc4 mit der Absicht, nach 2.-Sf6 mit 3.d4 exd4 4.Sf3 das Urusov-Gambit zu spielen. Das gibt dem Weißen bei Annahme (4.-Sxe4 5. Dxd4) eine sehr gefährliche Initiative. Die meisten menschlichen Gegner nehmen das Gambit jedoch nicht an, sondern lenken mittels 4.-Sc6 ins Zweispringerspiel über. Da der Comp auf sein Eröffnungsbuch zurückgreift und dieser Übergang seit Jahrzehnten als solideste schwarze Antwort empfohlen wird, halte ich es für recht wahrscheinlich, daß diese Variante aufs Brett kommen würde. Ich setze dann mit 5.e5 d5 6.Lb5 Se4 7.Sxd4 (die sog. "Moderne Variante" des Zweispringerspiels) fort und erreiche eine Stellung, die ich gegen Menschen nicht ungern spiele, die aber objektiv ausgeglichen ist, und die ich gegen einen Comp vermutlich nicht gewinnen werde.

      b) 2.f4 Das Königsgambit wurde von John Shaw mit vielen frischen Ideen bereichert. Einige davon habe ich ja schon in den diversen Threads zum Königsgambit vorgestellt. Es bietet faszinierende Möglichkeiten abseits der ausgetretenen Pfade, und ich setze es gelegentlich - gegen bestimmte Gegner - als Überraschungswaffe ein. In dieser Partie erscheint es mir jedoch nicht opportun.

      c) 2.Sc3, die Wiener Partie. Nach der häufigsten Antwort 2.-Sf6 habe ich in jungen Jahren (aufmerksame Leser des Threads "Wen suche ich?" wissen, in welchem Jahrzehnt das war ;) ) 3.f4 d5 4.fxe5 Sxe4 Sf3 gespielt, was aber objektiv keinen Vorteil verspricht. Heute benutze ich die Wiener Partie oft als ein Vehikel, um mit 3.Sf3 Sc6 4.d4 ins schottische Vierspringerspiel einzulenken.

      d) 2.Sf3, um nach 2.-Sc6 mit 3.d4 Schottisch zu spielen. Nach 3.-exd4 4.Sxd4 Sf6 könnte ich immer noch mit 5.Sc3 ins schottische Vierspringerspiel einlenken, würde aber wahrscheinlich die Hauptvariante 5.e5 bevorzugen. Deshalb entscheide ich mich gegen 2.Sc3 und für 2.Sf3.

      Mein Zug: 2.Sf3
    • Damit haben wir also Schottisch mit 4.-Lc5 auf dem Brett.

      Gegen 4.-Sf6 hatte ich die folgende Variante im Sinn, die in ein Endspiel übergeht, und die ich kürzlich im Thread Schottische Partie gezeigt habe:



      Hier hätte ich mir gute Chancen ausgerechnet, den Comp ausspielen zu können.

      Gespielt hat er aber den anderen Hauptzug 4.-Lc5. Jetzt hat Weiß 5 plausible Züge:
      5.Sxc6, 5.Le3, 5.Sf5, 5.c3 und 5.Sb3.

      Ich habe mich unter diesen Alternativen vor 5 Jahren für den Zug 5.Sb3 entschieden. Das wurde in 2014 von GM Parimarjan Negi auf seiner Schottisch-DVD empfohlen und seitdem von vielen Großmeistern ins Repertoire aufgenommen. Dank der Kenntnis von Negis Varianten habe ich diesen Zug schon oft mit Erfolg angewandt. Es entstehen häufig spannende Stellungen mit entgegengesetzten Rochaden, wobei ich die weiße Stellung als leichter zu spielen ansehe.

      Mein Zug: 5.Sb3
    • Falls Schwarz jetzt den normalen Läuferrückzug 5.-Lb6 spielt, antworte ich mit 6.Sc3. Schwarz muß dann schwerwiegende Entscheidungen fällen:

      - Spielt er Sf6 und läßt die Fesselung durch Lg5 zu?
      - Entwickelt er seinen Springer lieber nach e7?
      - Rochiert er kurz oder hält er sich die Option auf die lange Rochade offen?

      Es wird in den nächsten Zügen auf jeden Fall eine Weichenstellung geben, die den weiteren Verlauf der Partie stark beeinflußt.
    • Mein Zug: 8.Lg5

      Schwarz hat sich frühzeitig auf die kurze Rochade festgelegt, was ich für recht riskant halte. Flexibler wäre 8.-d6 gewesen. Daraufhin hätte ich wahrscheinlich 9.Le3 geantwortet.

      Nach der kurzen Rochade von Schwarz ist es ganz klar, daß mein Läufer nach g5 gehört. Denn die Fesselung des Sf6 kann jetzt nicht mehr ohne weiteres abgeschüttelt werden. Der schwarzfeldrige Läufer von Schwarz steht auf b6 und kann nicht mehr als "Fesselungsbrecher" auf e7 eingesetzt werden. Und die einzige andere Möglichkeit (h6 nebst g5) würde eine empfindlich geschwächte Königsstellung hinterlassen.
    • Mit 12.-a5! zeigt der Comp, daß er nicht gewillt ist, sich passiv zu verteidigen, sondern daß er am Damenflügel seine Chancen auf Gegenspiel sucht.

      Das Abblocken dieses Bauern mittels 13.a4? funktioniert jetzt leider nicht wegen 13.-Lxb3 14.cxb3 Sd4, und ich kann die Punkte b3 und f3 nicht gleichzeitig decken. Es wäre also wünschenswert für mich, mehr Kontrolle über das Feld d4 zu haben, damit kein lästiger schwarzer Springer dort auftauchen kann.

      Da ich den schwarzen a-Bauern jetzt nicht am weiteren Vorrücken hindern kann, brauche ich ein vernünftiges Feld für den Sb3. Ich muß also auch aus diesem Grund um die Felder d4 und c5 kämpfen, und das geht nur mit 13.Lf2.

      Damit gebe ich zwar die Fesselung des Sf6 auf, mache aber gleichzeitig auch den Weg frei für meinen h-Bauern, der sich jetzt mittels h2-h4 am Bauernsturm beteiligen kann. Bevor das passiert, wird es allerdings vermutlich noch etwas dauern, denn der Kampf in den nächsten Zügen wird erstmal um die Kontrolle der Zentralfelder gehen.

      Seit dem 9. Zug von Schwarz bin ich "out of book", aber die grundlegenden Ideen (auch das Manöver Lf2) sind mir noch von der Negi-DVD geläufig. Bisher gingen mir die Züge deshalb sehr leicht von der Hand. Ab jetzt wird die Stellung aber sehr konkret, so daß ich viele Varianten rechnen muß. Mein Wissensvorsprung, den ich in dieser Eröffnungsvariante gegenüber dem Comp hatte, ist ausgespielt, und ich habe dadurch eine Stellung erreicht, die ich immer noch als aussichtsreich ansehe. Jetzt könnte aber eine Partiephase eintreten, in der der Comp seine größere Rechenfähigkeit in die Waagschale werden kann. Ich werde deshalb für meine nächsten Züge voraussichtlich wesentlich mehr Bedenkzeit brauchen als bisher.

      Mein Zug: 13.Lf2