Pinned Adventskalender 2019

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    • Adventskalender 2019

      hier bitte nur eure Geschichten, Gedichte zum Advent. Kommentare bitte hier rein: Adventskalender 2019 Kommentare

      1. Türchen:


      DWB


      DWB (Dienstweihnachtsbaum)-Verordnung für Beamte ...
      Begriff


      Ein Dienstweihnachtsbaum (DWB) ist ein Weihnachtsbaum natürlichen Ursprungs oder einem natürlichen Weihnachtsbaum nachgebildeter Weihnachtsbaum, der zur Weihnachtszeit in Diensträumen aufgestellt wird.
      Aufstellen der Weihnachtsbäume
      Ein Dienstweihnachtsbaum (DWB) darf nur von sachkundigen Personen nach Anweisung des unmittelbaren Vorgesetzten aufgestellt werden. Dieser hat darauf zu achten, dass
      -der DWB (Dienstweihnachtsbaum) mit seinem unteren der Spitze entgegengesetzten Ende in einen zur Aufnahme von Baumenden geeigneten Halter eingebracht und befestigt wird
      -der DWB in der Haltevorrichtung derart verkeilt wird, dass er senkrecht steht
      -im Umfallbereich des DWB keine zerbrechlichen oder durch umfallende DWB in ihrer Funktion zu beeinträchtigende Anlagen vorhanden sind

      Behandeln der Beleuchtung
      Der DWB ist mit weihnachtlichem Behang nach Maßgabe des Dienststellenleiters zu versehen. Weihnachtsbaumbeleuchtung, deren Flammenwirkung auf dem Verbrennen eines Brennstoffes mit Flammenwirkung beruht (sogenannte Kerzen), dürfen nur Verwendung finden, wenn
      -die Bediensteten über die Gefahren von Feuersbrünsten hinreichend unterrichtet sind
      -während der Brennzeit der Beleuchtungskörper ein in der Feuerbekämpfung unterwiesener Beamter mit Feuerlöscher bereitsteht.

      Aufführen von Krippenspielen
      In Dienststellen mit ausreichendem Personal können Krippenspiele unter Leitung eines erfahrenen Vorgesetzten zur Aufführung gelangen. In der Besetzung sind folgende in der Personalplanung vorzusehende Personen notwendig:
      -Maria: möglichst weibliche Beamtin oder ähnliche Person
      -
      -
      Josef: älterer Beamter mit Bart









      Kind: kleinwüchsiger Beamter oder Auszubildender
      -









      -
      Esel und Schafe: geeignete Beamte/Beamtin









      Heilige Drei Könige: sehr religiöse Beamte.

      Absingen von Weihnachtsliedern
      Zum Absingen von Weihnachtsliedern stellen sich die Bediensteten unter Anleitung eines Vorgesetzten ganz zwanglos nach Dienstgraden geordnet um den DWB auf. Eventuell vorhandene Weihnachtsgeschenke können bei dieser Gelegenheit durch einen Vorgesetzten in Gestalt eines Weihnachtsmannes an die Untergebenen verteilt werden. Zwar ist bei einer solchen Gelegenheit das Besprechen unerledigter Verfügungen aus dem zu Ende gehenden Arbeitsjahr nicht unbedingt gefordert, jedoch scheint es angebracht, die allgemeine Anwesenheit des Dienstpersonals auch für Dienstgeschäfte zu nutzen.
      Vorgenannte Richtlinien der Verordnung sind in geeigneter Weise im entsprechenden Zuständigkeitsbereich bekanntzugeben und einzuhalten.

      Quelle: Weihnachtsstadt.de
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    • 2. Türchen:


      Eine Weihnachtsfahrt
      Wir waren wieder einmal auf unseren Weihnachtsfahrten zu den Armen.
      Unser Weg führte uns auch dieses Mal in einen der entferntesten Vororte Rigas.
      Wir hielten vor einem hohen Steinhaus, wo wir mit unserem Weihnachtsbäumchen eine arme Frau aufsuchen wollten.

      Eine Nachbarin wies uns eine Steintreppe hinauf, die wir mühsam emporkletterten und wir standen bald in einem großen, dunklen Zimmer, das von einer Petroleumlampe kaum erhellt wurde.

      Als wir die Tür öffneten, konnte man zuerst fast nichts in dem dunklen Raum unterscheiden.
      Ein entsetzlicher Geruch schlug uns entgegen.

      Als unsere Augen sich an die Dämmerung gewöhnt hatten, erkannten wir die Ursache des furchtbaren Geruchs, der von faulen Tierhäuten herkam, die zum Trocknen von der Decke herabhingen.

      An der Wand entdeckten wir ein schmales Bett, in dem eine kleine dunkle Gestalt zusammengekrümmt lag. Wir traten ans Bett, stellten das mitgebrachte Weihnachtsbäumchen auf ein Tischchen,
      der Pastor las das Weihnachtsevangelium, wir sangen Weihnachtslieder.

      Mit bösem, hartem Ausdruck blickte die Kranke zu uns herüber.
      Ihr Gesicht hatte etwas von einem Raubvogel, keine Freude, nicht einmal Staunen sprach aus den runden, bösen Augen.

      Der Pastor redete einige Worte zu ihr, von der Freude, die heute in die Welt gekommen wäre.
      Sie sah ihm starr ins Gesicht, ohne eine Miene zu verziehen, sie konnte die frohe Botschaft nicht hören,
      ihr Herz war verschlossen und tot.

      Der Pastor fragte sie, ob sie jemand habe, der sich um sie kümmerte.
      Ja, ihre Söhne - am Morgen gingen sie auf Arbeit aus, stellten ihr das Nötige hin und kämen am Abend wieder - den ganzen Tag läge sie allein.

      Ob ihr die Einsamkeit schwer zu tragen wäre? - Sie antwortete nicht darauf.
      Ein Jammer um diese lichtlose Leben fasste unsere Herzen.


      Eine freundliche Blumenhändlerin hatte mir einen großen Strauß Frühlingsblumen für meine Armenfahrt mitgegeben.
      Ich griff in mein Körbchen, wo ich sie sorgsam gegen die Winterkälte verwahrt hatte,und legte sie alle der Kranken auf die Brust.

      Mit ihren dunklen,verkrümmten Fingern fasste sie vorsichtig nach ihnen wie nach etwas Unwirklichem.
      Und dann ging eine merkwürdige Veränderung in dem harten, scharfen Gesicht vor sich.
      Es brach wie ein Leuchten aus ihren Augen. "Blumen, lebendige Blumen", sagte die harte Stimme, in der plötzlich eine Freude klang. "Blumen für mich",sagte sie noch einmal, "und ich darf sie behalten."

      Sie nahm die lichten Frühlingskinder und hob sie an ihre Wangen und atmete den Duft ein.
      Auf ihrem Gesicht lag ein Glänzen.
      Sie sah nicht den Weihnachtsbaum mit seinen schimmernden Lichtlein, sie sah uns nicht, die wir erschüttert an ihrem Bett standen - sie sah nur die Blumen, und ihre Seele lauschte diesem Ruf aus einer lichten Welt.

      Wir gingen still hinaus. In der Türe wandte ich mich um und nahm die ganze trostlose Umgebung,
      in der sie lag, noch einmal in mich auf.

      Sie aber lag friedlich da, im Lichte der Weihnachtskerzen,
      die Hände dicht um die Frühlingsblumen geschlossen,
      die hellen Blüten an ihre dunkle Wange gedrückt.
      Ihre Augen waren geschlossen- auf ihrem Gesicht war Frieden.

      Autorin: Monika Hunnius



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      "Unterschätze nie die Macht dummer Leute, die einer Meinung sind"
      (Kurt Tucholsky)

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    • 3. Türchen

      Weihnachten mit Hindernissen

      Jedes Jahr zu Weihnachten gerät Maria, die Namensgleichheit mit der Mutter des Christkindes war durchaus von der Familie gewollt, in richtigen Stress. Schließlich hat sie die Verantwortung für ein perfektes Weihnachtsfest für die ganze Familie. Schon in den Wochen vor Heiligabend muss vieles vorbereitet werden. Da muss Maria Geschenke aussuchen, einpacken und vor den neugierigen Augen der Familie versteckt halten. Die Auswahl des passenden Geschenkes für so manches Familienmitglied fällt nicht immer gerade leicht. Da ist z. B. die 15jährige Kirsten, Marias Nichte, die in ihrem Alter natürlich einen sehr eigenwilligen Geschmack hat. Die Oma von 95 Jahren, die zwar gerne nascht, aber es nicht darf und ansonsten ja auch schon alles hat. Sicher wäre es einfacher, jedem Familienmitglied einfach einen Gutschein zu übergeben, doch da würde der Weihnachtssegen mit Sicherheit schief hängen. In diesem Jahr war Maria allerdings früh dran. Schon am 2. Advent konnte auf der Weihnachtscheckliste der Punkt Geschenke als erledigt abgehakt werden.
      Doch jetzt folgt noch die Planung des Weihnachtsessens. Auch ein Akt für sich. Schließlich will Oma am liebsten eine Gans, weil es an Weihnachten halt so Tradition bei Meiers ist. Opa bevorzugt da eine Ente, weil die nicht so fettig ist. Und Maria tendiert eigentlich eher zu Kartoffelsalat und Würstchen am Heiligen Abend, so wie ihre Mutter dies Problem in den Jahren ihrer Kindheit auch immer gelöst hat. Schließlich geht die ganze Familie vor dem Abendessen in die Kirche und zudem kann es den anderen doch auch nicht gefallen, wenn Maria an den Feiertagen mit den Nerven völlig runter ist. Also schnell noch zum Metzger in der Stadt gefahren und die leckeren Brühwürste sowie den hausgemachten Kartoffelsalat gekauft. So kann Maria auch diesen Punkt auf ihrer Weihnachtscheckliste als erledigt betrachten.
      Maria macht sich auch frühzeitig auf die Suche nach dem passenden Weihnachtsschmuck, denn schließlich muss das ganze Haus in festlichem Glanz und in gewohnter, weihnachtlicher Perfektion erstrahlen. Einen perfekten Weihnachtsbaum wollte Maria haben. Die Lichterketten funktionieren noch, dass hatte sie getestet. Die Weihnachtskugeln, sie stammten noch aus den Kindertagen, waren Gottlob heil geblieben. Lametta ist auch noch ausreichend vorhanden. An die Tür kommt der obligatorische Weihnachtskranz und auf die Fensterbank die Weihnachtspyramide mit den hübschen Engeln. Fehlt nur noch die Krippe, die auch schon viele Weihnachten bei Maria erlebt hatte. Und schon erstrahlt die ganze Wohnung in weihnachtlichem Glanz.
      Maria kann gar nicht verstehen, warum so viele Leute sich über Weihnachtsstress beklagen. Bei ihr ist alles perfekt und in der richtigen Zeit organisiert. Wochenlang wie ein angestochenes Huhn durch die Gegend zu laufen, ist eben nicht Marias Stil. Weihnachten kann auch in der Einfachheit perfekt sein. Am Fest der Liebe geht es schon zum Mittagessen los, wenn die Eltern ankommen. Die Schwiegereltern rücken meist erst am Nachmittag an und bringen Stollen mit. Auch eine Tradition zum Kaffee am Heiligen Abend, Stollen zu essen. Dann werden die ewig neuen, alten Geschichten erzählt und alle sind froh als Marias Vater einen schönen Weihnachtsspaziergang vorschlägt. Die Familie wandert also durch die Siedlung bis an das Ufer des Rheins. Leise fallen ein paar Schneeflocken. Die Gärten erstrahlen im Licht der Weihnachtsbeleuchtung und die hell erleuchtete Kirche wirkt irgendwie verlockend. Also geht die Familie heute doch in die Kirche, obwohl das in diesem Jahr eigentlich nicht geplant war. Nach dem Gottesdienst geht es langsam wieder zurück nach Hause. Erwartungsvoll schaut Maria zu ihrem Mann hinüber und wartet darauf, dass er die Haustür aufschließt. So langsam wird es nämlich allen kalt.
      Ihr Mann schaut allerdings fragend Maria an, denn er hat keinen Schlüssel. Er ist fest davon überzeugt, dass Maria den Schlüssel eingesteckt hätte. Damit hat sich die perfekte Weihnacht zu einer Katastrophe entwickelt. Marias Nachbarin hat den Auflauf vor dem Haus bemerkt und kommt heraus, um nach dem Rechten zu sehen. Maria bittet ein bischen kläglich darum, einmal telefonieren zu dürfen, weil sie dringend einen Schlüsseldienst bräuchten. Die Nachbarin ist eine sehr liebenswerte Frau und bittet die ganze Familie herein zu kommen, damit sich keiner an Weihnachten noch eine Erkältung holt. Maria wehrt zunächst ab. Schließlich ist Weihnachten, da kann man doch nicht stören. Doch die Nachbarin ist der Meinung, dass gerade an Weihnachten doch schließlich jeder Willkommen sein sollte.
      Maria und ihre Familie lassen sich also überreden. Sofort fällt Maria auf, dass sie hier stören, denn perfekt ist in diesem Haus wirklich nichts. Der Nachbar und sein Vater versuchen krampfhaft den Weihnachtsbaum aufzustellen. Die Lichterkette hängt äußerst wirr in den Ästen und der meiste Baumschmuck befindet sich an den unteren Ästen. Sieht so aus, als wäre der Sohnemann des Hauses mit dem Schmücken beauftragt worden. Aber was für einen Baumschmuck haben die Eltern ihm da an die Hand gegeben. Strohsterne und kleine Päckchen aus Pappe sowie Glanzpapiergirlanden hängen kreuz und quer im Weihnachtsbaum. Alles wirkt ein bisschen schief. Alles, bis auf das glückliche Lächeln der Nachbarsfamilie. Aus der Küche kommt die Tochter des Hauses. Von oben bis unten ist sie mit Mehl befleckt und in der Hand hält sie einen Teller mit selbstgebackenen Keksen. Perfekt ausgestochen sind die allerdings auch nicht. Um höflich zu sein, probiert Marias Familie die Kekse dann allerdings doch und sie schmecken tatsächlich hervorragend.
      Die Herrin des Hauses kommt inzwischen mit Kaffee aus der Küche. Ein Stapel Geschirr und Besteck hat sie ebenfalls im Gepäck. Was nun folgt, ist die unkomplizierte Einladung zum Weihnachtsessen. Aber das geht doch nicht. So etwas kann man doch gerade an Weihnachten nicht annehmen, denkt zumindest Maria. Sie schaut zu ihrer Familie und stellt fest, dass ihr Mann mittlerweile beim Aufstellen des Weihnachtsbaums hilft. Ihr Vater hat den Junior der Nachbarn auf den Schultern und hilft ihm beim Schmücken des Baums. Marias Tochter sitzt mit der Nachbarstochter kichernd auf dem Sofa und tauschen Keksrezepte aus. Und Marias Mutter scheint verschwunden zu sein. Maria findet sie mit der Nachbarin in der Küche. Die beiden Frauen pellen gemeinschaftlich Kartoffeln und schnippeln sie in eine riesige Schüssel. Die Nachbarin stellt strahlend fest, dass der Kartoffelsalat bald fertig sei.
      Und so findet das Weihnachtsessen von Marias Familie ganz automatisch am Tisch der Nachbarn statt, auch wen man ein wenig zusammenrücken muss. Das ist aber allen völlig egal, ebenso wie das zusammengewürfelte Geschirr. Der Salat schmeckt lecker und die Würstchen sind heiß. Und alle finden, dass dies ein perfektes Weihnachtsfest eigentlich immer genau so aussehen sollte.

      Ich wünsche euch allen ein so schönes Weihnachtsfest

      LG Bobby

    • 4. Türchen

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      Meine Geschichte ist ein Märchen aus den Kindheitstagen,
      so stellte ich mir Weihnachten immer vor...


      Die fleißigen Weihnachtsenglein.

      Viele Wochen lang haben sich die Weihnachtsengel auf das Fest vorbereitet. Jetzt ist es endlich soweit:
      Beladen mit bunten Geschenkpäckchen machen sie sich auf den Weg zur Erde. Aber es gibt immer noch viel zu tun! Jedes Engelchen hat eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen. Biggi zum Beispiel hängt strahlende Weihnachtssterne an den Himmel, damit die Christnacht besonders hell wird. "Bis später", winkt sie ihren Freundinnen zu. "Ich komme nach, sobald ich hier fertig bin!" Dann poliert sie noch schnell einen Stern blitzblank und hängt ihn auf.
      Als Erstes fliegen die Engel in den Wald, um dort Tannenbäume zu fällen. Sie haben ihre Päckchen versteckt und dafür das Werkzeug ausgepackt. Mit Sägen und Beilen machen sie sich an die Arbeit. Sie kommen ganz schön ins Schwitzen dabei. Biene ist als erste fertig. "Ich geh schon mal ins Dorf!" ruft sie. Sie legt sich das Tannenbäumchen um die Schulter und stapft los. "Puh", stöhnen die anderen. "Ist das eine Plackerei!" Aber es muss sein...Oder kannst du dir ein Weihnachtsfest ohne Christbaum vorstellen?
      Endlich sind alle Weihnachtsbäume gefällt. Im Nu sind sie geschmückt und auf den Schlitten geladen.
      Jetzt wird es ernst! Doch wie in jedem Jahr haben die Engel vorher noch eine Überraschung für die Waldtiere vorbereitet: Sie bringen ihnen ein Bäumchen voller Leckereien. "Das möchte ich diesmal machen!" bittet Moni. Sie hat Tiere nämlich besonders gern. Die anderen erfüllen ihr diesen Wunsch und fahren mit dem voll beladenen Schlitten davon. "Hü", ruft Engelchen Susanne auf dem Kutschbock. "Los geht's! Die Kinder warten schon!"
      Im Dorf angekommen schlüpfen die Engelchen geschwind in eine Backstube. Es fehlt nämlich noch etwas Weihnachtsgebäck. Fleißig kneten sie Teig, stechen Plätzchen aus und verzieren die Torten. Die Engel sind gute kleine Bäcker! Schon bald duftet es herrlich nach Zimt und Nelken, nach Zuckerguss und Schokolade. Marie macht sich auf den Weg, um Kuchen und Torten auszutragen.
      "Nascht nicht so viel!" kichert sie fröhlich. "Sonst seid ihr zu schwer für den Rückflug!" Aber zum Naschen haben die Engel gar keine Zeit. Es gibt so viel zu tun!
      Noch immer sind die Engelchen nicht mit ihren Vorbereitungen fertig. Jetzt müssen sie die letzten Arbeiten in der Spielzeugwerkstatt erledigen. Bei einigen Holzhäuschen fehlt die rote Farbe für das Dach und an dem großen Lastwagen muss die Tür festgeschraubt werden. Sobald etwas fertig ist, saust Silvy los und bringt das Geschenk zu einem Kind. Für den kleinen Jörg trägt sie gerade einen Teddybären weg. Da wird der Junge staunen, wenn er aufwacht! "Tschüss, Teddy," flüstert Silvy. "Viel Spaß bei Jörg! Er wird dich sehr lieb haben!"
      Dann ist es so weit. Jetzt dürfen auch die übrigen Engelchen Geschenke verteilen, das tun sie schließlich am allerliebsten! Hui! schon sausen sie mit dem Schlitten den Berg hinunter ins Nachbardorf. Die Schlittenglöckchen klingen hell. Klingling, klingling! "Bis später!" ruft Sonny und biegt in einen Seitenweg ein. Auch dort wohnen Kinder, die auf Geschenke warten.
      Im Tal angekommen, müssen die Englein zu Fuß weiter gehen. Schwer beladen ziehen sie los."Sieh nur, wie im Bach die Eisschollen treiben; Und hörst du wie der Schnee bei jedem Schritt knirscht? Das ist doch eine herrliche Nacht!" sagt Konny zu ihrer Freundin Sarah. "Du alte Träumerin!" lacht Sarah. "Trödle nicht so, die Kinder warten doch!" Schließlich haben die beiden alle Päckchen verteilt. Sarah späht noch einmal neugierig durch ein Fenster. Wie die Kinder jubeln! "Ich glaube, wir haben genau das Richtige gebracht!" freut sich das Engelchen. "Komm schon Sarah, wir haben's geschafft! Lass uns zurückfliegen!", ruft Konny. Sarah wirft noch einen letzten Blick durch das Fenster, dann machen sie sich glücklich auf den Weg zum Treffpunkt. Was wohl die Anderen erlebt haben?
      Die Engel warten schon auf die beiden Freundinnen. Gemeinsam fliegen sie zurück in den Himmel;
      Dort hält Betsy nach ihnen Ausschau. Sie konnte in diesem Jahr nicht mit auf die Erde kommen, weil sie krank war. "Schnell rein mit euch!" ruft sie schon von weitem. "Ihr müsst mir ganz genau erzählen, wie es war! Ich wäre ja so gerne mitgekommen!" Dann setzen sich die Englein gemütlich zusammen und jeder berichtet von seinen Erlebnissen der Christnacht auf der Erde.
      Betsy seufzt sehnsüchtig: "Wenn nur schon wieder ein Jahr vorüber wäre!"

      Nun wünsche ich allen
      ein besinnliches Weihnachtsfest,
      werdet und bleibt gesund
      und noch viel Freude hier
      eure Mohni

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      Tür5

      Sei vorsichtig mit Deinen Wünschen –


      sie könnten in Erfüllung gehen !

      **********************************************************************

      In den 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts lief im Bayrischen Fernsehen

      eine Serie von orientalischen Märchen.Das besondere dabei war, dass es nicht nur

      banale Geschichten waren, denn die meisten hatten einen tieferen Sinn und bargen

      auch einen Funken Wahrheit oder Lebensweisheit.

      Von einem solchen will ich heute berichten :



      Es war einmal ein reicher Kaufmann in den mittleren Jahren. Er war von einer schweren Krankheit gezeichnet und lag auf dem Sterbebett. Die ganze Familie saß gramgebeugt um sein Bett um erwartete in tiefer Trauer sein baldiges Ableben.

      Da erschien dem Kaufmann – von allen anderen unbemerkt – der Todesengel, um ihn zu

      holen. Der Kaufmann erblickte ihn und fragte. „Warum muß ich schon gehen ? Ich war

      immer gerecht zu meinen Kunden, habe stets für meine Familie gesorgt, die ich über alles liebe. Kannst Du mich nicht noch eine Weile verschonen ?“

      Da sagte der Geist : „ Weil Du die Wahrheit sprichst,

      so will ich Dir einen Aufschub gewähren !“

      Der Kaufmann bat : „Ich hatte ein ausgefülltes Dasein und möchte noch 1000 Jahre leben,bevor ich abtreten muß.“

      Der Todesengel antwortete: „So soll es sein !“und verschwand .

      Zum Erstaunen aller erholte sich der Kaufmann wieder vollkommen und konnte schon

      kurze Zeit später wieder gesund und munter seinen Geschäften nachgehen.

      Aber schon bald erkannte er die Kehrseite seines Wunsches. Während er kaum alterte, musste er mit ansehen , wie seine geliebte Familie und seine Freunde ihn auf natürlichem Wege verlassen mussten. Allein er blieb in unendlicher Trauer zurück. Und das Leben meinte es nicht immer gut mit ihm. Es gab Zeiten, da er all seinen Reichtum verlor, wieder von neuem begann, wieder in Amut versank, verfolgt wurde und sogar im Gefängnis landete.

      Dann wiederum gab es Zeiten, in denen er sein Leben genoß.Aber immer umtrieb ihn die Sorge um seine Liebsten, von denen er wusste, dass sie lange vor ihm gehen mussten.

      Er verliebte sich neu, heiratete wieder, aber immer stand er am Ende vor den Gräbernseiner Getreuen und es wurde ihm schwer ums Herz. Es gab Zeiten, in denen er insgeheim seinen Wunsch verfluchte.

      Kurz vor dem Ende seiner Zeit führte ihn sein Weg zum Friedhof . Wieder einmal hatte er geliebte Menschen verloren .

      Er setzte sich auf eine Bank - längst des Lebens überdrüssig - und Tränen rannen über sein Gesicht.Er bemerkte nicht den fremden Wanderer, der sich näherte und sich zu ihm auf die Bank gesellte. „Warum bist Du so betrübt, Kamerad ?“.

      Der Kaufmann sah zu dem Fremden auf, aber er konnte sein

      Gesicht nicht erkennen, welches hinter einer Kapuze verdeckt war. Dennoch schien ihm die Stimme vertraut und er erzählte von seinem Wunsch und dessen Folgen über die Jahrhunderte seines Lebens. Der Fremde hörte geduldig zu. Als er fertig war, da legte der Fremde seinen Arm um seine Schultern. In diesem Moment verrutschte die Kapuze und der Kaufmann erkannte, dass es kein anderer war, als der Todesengel, der ihm vor so langer Zeit seinen Wunsch gewährte.

      Und er hörte ihn sagen :

      „Komm, alter Freund, lass uns den Rest Deines Weges gemeinsam gehen.“





      In diesem Sinne

      Ein beschauliches Fest

      und einen guten Rutsch

      -Z-
    • 6. Türchen - Das Fest der Liebe...

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      Zur Weihnachtszeit läuft die Spielzeugindustrie auf Hochtouren und das nicht nur für die lieben Kleinen, denn auch Spielzeug für Erwachsene eignet sich als nettes kleines Geschenk.
      Mit ausgesuchtes Sextoys lassen sich Freund und Freundin beglücken oder, wenn man es richtig anstellt, auch unliebsame Konkurrentinnen unauffällig um die Ecke bringen - denn:


      Viele der innerlich anzuwendenden Spielzeuge enthalten pures Gift. Seien es krebserregende polyzyklische Kohlenwasserstoffe, phosphororganische Nervengifte oder Phthalate, die gefährlichen Weichmacher, die neben harmlosen Hautreizungen auch Nieren und Leber schädigen, oder Diabetes hervorrufen können. Schon allein die Namen dieser Chemiekeulen machen einen ganz krank. Bei häufiger Anwendung der verseuchten Spielzeuge können gesundheitliche Nebenwirkungen mit Sicherheit angenommen werden. Um jemanden nachhaltig auszuschalten, kommen vor allem Jenny-Toys und billige Gummispielzeuge aus Fernost in Frage. Dildos, Liebeskugeln oder Masturbationshilfen beherbergen einen ganzen Cocktail dieser Weichmacher. So griffige Namen wie Nature-Skin, Ultra-Realistic-Skin oder Cyber-Skin versuchen über die desolaten chemischen Zustände hinwegzutäuschen, sind aber ebenfalls lieber nur mit Schutzkondom anzuwenden. Genauso wie Polyurethan-PVC oder „Loveclone-Material“. Selbst dem Naturprodukt Latex können Gifte beigemischt sein, wie DBT oder TBT, die das Hormon- und Immunsystem schädigen.

      Was aber kann man dann tatsächlich und in wohlmeinender Zuneigung dem eigenen Liebling überreichen?
      Zum Glück gibt es einige genitalverträgliche Kunststoffe wie Vibratoren aus Hartplastik, medizinisches Silikon in „Loveballs“ und die aus Plexiglas bestehenden „Crystal-Toys“ welche unbedenklich eingeführt werden können. Ebenso eignen sich modern designte Dildos aus nickelfreiem Chirurgenstahl oder Aluminium zum nebenwirkungsfreiem Liebesspiel.
      Wer es naturbelassen mag, der geifre zum geölten Ahornstab, zum bruchsicheren Glas, oder wie im alten China, zum fein behauenen glatt geschliffen Steindildo aus Granit.



      Frohe Weihnachten <3 :thumbsup:
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      7. Türchen



      Warum der Engel lachen musste

      Verfasser noch unbekannt

      Die bevorstehende Geburt des Christkinds bereitete den Engeln ziemliches Kopfzerbrechen. Sie mussten nämlich bei ihren Planungen sehr vorsichtig sein, damit die Menschen auf Erden nichts davon bemerkten. Denn schließlich sollte das Kind in aller Stille geboren werden und nicht einen Betrieb um sich haben, wie er in Nazareth auf dem Wochenmarkt herrschte.
      Probleme gab es auch bei der Innenausstattung des Stalles von Bethlehem. An der Futterraufe lockerte sich ein Brett aber hat jemand schon einmal einen Engel mit Hammer und Nagel gesehen?! Das Stroh für das Krippenbett fühlte sich hart an, das Heu duftete nicht gut genug, und in der Stalllaterne fehlte das Öl.

      Aber auch was die Tiere anbetraf, gab es allerhand zu bedenken. Genau an dem für den Engelschor auserwählten Platz hing ein Wespennest. Das musste ausquartiert werden. Denn wer weiß, ob Wespen einsichtig genug sind, um das Wunder der Heiligen Nacht zu begreifen? Die Fliegen, die sich Ochse und Esel zugesellt hatten, sollten dem göttlichen Kind nicht um das Näslein summen oder es gar im Schlafe stören. Nein, kein Tier durften die Engel vergessen, das etwa in der hochheiligen Nacht Unannehmlichkeiten bereiten könnte.

      Unter dem Fußboden im Stall wohnte eine kleine Maus. Es war ein lustiges Mäuslein, das sich nicht so schnell aus der Ruhe bringen ließ, höchstens, wenn die Katze hinter ihm her war. Aber dann flüchtete es schnell in sein Mäuseloch zurück. Im Herbst hatte die Maus fleißig Früchte und Körner gesammelt; jetzt schlief sie in ihrem gemütlichen Nest. Das ist gut, dachte der verantwortliche Engel, wer schläft, sündigt nicht, und bezog die Maus nicht weiter in seine Überlegungen ein.

      Nach getaner Arbeit kehrten die Boten Gottes in den Himmel heim. Ein Engel blieb im Stall zurück; er sollte der Mutter Maria in ihrer schweren Stunde beistehen. Damit aber keiner merkten konnte, dass er ein Engel war, nahm er seine Flügel ab und legte sie sorgsam in eine Ecke des Stalles. Als die Mutter Maria das Kind gebar, war sie sehr dankbar für die Hilfe des Engels.

      Denn kurz darauf kamen schon die Hirten, nachdem sie die frohe Botschaft gehört hatten, und der Hütehund und die Schafe. Obwohl die Männer sich bemühten, leise zu sein, und sozusagen auf Zehenspitzen gingen, klangen ihre Schritte doch hart und der Bretterboden knarrte. War es da ein Wunder, dass die Maus in ihrem Nest aufwachte? Sie lugte zum Mäuseloch hinaus und hörte die Stimme " Ein Kind ist uns geboren ...", konnte aber nichts sehen.
      Neugierig verließ sie ihr schützendes Nest und schon war die Katze hinter ihr: Schnell wollte das Mäuslein in sein Mäuseloch zurück, aber ein Hirte hatte inzwischen seinen Fuß darauf gestellt. "Heilige Nacht hin oder her", sagte die Katze zu der entsetzten Maus, "jetzt krieg ich dich!"

      Und damit ging die wilde Jagd los. Die Maus in ihrer Angst flitzte von einer Ecke in die andere, sauste zwischen den Beinen der Hirten hindurch, huschte unter die Krippe und die Katze immer hinterher: Zwischenzeitlich bellte der Hütehund und die Schafe blöckten ängstlich. Irgendwo gackerte aufgeregt eine Henne.

      Die Hirten wussten nicht recht, was los war, denn eigentlich waren sie gekommen, um das Kind anzubeten. Aber sie konnten ja ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen, und alles rannte durcheinander: Es ging zu wie in Nazareth auf dem Wochenmarkt.

      Als die Engel im Himmel das sahen, ließen sie buchstäblich ihre Flügel hängen. Es ist tröstlich zu wissen, dass auch so unfehlbare Wesen wie Engel nicht an alles denken. Das Mäuslein indessen befand sich in Todesangst. Es glaubte seine letzte Sekunde schon gekommen, da flüchtete es in seiner Not unter die Engelsflügel. lm gleichen Moment fühlte es sich sachte hochgehoben und dem Zugriff der Katze entzogen. Das Mäuslein wusste nicht, wie ihm geschah. Es schwebte bis unters Dachgebälk, dort hielt es sich fest. Außerdem hatte es jetzt einen weiten Blick auf das ganze Geschehen im Stall.

      Die Katze suchte noch ungläubig jeden Winkel ab, aber sonst hatte sich alles beruhigt. Der Hütehund, bewachte die ruhenden Schafe. Die Hirten knieten vor der Krippe und brachten dem Christkind Geschenke dar. Alles Licht und alle Wärme gingen von diesem Kinde aus. Das Christkind lächelte der Maus zu, als wollte es sagen, "Gell, wir wissen schon, wen die Katze hier herunten sucht". Sonst hatte niemand etwas von dem Vorkommnis bemerkt.
      Außer dem Engel, der heimlich lachen musste, als er die Maus mit seinen Flügeln sah. Er kicherte und gluckste trotz der hochheiligen Stunde so sehr, dass sich der heilige Josef schon irritiert am Kopf kratzte.
      Es sah aber auch zu komisch aus, wie die kleine Maus mit den großen Flügeln in die Höhe schwebte. Die erstaunte Maus hing also oben im Dachgebälk in Sicherheit.

      Und ihre Nachkommen erzählen sich noch heute in der Heiligen Nacht diese Geschichte. Macht ihnen die Speicher und Türme auf, damit sie eine Heimat finden - die Fledermäuse - wie damals im Stall von Bethlehem.


      Allen eine schöne Adventszeit voll "Herzlichkeit, Zeit füreinander & Ruhe"




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      Türchen 8


      Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern
      [von Hans Christian Andersen]
      Es war entsetzlich kalt. Es schneite, und der Abend dunkelte bereits. Es war der letzte Abend im Jahre, Silvesterabend. In dieser Kälte und in dieser Finsternis ging auf der Straße ein kleines armes Mädchen mit bloßen Kopfe und nackten Füßen. Es hatte wohl Pantoffeln angehabt, als es von zu Hause fortging, aber was konnte das helfen! Es waren sehr große Pantoffeln. Die waren früher von seiner Mutter gebraucht worden, so groß waren sie. Diese Pantoffeln hatte die Kleine verloren, als sie über die Straße eilte, während zwei Wagen in rasender Eile vorüberjagten. Der eine Pantoffel war nicht wieder aufzufinden, und mit dem anderen machte sich ein Knabe aus dem Staube, welcher versprach, ihn als Wiege zu benutzen, wenn er einmal Kinder bekäme.
      Da ging nun das kleine Mädchen auf den nackten zierlichen Füßchen, die vor Kälte ganz rot und blau waren. In ihrer alten Schürze trug sie eine Menge Schwefelhölzer, und sie hielt ein ganzes Bund in der Hand. Während des ganzen Tages hatte ihr niemand etwas abgekauft, niemand ein Almosen gereicht. Hungrig und frostig schleppte sich die arme Kleine weiter und sah schon ganz verzagt und eingeschüchtert aus. Die Schneeflocken fielen auf ihr langes blondes Haar, das sich schön gelockt über ihren Nacken legte.

      Aus allen Fenstern strahlte heller Lichterglanz und über alle Straßen verbreitete sich der Geruch von köstlichem Gänsebraten. Es war ja Silvesterabend, und dieser Gedanke erfüllte alle Sinne des kleinen Mädchens.
      In einem Winkel zwischen zwei Häusern kauerte es sich nieder. Seine kleinen Beinchen hatte es unter sich gezogen, aber es fror nur noch mehr. Trotzdem wagte das Mädchen nicht, nach Hause zu gehen, da es noch keine Streichhölzer verkauft und noch keinen Heller erhalten hatte. Es hätte gewiss vom Vater Schläge bekommen, und kalt war es ja auch zu Hause. Sie hatten gerade mal ein Dach über dem Kopf, und der Wind pfiff schneidend hinein, obgleich Stroh und Lumpen in die größten Ritzen gestopft waren.
      Ach, wie gut musste ein Schwefelhölzchen tun! Wenn es nur wagen dürfte, eins aus dem Schächtelchen zu nehmen, es gegen die Wand zu streichen und die Finger daran zu wärmen! Endlich zog das Mädchen eines heraus. Und ritsch, da sprühte und brannte es. Das Schwefelholz strahlte eine warme helle Flamme aus, wie ein kleines Licht. Doch es war ein merkwürdiges Licht. Es kam dem kleinen Mädchen vor, als säße es vor einem großen eisernen Ofen. Das Feuer brannte so schön und wärmte so wohltuend! Die Kleine streckte schon die Füße aus, um auch diese zu wärmen, da erlosch die Flamme. Der Ofen verschwand, und das Mädchen hatte nur noch das ausgebrannte schwarze Schwefelholz in der Hand.
      Ein neues wurde angestrichen. Es brannte und leuchtete, und plötzlich war die Mauer, auf welche der Schein fiel, durchsichtig wie ein feines Seidentuch. Die Kleine sah geradewegs in die Stube hinein, wo der Tisch mit einem blendend weißen Tischtuch und feinem Porzellan gedeckt war. Darauf dampfte eine gebratene Gans, köstlich mit Pflaumen und Äpfeln gefüllt. Und was noch herrlicher war, die Gans sprang aus der Schüssel und watschelte mit Gabel und Messer im Rücken über den Fußboden auf das arme Mädchen zu. Da erlosch das Schwefelholz, und nur die dicke kalte Mauer war noch zu sehen.
      Sie zündete ein neues an. Da saß die Kleine unter dem herrlichsten Weihnachtsbaum. Er war noch größer und reicher ausgeputzt als der, den sie am Heiligabend bei dem reichen Kaufmann durch die Glastür gesehen hatte. Tausende von Lichtern brannten auf den grünen Zweigen, und glitzernde Kugeln funkelten auf sie hernieder. Die Kleine streckte beide Hände nach ihnen in die Höhe, da erlosch das Schwefelholz. Die vielen Weihnachtslichter stiegen höher und höher, und sie sah erst jetzt, dass es die hellen Sterne waren. Einer von ihnen fiel herab und zog einen langen Feuerstreifen über den Himmel.

      "Jetzt stirbt jemand", sagte die Kleine leise, denn die alte Großmutter, die allein freundlich zu ihr gewesen war, hatte gesagt: "Wenn ein Stern fällt, steigt eine Seele zu Gott empor!"
      Das Mädchen strich wieder ein Schwefelholz gegen die Mauer, und es warf einen weiten Lichtschein ringsumher. In diesem Glanze stand mit einem Male die alte Großmutter hell beleuchtet, mild und freundlich da.
      "Großmutter", sprach die Kleine, "oh, nimm mich mit dir! Ich weiß, dass du verschwindest, sobald das Schwefelholz ausgeht. Du verschwindest, wie der warme Kachelofen, der köstliche Gänsebraten und der große flimmernde Weihnachtsbaum!" Schnell strich sie den ganzen Rest der Schwefelhölzer an, die sich noch im Schächtelchen befanden, denn sie wollte die Großmutter festhalten. Die Schwefelhölzer verbreiteten einen solchen Glanz, dass es heller war als am lichten Tag. So schön, so groß war die Großmutter noch nie gewesen. Sie nahm das kleine Mädchen auf ihren Arm, und sie schwebten in Glanz und Freude hoch empor. Kälte, Hunger und Angst wichen von dem Mädchen, sie war bei Gott.
      Im Winkel am Hause saß am kalten Morgen ein kleines Mädchen mit roten Wangen und mit Lächeln um den Mund. Es war tot, erfroren am letzten Tage des alten Jahres. Der Morgen des neuen Jahres ging über der kleinen Leiche auf, die mit Schwefelhölzern da saß, wovon fast ein Schächtelchen verbrannt war. "Sie hat sich wärmen wollen", sagte man. Niemand wusste, was sie Schönes gesehen hatte, und dass sie mit der alten Großmutter in den Himmel eingegangen war.
      Dieses Märchen von Hans Christian Andersen (1805-1875) wurde von der Labbé-Redaktion für den Lesekorb nacherzählt. Die Bildcollagen wurden nach Illustrationen von Vilhelm Pedersen (1820-1859) und anderen Illustratoren hergestellt.
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      9. Türchen

      Aus Kölner Weihnachtsgeschichten ...erzählt von Tommy Engel

      (Hungerweihnhachten 1946/1947)


      Jlich nom Krech eng der 40er Johr
      jov et nix ze esse – dat es wohr.
      Do wor et jo schon allerhand,
      wenn de met enem Buur wors verwandt.
      Nit ze verachte, dat es klar,
      wor och d’r Onkel us Amerika.

      Am hellije Ovend – ich schreie Hurra –
      kom e Päckche us Amerika.

      Vun unserer leeve Tant Rösje –
      jefüllt met luter schöne Dösje.

      Ich rieß et op – un reck mingen Hals,
      denn bovven drop tirek drei Pund Schmalz.
      E Kilo Bunnekaffee – un „Wauh“ –
      en jroße Dos met Kakao.
      Un tirek nevvendran, die jode Siel,
      e Büchse met Olivenöl,
      en janz große Dos met Ries,
      zwei Kilo Mähl un e Stöck Kies.
      Dat alles schrev de Tant Rösje
      eijenhändich op jedes Dösje.
      Bloß vun su ner Wießblechdos unge
      hammer keine Zeddel jefunge.

      Wat kunnt jetz en dä Dos do sin?
      Stecks de ens ding Nas eren.
      Ich han et probiert, un och minge Broder Karl:
      dat Pulver wor jeschmacksneutral,
      hät jeschmeck wie enjeschlofene Fööss.
      Su hammer uns dann d´r Kopp zerbroche,
      wat künnte m´r us däm Pulver koche?

      Ming Frau meint: „Do koche m’r jetz eets ens ’ne Brei, Met Millech un Ei.“
      Und häut koot dodrop, un dat mät Senn,
      dat Pulver en die Pann eren.
      „Un jetz,“ su sät de Oma,
      „dozo noch jet Zitronenaroma.“
      Un met jet Peffer, Salz un Öllich
      hät et jot jeschmeck un wor bellich.

      Un dann, et wor su drei Dach drop,
      klärt met enem Breef sich alles op.
      Un uns Tant Rösje schrev: „Ihr Lieben,
      ich schick Euch ein Paket nach drüben.
      Voll mit lauter guten Sachen,
      und hoffe, dass sie Freude machen.
      Was leider ihr noch nicht wisst,
      dass Onkel Schorsch verstorben ist.
      Mit seinen über 80 Jahr
      er immer noch ein Kölner war.
      Seinen letzten Wunsch will ich verkünden:
      auf Melaten will er Ruhe finden.
      Drum sei es so, so wie es sei,
      setzt ihn in aller Stille bei.
      Die Asch’ ist in der Weißblechdose.
      In stiller Trauer Tante Rose“

      Un su hammer, ohne et ze weße
      – un ich weed et em Levve nie verjesse –
      Am hellije Ovend unseren Onkel jefresse!!

      Adventszeit ist´s.
      Laßt uns froh und munter sein-
      Gute Zeit noch bis zum Weihnachtsabend allen!

      Lottelene :P :love: :saint:







      Es war einmal ein Schiff,Befuhr die Meere alle Zeit,und unser Schiff, es hieß die Goldne Nichtigkeit.
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      10. Türchen

      Ich lag und schlief, da träumte mir
      ein wunderschöner Traum;
      es stand auf unserm Tisch vor mir
      ein hoher Weihnachtsbaum.

      Und bunte Lichter ohne Zahl,
      Die brannten ringsumher,
      Die Zweige waren allzumal
      Von goldnen Äpfeln schwer.

      Und Zuckerpuppen hingen dran:
      Das war mal eine Pracht!
      Da gab´s, was ich nur wünschen kann
      Und was mir Freude macht.

      Und als ich nach dem Baume sah
      Und ganz verwundert stand,
      Nach einem Apfel griff ich da,
      Und alles, alles schwand.

      Da wacht´ ich auf aus meinem Traum.
      Und dunkel war´s um mich:
      Du lieber, schöner Weihnachtsbaum,
      Sag an, wo find´ ich dich?

      Da war es just, als rief er mir:
      „Du darfst nur artig sein,
      Dann steh´ ich wiederum vor dir
      Jetzt aber schlaf nur ein!

      Und wenn du folgst und artig bist,
      Dann ist erfüllt dein Traum,
      Dann bringet dir der Heil´ge Christ
      Den schönsten Weihnachtsbaum.
      (Hoffmann von Fallersleben, 1798-1872)

      Ich wünsche allen eine frohe, ruhige und schöne Adventszeit
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      11.Türchen




      Des Lametta

      Em Advent, so kurz vor Weihnachta,
      do goht's hektisch zua,
      von morgands bis obands gar koi Rua.
      S' wird g'hetzt, a probiert, kauft, gmessa,
      hot ma au neamd vergessa.

      So war's vor a paar Johr am heilig Obad,
      des dann no a Sonndig war,
      en d' Kuche hockat mir mit d' Kenderschar,
      sag i zum Ma: "Dua de net drücka,
      du muasch heit no d' Chrischbaum schmücka!"

      Da Widerred meistens nix nitzt,
      hot d'r kurz drauf au scho gschwitzt.
      D' Baum gstutzt, d' Löch'r bohrt und g'sägt
      und en de Ständer eingelegt.

      Dann kommat Kugla, Kerzea, Stera
      und Krippefigura mit Laterna.
      Und zum Schluss - ja Himmelwetta -
      nirgends fend der des Lametta!


      Mir wird ganz hoiß
      und stottrig sag i: "Ja, i woiß,
      zletzt Johr war's arg verschlissa,
      drum hau is doz' mal weggeschmissa.

      Und in dem Chaos von de letzte Tag,
      bei mein'r Arbet, Müh ond Plag,
      hau i s vergessa hei'r,
      i wer mer ois vom Nochb'r leiha!"

      D' Nachb'r lenks, rechts, henda denna,
      hend mir au kois leia kenna.
      Mir guckat uns a verdrossa,
      de Läda send ja au scho gsch'lossa.

      So hau i zua de Kender g'seit:
      "Des Johr gibt's kois zur Weihnachtszeit!"
      Dia Jonge hend dann gheilt und plärrat,
      bis d'r Papa hot erklärat:

      "Herat auf mit dem Gezetta,
      ihr kriegat an Baum mit viel Lametta!"
      I konnt es zwar no net begreifa,
      wo nimmt der her die Silberstreifa.

      Er got en d' Kuche, sucht a Messer
      und sieht die Dos Hengstaberg Mildessa.
      So denkt er et lang noch,
      do liegt dia Lösung eingebettet,
      das Weihnachtsfescht, es isch gerettet.

      Schnell ham'r dean Deckl aufgedreht,
      des Kraut plattdruckt, so guat es geht,
      zum Trockna oinzeln aufgehengt,
      dann no g'föhnt, aber et v'rbrennt.

      Dia trockne Stroifa - recht verblicha,
      mit Silberbronze angestricha,
      auf boide Seita "Silberkleid",
      o freue dich, du Chrischtenheit.

      De Chrischbaum war oimalig schea,
      wia selta ma hat oin g'sea.
      Zwar roch's a bissle süßsauer bei dera Bescherung,
      g'schmacklich gab's a Überquerung,
      weil er mit Benzin g'wescha hot dia Hend,
      mit Nitro abgschruppat die Wend.

      D'zu no mei Räucherkerz und Myrrhe,
      der Duft d' Familie leicht verwirre.
      Und jeder denkt sich still verwondert:
      "Da riachts nach technischem Jahrhondert."

      A Woch danach i hock im Sessel,
      d' Bauch no voll mit Weihnachtsessa,
      wieder a Sonnig und Sylvester.
      Sag i zom Ma: "Du woisch Bescheid,
      s' kommat heit zur Obadszeit:
      Schulzes, Lehmanns ond d' Meier
      zua unserer Silvesterfeier.

      S' gibt a Essa wia bei de Fürsta,
      nämlich Sauerkraut mit Würstla."
      I schrei auf, entsetzt hau i g'schaut,
      am Chrischbaum hengt des Sauerkraut!

      Hau vergessa nui's zom b'sorga,
      No muss es halt beim Nochb'r borga.
      D' Nachb'r lenks, rechts, henda denna,
      hot mir au kois leia kenna.

      Mir gugat uns a verdrossa,
      d' Läda send ja au scho g'schlossa!
      Wieder war's mei Ma, der uns gerettat,
      nehmt ra vom Baum des ganz Lametta,
      mit Terpentin und viel Bedacht
      hot er des Silber abgekratzt.

      Des Kraut no gründlich duregwässert,
      mit a bissle Essig no verbessert.
      D'zua no Nelka, Pfeffer, Salz
      und an große Leffel Gänseschmalz.

      Warm g'macht mit ra großa Hitze,
      des Kraut, des funkelte und blitzte!
      Wo i des Kraut dann später hau serviert,
      isch dann no folgendes passiert:

      Die Rosa, die musst niesa,
      aus ihre Nes, da sah ma spriesa,
      tausend kloine Silberstera!
      D' Meier seit: "So hau i se gera!"


      Anna secht zu ihrem Franz:
      "Dei Goldzah hot heit Silberglanz!"
      Unser Bua, der musste mal,
      er schreit: "Mama, i hau heit en Silberstrahl!"

      So gab's noch dem besondra G'richt,
      no mehrere so gladde G'schicht.
      Wo se dann hoimganga send, die Gäste,
      hend se gmoint zu mir:
      "S' hot uns gut g'falla hier bei dir.
      Doch dei Stuba wär viel netta,
      hättesch am Chrischbaum k'hett Lametta!"

      Schöne Adventszeit und frohe Weihnachten. Euer Corvi


      PS: Sextoys nur aus Harthölzern ( sonst Splittergefahr! )