Wir coronieren

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      Es gibt nun einen ersten Nachweis von mehreren Fällen der neuen UK-Virusvariante durch Tests. An der Kölner Uniklinik wurden 200 positive Corona-Testproben nachträglich auf die neue Variante B.1.1.7 getestet, und es gab 5 derartige Fälle.

      www1.wdr.de/nachrichten/rheinl…eln-nachgewiesen-100.html

      Bisher erfolgten Nachweise der neuen Variante vor allem bei Einzelpersonen, die aus UK angereist waren.

      In Dänemark wurde schon länger systematisch getestet, dort betrug der Anteil der neuen Variante an den Infektionen 2,3%. Dem entsprechen obige Zahlen.

      Vermutlich gibt es in den nächsten Tagen mehr Ergebnisse von nachträglichen Analysen, so dass wir besser wissen, wie stark die neue Variante bei uns verbreitet ist.

      Natürlich fragt sich jeder, ob unser jetziger Lockdown ausreicht, um die Verbreitung der neuen Variante aufzuhalten. Der Lockdown, den England im November hatte, reichte dafür nicht aus; aber er war, denke ich, schwächer als unser jetziger. Falls bei uns die derzeitigen Zahlen zurückgehen, fragt sich, ob die neue Variante zunimmt.

      Prognosen sind, denke ich, sehr unsicher. Falls aber die derzeitigen Zahlen nur schwach zurückgehen oder falls die neue Variante zunimmt, dürfte eine Verschärfung der Maßnahmen erfolgen. Die Hoffnung ist, die neue Variante zu verzögern, bis das Frühjahr und die erfolgten Impfungen mithelfen.
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      Hier mal zwei Geschichten wie der Lock/Shutdown ganz einfach umgangen wird.
      Kollegin 1:
      Ihr Mann ist selbstständig und sie ist (angeblich) bei ihm angestellt.
      Er pendelt, auf Grund seiner Selbstständigkeit, zwischen Deutschland und Polen.
      Seine Frau, die ja bei ihm angestellt ist, nutzt die Selbstständigkeit ihres Mannes auch um zwischen Deutschland und Polen zu pendeln.
      Sie nutzt diesen Pendelverkehr aber nicht beruflich, sondern ausschließlich um ihre Eltern zu besuchen.
      Kollegin 2:
      Ihre Tochter zog im April letzten Jahres mit ihrem Freund zusammen.
      Nun hatten ihre Eltern folgende Idee:
      Die Tochter bleibt bei den Eltern angemeldet und gehört somit zum Haushalt, obwohl sie jetzt 30KM entfernt wohnt.
      Darüber hinaus kann der Freund der Tochter nun auch zu Besuch kommen, weil eine zusätzliche Person ja erlaubt ist.
      Und diese beiden Kolleginnen kommen dann puppenlustig zur Arbeit und es interessiert sie nicht,
      daß sie durch ihr Verhalten andere Kolleginnen und Kollegen gefährden könnten.
      Solch ein Verhalten finde ich unverschämt, unverantwortlich und fahrläßig!

      Nun noch 2 Geschehnisse aus dem engsten Freundes/Familienkreis.
      Einem sehr guten Freund von uns muß der Fuß/Unterschenkel auf Grund von diabetischer Polyneuropathie, Charcotfuß nebst Ulcus abgenommen werden.
      Dieses sollte letzte Woche Donnerstag passieren.
      Früh morgens lag er schon im OP-Hemd im Zimmer, bekam nichts zu essen und wartete.
      Um 15:00 Uhr hatte er die Nase voll, zog sich um und bat um etwas zu essen.
      Freitag, Samstag und Sonntag das gleiche Spiel. Montag wurde er sogar schon in den Wartesaal (vor dem) OP geschoben. 10 Minuten später wieder nach oben, OP wieder verschoben.
      Gestern war es dann soweit. OP war so gegen 12:30 Uhr. Aber jetzt kommt es:
      Seine Frau rief uns gestern gegen 22:00 Uhr an und weinte bitterlich. Sie hat keinerlei Informationen und weiß nicht, wie es ihrem Mann geht. Sie hat alle, ihr zur Verfügung stehenden, Telefonnummern durchprobiert und konnte niemanden erreichen. Nicht nur, daß sie ihn nicht im Krankenhaus besuchen darf, sie bekommt auch keine kurze Info und kann selbst Niemanden im Krankenhaus erreichen.
      Das ist grausam!

      Meiner Schwiegermutter müßen, nach einem Herzinfarkt im September, noch 2 Stents gesetzt werden.
      Am Montag sollte das intensive Vorgespräch stattfinden und sie sollte noch diese Woche operiert werden.
      Fazit:
      Das Gespräch fand unter Zeitdruck zwischen Tür und Angel statt und die OP ist auf unbestimmte Zeit verschoben.
      Begründung:
      Viele Ärzte und Schwestern sind krank und das Krankenhaus ist überbelegt. Man sagte ihr lediglich, sie soll mit gepacktem Koffer parat stehen, falls ein Anruf kommt und sie doch noch dazwischen geschoben werden kann. Auch das ist grausam!
      Sie hat keine Ahnung, ob sie nun eine Vollnarkose oder eine Lokalanästhesie bekommt. Sie hat keine Ahnung, wie lange sie, nach dem Eingriff, im Krankenhaus bleiben muß, usw …
      Und dann hört man,
      Landeshopping mit scheinheiligen Begründungen und Hochzeitsfeiern mit 300 Personen.

      Menschen die sich (in der heutigen Zei), so verhalten, sollte man in einem F1 Boliden mit 500KmH (unangeschnallt) über den Nürburgring jagen!
      Vielleicht überleben sie es, wenn nicht ………… Pech gehabt!

      Post by Gambitspieler ().

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      Ich kann Deinen Unmut über Deine zwei Kolleginnen zum Teil verstehen @ Schmiddi,
      dennoch zeigt sich an diesen Beispielen, wie schwierig es ist, wenn staatliche Lockdown Maßnahmen in den privaten Bereich angewandt werden sollen, um die Kontakte zu reduzieren, auf der anderen Seite die Arbeit an sich nicht verboten wird. (ernstgemeinte Satire) 8)
      Dieses Beispiel mit Polen wird wohl auch kein Einzelfall sein , Deutschland hat vor allem im süd westlichen Grenzbereich weitere europäische Nachbarländer mit ähnlichen Problemen, auch zwischen den einzelnen Bundesländern wird es zig tausende dieser Fälle geben.

      Bei der 2. Kollegin musste ich etwas schmunzeln, sollte dieses Beispiel nichts mit den Bezug von Hartz 4 zu tun haben, ;) ,war die Entscheidung Deiner Kollegin sehr weitsichtig ,bin mir ziemlich sicher, das es da noch ganz andere Fälle gibt, die unser aller Wohl gefährden. :)

      P.S. Es wird immer schwierig und disskutabel, wenn vom Staat Gesetze erlassen werden, die rechtlich auf wackeligen Füßen stehen, gerade in diesen Fällen sind Schllupflöcher vorprogrammiert.

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      Noch einmal zu Post 3379

      @OnkelIT schrieb:
      "Ich denke mal es ist auch eine Sache des Datenvolumens. Eine Meldung "300 Tote" braucht in allen Stadien weniger Manpower und Rechnerkapazität als 300 Meldungen mit "Gestorben am ...". Gerade in überlasteten Krankenhäusern hat man vermutlich aktuell so viel zu tun, dass man jede Chance zur Erleichterung nutzt."

      Ich habe mal gegoogelt: Es gibt in Deutschland ca. 1925 Krankenhäuser und 400 Gesundheitsämter.

      Jetzt wird es schon wieder makaber:
      Wir sind jetzt leider bei ca. 1000 coronabedingten Todesfällen pro Tag.
      Das macht also am Tag im Mittel rund 0,5 Todesfälle pro Krankenhaus und 2,5 Todesfälle pro Gesundheitsamt.

      Ironie Anfang
      Diese ungeheure Datenmenge (Datum + Anzahl der Todesfälle - mehr steht ja nicht in der veröffentlichten Statistik des RKI) sollte doch meldetechnisch auch taggenau zu bewältigen sein.
      Ironie Ende
      Der Sieg der Zeit über das Material erfordert Opfer!

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      Schmiddi

      Wenn ich lese,wie der Lockdown übergangen wird und das ist mit Sicherheit kein Einzelfall,dann kan ich mir vorsellen,daß dieser und andere Tricks,den Lockdown zu umgehen der Hauptgrund ist für die Behauptung,der "Lockdown bringt nichts"

      Der stärkste Lockdown kann nichts bringen,wenn er nicht befolgt wird.
      Diejenigen,die so schlau sind und den Lockdown austrichsen,sind Schuld daran,daß er immer wieder verlängert wird und
      denen,die sich daran halten,schaden.
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      Noch ein wenig Zahlensalat:

      Das RKI hat in der heute veröffentlichten Excel-Tabelle folgende Werte angegeben:
      BerichtsdatumAnzahl COVID-19-FälleDifferenz Vortag FälleTodesfälleDifferenz Vortag TodesfälleFall-Verstorbenen-AnteilFälle ohne Todesfälle
      13.01.20211.953.42619.60042.6371.0602,18%1.910.789

      In dieser Tabelle ist die Dunkelziffer nicht berücksichtigt. Wie ich bereits mit Quellennachweis gepostet habe, geht RKI-Chef Wieler von einem Faktor zischen 4 und 6 bei der Dunkelziffer aus.
      Die Dunkelziffer wirkt sich wohl kaum auf die Todesfälle aus (die sollten halbwegs exakt erfasst sein). Aber die anderen Werte müssten mit dem Faktor der Dunkelziffer multipliziert bzw. beim Fall-Verstorbenen-Anteil durch diesen dividiert werden.

      Unter der beispielhaften Annahme, dass die Dunkelziffer beim Faktor 5 liegt, ergäbe sich dann folgende Tabelle:
      BerichtsdatumAnzahl COVID-19-FälleDifferenz Vortag FälleTodesfälleDifferenz Vortag TodesfälleFall-Verstorbenen-AnteilFälle ohne Todesfälle
      13.01.20219.767.13098.00042.6371.0600,44%9.553.945

      Wenn man die Anzahl der Fälle ohne Todesfälle durch die Einwohnerzahl Deutschlands dividiert (9.553.945 / 83.020.000) kommt man auf einen Wert von 11,5 % der Bevölkerung, von denen man annehmen kann, dass diese durch die überstandene Erkrankung bereits immunisiert sind.

      Fazit:
      Das ist natürlich alles spekulativ aber immer noch weitaus realistischer als die erste Tabelle.
      Insbesondere wird durch
      den geringeren Anteil der Verstorbenen die Gefährlichkeit von Covid-19 relativiert.
      Der Sieg der Zeit über das Material erfordert Opfer!

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      Bademeister wrote:

      Kjeld, Danke für das Posten des Videos in #3.384
      19:55 "Ich will nicht durch Zwangsmaßnahmen geschützt werden!"
      Wer würde diesen Satz nicht unterschreiben?
      Du willst nicht, wirst aber bereits in vielen Bereichen geschützt (unabhängig von Corona). Als Bademeister hast Du Vorschriften im Umgang mit Chemikalien zu beachten, dann gibt es noch Arbeitsschutz, Sicherheitsgut, Airbag, Führerschein, TÜV, Feuermelder in Wohnungen, Produktvorschriften etc.
      Ausserdem wendest auch Du Zwangsmaßnahmen zum Schutz an, z. B. springen vom Beckenrand verboten
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      Bademeister wrote:

      Kjeld, Danke für das Posten des Videos in #3.384
      19:55 "Ich will nicht durch Zwangsmaßnahmen geschützt werden!"
      Wer würde diesen Satz nicht unterschreiben?
      Da hast Du den ausgelegten Köder geschluckt.

      Was für ein Egoismus. Ich ich ich. Um es klar zu sagen: Darum geht es nur wenig (ich würde diesem Herrn lieber sagen, dass es um ihn überhaupt nicht geht, dass er irrelevant und mir völlig egal ist!)

      Es geht um die Gefahr für die Anderen.

      Auch die, die bestens darauf achten, können es nicht völlig abwenden und werden teilweise sogar aggressiv angegangen. Ich erinnere an den post 3085 von @Meffi .
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      „Natürlich hat die Mehrheit nicht immer recht, und schon gar nicht nur deshalb, weil sie die Mehrheit ist.
      Aber wenn man auf der Autobahn merkt, dass alle anderen Fahrzeuge einem entgegenkommen und keins in die gleiche Richtung fährt wie man selbst, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man ein Geisterfahrer ist.“
      Detlev Fleischhammel – Deutscher Theologe

      (Man beachte bitte im folgenden Text die Groß- und Kleinschreibung in „Recht“ und „recht“ und die unterschiedliche Bedeutung beider Wörter.)
      Natürlich hat die Mehrheit nicht immer recht, aber sie hat immer das Recht auf ihrer Seite und damit das Recht, sich gegen Minderheiten durchzusetzen. Das ist ein Wesenszug der Demokratie, so wie sie bei uns verstanden wird.

      Das gilt erst recht, wenn sich die Mehrheit in einer Meinungsverschiedenheit auf eine Mehrheit unter den maßgeblichen Wissenschaftlern und Fachleuten stützen kann.
      Da kann dann die Minderheit hadern wie sie will, es wird ihr nichts nützen.

      Die Mehrheit der Einsichtigen befolgt die Maßnahmen der Lockdowns im Wesentlichen, auch wenn diese nicht immer nachvollziehbar, manchmal gar widersprüchlich und scheinbar auch nicht genügend wirksam sind.
      Jede Maßnahme, die nur ein wenig bewirkt, ist besser als keine.

      Die Mehrheit der Einsichtigen wird sich impfen lassen und damit auch der Minderheit der Uneinsichtigen den Arsch retten, denn allein durch Lockdowns ist die Epidemie offensichtlich nicht in den Griff zu kriegen.
      Es geht in erster Instanz darum, die Gesellschaft als Ganzes wieder funktionsfähig zu machen.

      Es liegt aber in der Tat in der Entscheidungsgewalt jedes Einzelnen, ob er sich in den Dienst dieser Aufgabe stellt oder ob er sein eigenes kleines Ich als primär betrachtet.
      Der Sieg der Zeit über das Material erfordert Opfer!

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      Zu Söders Vorschlag, eine Impfpflicht für Pflegepersonal "zu diskutieren", nachfolgender Kommentar einer Pflegerin. Diesen würde ich voll unterstützen.

      n-tv.de/panorama/Wir-sind-kein…eiss-article22287864.html

      In den Medien, die über Söders Vorschlag berichten und ihn diskutieren, wird nur selten (habe mir extra mehrere daraufhin angesehen) berichtet, dass es zur Zeit unklar ist, ob die Impfung auch Andere schützt.

      Es gibt Experimente mit Affen, die sogar eher darauf hinweisen, dass kein Schutz der Anderen erfolgt, aber das Ergebnis ist nicht völlig sicher und außerdem für den Menschen offen.

      Ferner haben wir zur Zeit nicht genug Impfstoff für alle Freiwilligen unter den über 80-jährigen, also was soll dieser Vorschlag? Wie ein Kommentator sagte: Es gibt 2 Möglichkeiten:
      1. Es wird gemacht. Dann war Söder der Erste, der es vorschlug. Oder:
      2. Es wird nicht gemacht. Dann hat er die Diskussion angeregt; damit bleibt er in Erinnerung.

      Eine derartige Politisierung ist der Lage unwürdig.

      Dieser Vorschlag von ihm bleibt in meiner Erinnerung, und, sorry, in sehr schlechter.
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      In Frankreich wird die Verbreitung der neuen UK-Virusvariante nun in großem Rahmen untersucht. Erste Resultate zu den freiwilligen Testungen der Bevölkerung in Bagneux (siehe frühere posts) werden nach dem Wochenende erwartet.

      Der französische Gesundheitsminister Olivier Véran sagte gestern auf Grund von diversen eintreffenden ersten Resultaten, dass er mit mindestens ca. 1.000 Fällen der neuen Virusvariante in Frankreich rechne.

      linternaute.com/actualite/guid…esilien-ce-que-l-on-sait/

      Damit geht es über Einzelfälle von Reisenden klar hinaus und es hat eine erste Verbreitung in der Bevölkerung stattgefunden.