Wertungsspiele (Angebote/Gesuche) und ELO für HdfL Spieler

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • New

      Hallo liebe Schachfreunde von HdfL,

      in einer PN an mich kam die Frage nach den HdfL-Siegquoten auf.
      Ich möchte Euch allen diese Information zu kommen lassen.


      Ich habe soeben die 683 (Stand per heute) gespielten HdfL-Wertungspartien geprüft:

      303 Siege für Weiss (44 %)
      10 Remis (2%, Anmerkung: Remis in KO-Turnieren werden als Siege/Niederlagen gewertet)
      370 Siege für Schwarz (54 %)


      Viele Grüße und weiterhin viel Freunde an HdfL
      dangerzone
    • New

      Ich habe den schon länger den Eindruck, das Schwarz bei HdfL, etwas von dem profitiert, was Harald Keilhack als Reflextheorem bezeichnet hat.
      Ich selber habe das u.g. Buch zwar nicht, mir ist nur der Umstand bekannt, dass er das aufgeworfen bzw. beschrieben hat.


      Die KI beschreibt mir das so:
      Harald Keilhack widmete diesem Konzept (Reflextheorem) ein sehr langes, tiefgründiges Kapitel in seinem Kultbuch „Der Königsgambit-Komplex“ (erschienen im Verlag Schachverlag Kania).
      Die Kernthese des Reflextheorems beschreibt exakt das Phänomen:

      * Der Nachteil, Weiß zu sein: Die Theorie besagt, dass der erste Zug für Weiß keineswegs ein reiner Vorteil ist. Indem Weiß den ersten Zug macht, muss er sich als Erster unweigerlich festlegen und schafft damit Schwächen in der eigenen Stellung (z. B. ungeschützte Felder hinter dem vorgezogenen Bauern).
      * Der Vorteil des Reagierens: Schwarz befindet sich in der komfortablen Position des Konterspielers. Er muss nicht agieren, sondern kann die von Weiß geschaffenen Fakten analysieren und eine exakt darauf abgestimmte, maßgeschneiderte Reaktion (bzw. einen Reflex) wählen.
    • New

      Hallo HdfL-Freunde,

      aufgrund der aktuellen Diskussion zur Farbwahl und einem vermeintlichen Weiß-Vorteil habe ich mir die Mühe gemacht und die gesamte Datenbank von aktuell 683 Partien tiefgehend analysiert. Ich habe diese Daten gemeinsam mit einer KI (Künstlichen Intelligenz) ausgewertet, um die mathematische und spieltheoretische Realität unserer Variante offen und fair mit euch zu teilen.

      Die nackten Zahlen zeigen ein faszinierendes Bild:

      1. In Partien OHNE freie Farbwahl (Schweizer System & freie Partien = 365 Spiele) gewinnt Schwarz mit 51,0 % zu 46,6 % (Rest Remis). Das beweist das sogenannte Reflextheorem (nach Harald Keilhack): Schwarz hat bei HdfL durch die Konterstellung und das Matt-Verbot einen echten, eingebauten Systemvorteil.

      2. In den Ligapartien (mit ELO-Farbwahl = 318 Spiele) schießt die Schwarz-Quote sogar auf 57,5 % hoch. Hier zeigt sich die Psychologie: ELO-schwächere Spieler wählen sehr oft Weiß (im Glauben an den klassischen Anzugsvorteil). Da Weiß bei HdfL aber strategisch schwerer zu spielen ist, führt dies im Zusammenspiel mit dem ELO-Unterschied zu einer extremen Häufung von Schwarz-Siegen.


      Fazit & Ausblick für die Folgeauflage:
      Die Kritik und die Fragen zur Farbwahl waren absolut berechtigt. Da wir uns mitten in den laufenden Turnieren der 1. und 2. Liga befinden, werden die aktuellen Saisons selbstverständlich ohne Regeländerungen zu Ende gespielt.
      Für die jeweils nächste Auflage der 1. Liga sowie der 2. Liga wird die Turnierordnung (TO) jedoch angepasst. Um den Wettbewerb maximal fair zu gestalten, wird das freie Wahlrecht dort ab Runde 2 durch ein reguläres Farb-Ausgleichs-System (Wechsel-Priorität) ersetzt.
      Bei individuellen Partien außerhalb des Ligenbetriebs bleibt die Farbwahl natürlich weiterhin komplett frei und euch selbst überlassen.


      Vielen Dank für euren wertvollen Input und weiterhin spannende Partien hinter der feindlichen Linie!
      dangerzone

      ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------


      1. Ligenbetrieb (1. und 2. Liga):
      * In Runde 1 darf sich der nach Startliste jeweils ELO-schwächere Spieler die Spielfarbe aussuchen und lädt den Gegner ein.
      * Ab Runde 2 wird das freie Wahlrecht durch ein Farb-Ausgleichs-System ersetzt, um maximale sportliche Fairness zu garantieren. Die Farbwahl einer Paarung wird strikt nach folgender Rangfolge (Prioritäten) ermittelt:
      1. Farb-Ausgleich (Höchste Priorität): Hat ein Spieler in den bisherigen Runden des Turniers seltener Weiß gehabt als sein Gegner, erhält er in dieser Runde automatisch Weiß.
      2. Farb-Wechsel: Haben beide Spieler in den Vorrunden exakt gleich oft Weiß und Schwarz gehabt, erhält derjenige Spieler Weiß, der in der unmittelbar vorangegangenen Runde Schwarz hatte.
      3. ELO-Bedingung (Tiebreaker): Haben beide Spieler die exakt gleiche Farb-Historie (z. B. beide hatten in Runde 1 Weiß), greift das Wahlrecht: Der nach aktueller Runden-Tabelle ELO-schwächere Spieler darf sich die Spielfarbe aussuchen.
      * Der Spieler, der nach dieser Prüfung Weiß zugewiesen bekommen hat (oder Weiß wählen durfte), lädt den Gegner ein.


      2. Individuelle Partien außerhalb des Ligenbetriebs:
      Bei allen individuellen Partien auf der Plattform bleibt die Farbwahl weiterhin komplett frei. Die Spieler vereinbaren die Verteilung der Farben (oder eine Doppelpartie) eigenständig bei der Herausforderung. Die Ergebnisse fließen wie gewohnt in die HdfL-ELO ein.

      Hinweis zur Regeländerung: Diese Anpassung basiert auf einer umfassenden statistischen Datenbankanalyse von 683 HdfL-Partien, die in Zusammenarbeit mit einer KI (Künstlichen Intelligenz) durchgeführt und spieltheoretisch ausgewertet wurde.
    • New

      Hallo dangerzone,

      erstmal Danke für dein Engagement!

      Unbewusst hatte ich einen Anstoß zur Diskussion der Farbwahl gegeben. Mein ursprünglicher PN-Post sollte nicht als Kritik verstanden werden!

      Wurde bei deiner Statistik der weiß / schwarz Siege die jeweiligen ELO-Differenz der Spieler mit betrachtet? Das spielt eine gewaltige Rolle.

      Wenn ich die Diskussion im Forum richtig verstanden habe, dann soll weiß Nachteile erlangen (strategische vs. schwarz Konterspiel). Dies kann bei etwa gleichstarken Kontrahenten nicht bestätigt werden. Eher das Gegenteil war die Realität. In Runde 1 hatten in den letzten beiden Turnieren der 1. Liga jeweils die leicht ELO-schwächeren weiß gewählt und wie folgt gewonnen.
      - 1. Liga Frühjahr 2025, 1. Runde 3:1 Weiß-Siege.
      - 1. Liga Sommer 2025, 1. Runde 4:0 Weiß-Siege.
      Ergo, bei etwa gleichwertigen Spielern hat weiß Anzugs-Vorteile.

      Ab Runde 2 hatten sich die mitunter deutlich stärkeren Spieler mit schwarz durchgesetzt. Die ELO-Differenz beider Spieler war höher als in Runde 1. Ob die Siegquotte mit dem Kontervorteil begründet werden kann, mag bezweifelt werden. Wohl eher gewisses Spielverständnis. Bitte nicht missverstehen, ist nicht arrogant gemeint!
      - Runde 2 bis Finale 2:4 Weiß-Siege.
      - Runde 2 bis Finale 0:6 Weiß-Siege.

      Über die gesamten letzten beiden Turniere in Liga 2 sind die Siege Weiß vs. Schwarz zu ca. 50% verteilt.


      Mit der geplanten Änderung erst ab Runde 2, liegt womöglich ein ungewollter Denkfehler vor, wenn Fairness im Vordergrund stehen soll.
      Ansetzungen stehen sich in Runde 1 zwei fast gleichwertige Kontrahenten gegenüber. Farbwahl = nicht "maximal fair", siehe letzten Turniere 1.Liga.
      In jeder weiteren Runde, erhöht sich die ELO-Differenz beider Parteien. Daher sollte ab Runde 2 weiterhin die Farbwahl dem schwächeren zugestanden werden. Wohl mit dem Wissen deiner umfangreichen Auswertung im Forum. Einen Farbausgleich würde ich hier nicht favorisieren. Hier sehe ich die Fairness weiterhin in der Farbwahl.

      Daher sehe ich eine Änderung nur in Runde 1 als nötig.

      PS: Das HdfL auch auf einer anderen Schachplattform gespielt wird, wusste ich nicht. Der Gedanke einer "Verlängerung" kam mir zum Ende des Matches mit Schachlöwe22.

      VG Schaedel
    • New

      Schaedelhirntrauma wrote:

      Wurde bei deiner Statistik der weiß / schwarz Siege die jeweiligen ELO-Differenz der Spieler mit betrachtet? Das spielt eine gewaltige Rolle.

      Hallo Schaedelhirntrauma,

      nein, ELO Differenzen wurden dabei nicht berücksichtigt. Die TO lag aber der KI vor.

      Da in der 2. Liga (abweichend von der 1. Liga) nach Arena-ELO gepaart wird, weil diese ja auch Neueinsteigern offen steht, bewirken Siege/Niederlagen (durch die T-Partien) im Turnier, keinerlei Änderungen an der zugrundeliegenden Basis-ELO. So könnte z.B. ein unerfahrerer Einsteiger mit recht hoher Arena-ELO, durchaus 3x Schwarz bekommen, wenn er die letzte Runde erreicht. Damit hier eine bessere Durchmischung,Abwechlung und Spielerfahrung erzielt wird, soll diese Neuregelung auch erreichen.

      Gruß
      dangerzone
    • New

      Ich habe mir jetzt nochmal die Arbeit gemacht, alles so gut es geht zu filtern.
      Da ich die ELO nicht mit abspeichere, kann ich danach nichts filtern.


      Ergebnisse 1. Liga aus 183 Partien

      71 Siege mit Weiß = 39 %
      3 Remis = 2 %
      108 Siege mit Schwarz = 59 %



      Ergebnisse 2. Liga aus 129 Partien

      58 Siege mit Weiß = 45 %
      1 Remis = 1 %
      70 Siege mit Schwarz = 54 %


      ------------------------------------------------------------------------------


      Dagegen auch noch die Ergebnisse von Power HdfL (= C-960, Schweizer System, also ohne Farbwahl) aus 193 Partien

      94 Siege mit Weiss = 49 %
      4 Remis = 2 %
      95 Siege mit Schwarz = 49 %


      Gruß
      dangerzone