Magnus Carlsen Invitational (18. April - 3. Mai 2020)

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    • Phantastisch! Magnus Carlsen etabliert sich damit nicht nur als hervorragender und längere Zeit weltführender Schachspieler, sondern auch als jemand, der etwas im Schach bewegt, nämlich zum einen im Online-Schach, zum anderen in der Preiskategorie, um etwas den Anschluss an andere Sportarten herzustellen. Viele GMs werden ihm dafür sehr dankbar sein. Ich denke, dieser Einfluss auf's Online-Schach wird in sein "Vermächtnis" als Weltmeister eingehen. Sehr schön finde ich auch die "Leichtigkeit", mit der dies passiert. Natürlich, etliche Personen helfen ihm bei der ganzen Organisation, aber es ist erstaunlich, dass schon so bald wieder derartig hochklassige und hochdotierte Turniere stattfinden.

      Habe nirgendwo ein Wort dazu gefunden, wer dies finanziert ... Er selbst? Er könnte es, aber die Summe ist wohl doch etwas zu hoch. Durch vermehrte Mitglieder bei Chess24? Es dürften viel zu wenig neue Mitglieder sein. Durch Werbung im norwegischen Fernsehen? Vielleicht durchaus zum Teil. Ich vermute, es ist ein Mäzen, der aber offenbar völlig im Hintergrund und bisher ungenannt bleibt, oder weiß jemand etwas dazu?
    • Magnus Carlsen hat in 2014 die Firma Play Magnus gegründet, die seitdem das Smartphone-Schach dominiert. Am 15. März 2020 meldete chess24 die Fusion mit Play Magnus: Chess24 und Play Magnus bündeln ihre Kräfte. chess24 und Play Magnus bleiben jedoch weiterhin getrennte Marken.

      Der Wert des fusionierten Unternehmens wird auf 30 Millionen EUR geschätzt. Magnus Carlsen und sein Vater halten etwa ein Viertel der Aktien. Größter Aktionär ist fortan die Holdinggesellschaft der chess24-Gründer Jan Gustafsson und Enrique Guzman, der 38 Prozent der Aktien gehören.

      Der Artikel von Conrad Schormann: Großaktionär Gustafsson erläutert die Hintergründe.


      Mit einer finanzstarken Firma im Hintergrund kann Carlsen die Preisgelder für die Turniere, die in einer ansonsten sportfreien Zeit natürlich einen Riesen-Werbeeffekt für das Schach haben, vermutlich relativ leicht stemmen - gut für uns alle, die dadurch Weltklasse-Schach präsentiert bekommen.
    • Lindores Abbey Chess Challenge (19. Mai - 3. Juni 2020)

      Das zweite Turnier der Tour ist etwas für die Freunde eines edlen Tropfens. Was es mit dem Namen auf sich hat, erläutert Andre Schulz in Lindores Abbey Chess Challenge: Vier mit drei

      Der Titelsponsor ist eine Whisky- Destillerie in Schottland. Man sagt, in der einstigen Lindores Abtei wurde der Whisky erfunden. Vor kurzem wurde die Destillerie neu gegründet, hat aber noch keinen Whisky. Bevor aus dem Brauergebnis Whisky wird, müssen mindestens vier Jahre vergehen. Für einen guten Whisky reicht das aber nicht. 12 Jahre sollten es schon sein, besser 16 oder 24 Jahre. Man kann aber in der Abtei jetzt schon ein Fass Whisky kaufen und in zwölf Jahren abholen oder sich Flaschen schicken lassen. Man sieht, Whisky passt gut zum Schach: Man muss langfristig denken.


      Als Vorrunde wurde ein elfrundiges Turnier gespielt, in dem 4 der 12 Teilnehmer eliminiert werden mußten. Dabei traf es Alexander Grischuk, Alireza Firouzja, Jan-Krzysztof Duda und Wei Yi, die die letzten 4 Plätze belegten und das Turnier vorzeitig verlassen müssen.


      Im Viertelfinale werden jeweils 3 Mini-Matches über jeweils 4 Schnellpartien (+ Armageddon bei Gleichstand) gespielt. Hier stehen sich gegenüber:


      Hikaru Nakamura - Levon Aronian 3 : 2, 3 : 1

      Yu Yangyi - Ding Liren 3 : 2, 1,5 : 2,5

      Magnus Carlsen - Wesley So 2,5 : 0,5

      Daniil Dubov - Sergei Karjakin 3 : 0


      Nakamura hat die beiden ersten Minimatches gewonnen und steht damit als erster Halbfinalist fest. In den anderen Paarungen fällt die Entscheidung in den nächsten Tagen.



      Berichte zum Viertelfinale:
      Nakamura und Yu Yangyi gewinnen erste Mini-Matches des Final-8

      Carlsen und Dubov legen vor


      Daniel King zeigt den Sieg von Daniil Dubov gegen Sergei Karjakin in der dritten Partie:


    • Hikaru Nakamura - Magnus Carlsen 0:3, 2,5:1,5, 3:2
      Daniil Dubov - Ding Liren 2,5:1,5, 2,5:0,5

      Dubov landete einen ungefährdeten Zweisatzsieg gegen Ding. Im anderen Halbfinale ging es dagegen höchst dramatisch zu: Carlsen sah nach dem soeveränen 3:0 im ersten Satz schon wie der sichere Sieger aus. Aber dann drehte Nakamura auf und schaffte mit zwei überragenden Leistungen im zweiten und dritten Satz noch die Wende.

      Daniel King zeigt uns die erste Partie des zweiten Satzes ("this is great stuff!"), in der Carlsen ein mögliches Dauerschach verschmähte, was von Nakamura eiskalt bestraft wurde. Dieser Sieg stellte die psychologische Wende im ganzen Match dar.



      Das Finale Dubov - Nakamura beginnt übermorgen (Montag, 1. Juni). Aufschlag zum ersten Satz ist um 16 Uhr.
    • Nakamura gewann den ersten Satz mit 2,5 : 1,5. Heute im 2. Satz schlug Dubov energisch zurück - ebenfalls mit 2,5 : 1,5.
      Hier der Sieg von Dubov in der ersten Partie, in der er eine mustergültige Behandlung des Alapin-Sizilianers mit Schwarz zeigte, und die vierte Partie, in der Nakamura als Schwarzer in einer "must win" den Leningrader Holländer auspackte:



      Damit herrscht Satzgleichstand, und die Entscheidung im Finale fällt im dritten Satz morgen ab 16 Uhr. Das hier ist überragendes Schnellschach von zwei der kompromisslosesten Spieler der Welt - sollte sich niemand entgehen lassen.
    • Hikaru Nakamura und Daniil Dubov spielen in der Tat attraktives Schach, auch und gerade mit nur einer Viertelstunde brutto für die ganze Partie. Pikanterweise ist Dubov, Jahrgang 1996, Sparringpartner von Magnus Carlsen; wer weiß, vielleicht ist der Zauberlehrling so aufmerksam und zielstrebig, dass er mit dem Weltmeister dereinst um den klassischen Titel spielen wird.
    • Im heutigen dritten Satz stand es nach hochklassigem und spannenden Verlauf (2 Schwarzsiege!) 2 : 2. So mußte die Armageddon-Partie die Entscheidung bringen. Und hier konnte Daniil Dubov seinen Gegner mit der Wiener Partie überrumpeln. Kaum zu glauben, aber nach 12 Zügen stand er gegen das Blitzmonster Nakamura komplett auf Gewinn. Dubov's Spiel ist einmal mehr ein Plädoyer für die Eröffnungen der alten Meister! Die wußten, wie's gespielt wird.


      Dubov, Daniil (2770) - Nakamura, Hikaru (2829)
      Lindores Abbey Rapid Challenge Finale, 3.6.2020




    • Bericht über das Finale mit Partiekommentaren von Andre Schulz: Dubov gewinnt Lindores Abbey Rapid Challenge

      Dubov nahm für seinen Sieg 45.000 Dollar mit nach Hause und ist für das Finale der Tour qualifiziert. Außerdem wird er beim nächsten Turnier der Serie (ab 20. Juni) dabeisein.

      Dieses Turnier wird in die Geschichtsbücher eingehen als das erste Schachturnier, bei dem im Tennis-Modus gespielt wurde - game, set and match.
    • Chessable Masters (20. Juni - 5. Juli 2020)

      Weiter geht es mit dem dritten Turnier der Serie, dem Chessable Masters. Gespielt werden Schnellpartien (15 + 10), wieder mit einer Rundenphase und darauf folgend einer KO-Phase.

      Morgen um 16 Uhr kommt es zu folgenden Paarungen:

      Vladislav Artemiev - Pentala Harikrishna
      Daniil Dubov - Alexander Grischuk
      Hikaru Nakamura - Magnus Carlsen


      Bei der Kommentierung haben wir wieder die Qual der Wahl zwischen 10 Sprachen.
    • In der Gruppe A setzten sich gestern Vladislav Artemiev und Daniil Dubov an die Spitze. Der zweite Durchgang (Runden 6 - 10) folgt morgen.

      Bericht von Klaus Besenthal: Chessable Masters Gruppe A: Artemiev vor Dubov

      Dubov zeigte in seiner Partie gegen Carlsen einen Sinn für Humor, als er Carlsens Dame, die auf a1 stand, "mattsetzte":




      Heute spielt die Gruppe B ihre ersten 5 Runden. Die Paarungen der eben gestarteten ersten Runde lauten

      Fabiano Caruana - Ding Liren
      Ian Nepomniachtchi - Teimour Radjabov
      MVL - Anish Giri

      Hier hat man den Eindruck, daß das Kandidatenturnier wiederaufgenommen wurde.

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    • In der Gruppe A fiel gestern die Entscheidung darüber, welche 4 Spieler sich fürs Viertelfinale qualifizieren. Überraschenderweise rutschte Daniil Dubov, der nach 5 Runden noch geführt hatte, durch zwei Niederlagen in den letzten Runden auf 5 aus 10 ab, was den 5. Platz und damit (ebenso wie für den abgeschlagenen Pentala Harikrishna) das Ausscheiden aus dem Turnier bedeutete.

      Chessable Masters: Carlsen, Artemiev, Nakamura und Grischuk weiter

      Dabei hatte Dubov noch in der 6. Runde eine Glanzpartie gegen Artemiev gewonnen (hier der Kommentar von Pascal Charbonneau:



      Daniel King gefällt besonders die Partie Carlsen - Nakamura aus der 6. Runde:

    • Auch in der B-Gruppe mußte einer der Spieler, die am ersten Tag in Führung gelegen hatten, doch noch die Segel streichen: MVL verlor nach einem Remis gegen Giri 4 Partien in Folge.

      Bericht von Andre Schulz: Chessable B: Giri, Ding Liren, Nepomniachtchi und Caruana weiter

      Morgen um 16 Uhr beginnen die Viertelfinalmatches, in denen wieder im Tennis-Modus (game, set and match) gespielt wird. Ein set besteht aus 4 Schnellpartien (+ ggfs. eine Armageddon-Partie als Tiebreaker).

      Viertelfinalpaarungen:

      Carlsen - Caruana
      Nepomniachtchi - Artemiev
      Ding - Nakamura
      Grischuk - Giri

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    • Chessable Masters: Viertelfinale

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      Das letzte noch offene Viertelfinalmatch endete heute im dritten Satz mit einer überragenden Leistung von Ding Liren, der damit Hikaru Nakamura eliminierte und ins Halbfinale einzog. In den anderen Paarungen benötigten Nepo, Carlsen und Giri dank ihres harten Aufschlages nur 2 Sätze.

      Nepomniachtchi - Artemiev 2 : 0 (2,5:0,5, 2,5:0,5)
      Carlsen - Caruana 2 : 0 (2,5:0,5, 2,5:0,5)
      Giri - Grischuk 2 : 0 (4:3, 3:1)
      Ding - Nakamura 2 : 1 (2,5:1,5, 3:4, 2,5:0,5)

      Es gab eine ganze Reihe von hochklassigen Partien, zu denen es sicher noch Analysen geben wird. Hier die entscheidende dritte Partie aus dem heutigen Match Ding - Nakamura: Königsindisch: Bajonett-Angriff

      Rundenberichte:
      Chessable Masters: Nepomniachtchi und Carlsen im Halbfinale
      Chessable Masters: Giri im Halbfinale

      Morgen um 16 Uhr beginnt das Halbfinale mit

      Carlsen - Ding
      Nepo - Giri

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      Der bekannte Singer/Songwriter Vladimir Kramnik stürmte kürzlich die Charts mit einem Song namens "Endgame", der von seinem WM-Kampf mit Kasparov im Jahre 2000 handelt. Da konnte sein Kollege Anish Giri natürlich nicht zurückstehen. Er konterte mit einem Song, der den Halbfinalsieg von Hikaru Nakamura gegen Magnus Carlsen beim Lindores Abbey zum Inhalt hat. Gesungen wird der Song von JUGA:

      JUGA: Lost to You (Lyrics: Anish Giri)
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      Heute gewann Carlsen auch den zweiten Satz gegen Ding und steht damit als erster Finalist fest. Danach kommentierte er kurz die noch laufenden Partien von Giri gegen Nepo (dort steht es 1:1, morgen geht es in den dritten Satz), äußerte sich aber nicht zu dem Song.

      Sowohl Carlsen als auch Giri haben schon zu Turnierbeginn erklärt, daß sie ein Finale gegeneinander als ihr Traumfinale ansehen. Es hat wohl auch wieder diverse Sticheleien auf Twitter gegeben, die ich aber nicht verfolgt habe.

      Falls Carlsen im Finale gegen Giri gewinnt, kann ich mir sehr gut vorstellen, daß er sich nicht lumpen läßt und mit einem Song herauskommt. Ich bin gespannt!

      Man sieht: die gute alte Tradition, wichtige Nachrichten und Berichte singen zu lassen, lebt wieder auf!
      Einziger Unterschied: Im Gegensatz zu den mittelalterlichen Nachrichtensängern, die oft ziemlich gräßlich geklungen haben sollen, hören sich die heutigen Sänger natürlich um Klassen besser an.

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