Gibbins-Weidenhagen-Gambit GWG

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    • Gibbins-Weidenhagen-Gambit GWG

      Liebe Schachareanerinnen und Areaner hat jemand Erfahrungen mit dem leicht exotischen GWG?
      Andere Namen sind Bronstein-Gambit, Ochsenfrosch-Gambit, Krabbe-Gambit, Bogart Gambit.
      Zwischen 1983 und 87 fand ein Fernschachwettkampf mit dieser Eröffnung statt.

      Die Hauptvarianten sind:
      Angenommenes GWG 1. d4 Sf6 2. g4 Sxg4 3. e4 mit den Fortsetzungen d6, d5, Sxf2, Sf6, oder 3. Sc3, Lf4, Lg2, Lh3

      Abgelehntes GWG 1. d4 Sf6 2. g4 d5 3. g5 oder h3, sowie 1. d4 Sf6 2. g4 e5 3. de oder g5 und 1. d4 Sf6 2. g4 h6 3. h3 oder d5

      Die Meinungen zu diesem Gambit sind, wie nicht anders zu erwarten, sehr unterschiedlich. Während GM B. Larsen es als absolut spielbar bezeichnet, wird es von andern zerzaust.
      Die Idee hinter diesem Gambit von Weiss ist, bei Annahme im Zentrum ein Uebergewicht und einen Entwicklungsvorsprung zu erhalten, weil Schwarz den Springer später zurückziehen muss.
      Die g-Linie und die Diagonale h1-a8 kann zudem interessant für Weiss werden. Positiv für Weiss ist sicher auch das Ueberraschungsmoment.
      Negativ ist vermutlich der geschlossene Charakter dieser Eröffnung.

      Als Schachtheoretiker interessieren mich solche Eröffnungen. Ich freue mich auf Eure Reaktionen ;)
    • Ich würde Geschlossenheit nicht unbedingt als negativen Punkt nennen. Vorteile sind meiner Meinung nach (beim angenommenen GWG): Offene g-Linie, Zentrumskontrolle, Entwicklungsvorsprung, Überraschungsmoment, Theorievorsprung (meistens). Nachteile sind: Der Minusbauer (klar, deshalb ist es ja ein Gambit), geringe Königssicherheit (lässt sich mit O-O-O aber deutlich verbessern).
      Ob das GWG mit den Hauptvarianten mithalten kann, wage ich zu bezweifeln, aber spielbar ist es glaub ich schon, im Amateurbereich sowieso.
    • Ich halte die Oshima-Verteidigung als eine sehr interessante Antwort: 1. d4 Sf6 2. g4 e5
      Es entstehen bei dieser Variante meist knifflige Verwicklungen, die sicher nicht leicht zu beantworten sind. Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, auf den schon ungewöhnlichen Zug g4 noch mit dem grotesken e5 zu antworten, aber aus theoretischer Sicht ist die Oshima-Verteidgung meiner Ansicht nach genaueren Untersuchen wert.
      3. dxe5 würde ich glatt mit einem Fragezeichen versehen,
      3. Sf3 scheint mir ebenfalls ein schwacher Zug zu sein,
      3. Lg2 ist im Gambitstil sicher interessant,
      3. g5 schätze ich noch als das Stärkste ein,
      Alles ist relativ und paradox.
      Honi soit qui mal y pense.
      Y Ddraig Goch ddyry cychwyn.

      http://chesswiki.ch.funpic.de
    • Dreiteilige Artikelserie in der Rochade Bremen aus dem Jahr 2003:
      Das Gibbins-Weidenhagen-Gambit I
      Das Gibbins-Weidenhagen-Gambit II
      Das Gibbins-Weidenhagen-Gambit III

      Interessant ist, daß die erste Partie mit dem GWG (möglicherweise) von Humphrey Bogart (ja, der "Schau mir in die Augen, Kleines"-Humphrey war tatsächlich ein passabler Schachspieler) im Jahre 1933 in den USA gespielt wurde (Notation und Hintergründe hierzu siehe Teil 2 der Artikelserie).

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    • auch ich habe auf der arena 2,3 partien gespielt mit-und mit-ohne erfolg.der vorteil ist halt das es niemand kennt und man sich damit besser auskennt.ich werde das vielleicht sogar regelmäßig spielen.spiel ja gerne so kranke und komische eröffnungen.
      Meine DWZ liegt im moment bei 2009
    • Ich finde es immer wieder bemerkenswert, welch kreative Ideen es doch im Schach geben kann. Bin neulich zufällig, durch ausprobieren, auf dieses Gambit gestoßen und ganz fasziniert davon. Eigentlich bin ich zwar ein Trompowsky-Spieler, auf 1.d4 Sf6, aber im Vergleich mit diesem Gambit ist ja sogar der Tromp eine 0815 Eröffnung. :thumbsup:
    • Ein anderer Name für dieses Gambit, ist Kilkenny-Gambit. Es wurde vom Weltrekordhalter im Blindsimultan Timur Gareyev erfolgreich gespielt, und auch Simon Williams ("Ginger GM") hat in zwei Partien Erfahrungen damit gesammelt. Die zweite dieser Partien ereignete sich bei der Europameisterschaft für Vereinsmannschaften im serbischen Novi Sad 2016:

      GM Williams, Simon Kim (2444) - GM Nevednichy, Vladislav (2541)
      32nd ECC Open 2016, Novi Sad, 9.11.2016



      Die Vorgeschichte zu dieser Partie spielte sich am Abend des 8. November 2016 im Irish Pub von Novi Sad ab. Ginger GM berichtet uns auf äußerst amüsante Art, was ihn dazu brachte, dieses Gambit tatsächlich am nächsten Tag gegen einen starken rumänischen Großmeister aufs Brett zu bringen: