Holländisch Stonewall

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    • Stonewall ist an sich ne Schöne Eröffnung, aber du hast sie sehr schlecht gespielt.
      Warum tauscht du dein Läufer auf c3?? der hat doch wunderschön auf die gegnerische Königsstellung gewirkt.
      Ich finde das schwarz die Partie planlos gespielt hat. Sry, man kann da keine Strategie erkennen. Weiß stand eig die ganze Partie über besser. Warum er die Endstellung aufgab ist mir auch ein Rätsel

      mfg
    • Naja,wenn man es richtig spielt sollte Weiß das bessere Spiel haben.

      Zur Partie: Da man den turmverlust nicht mehr verhindern kann,ist die Aufgabe völlig berechtigt. Er hätte zwar schon davor De3+ den turm abholen können,aber ob es früher oder später ist,ist am ende auch egal
    • @SigerFCN: Also: wie willst du den Turm abholen? Da steht en Bauer auf a5. Der deckt, oder steh ich grad aufm Schlauch???
      @Läuferin: Das stimmt so nicht ganz. Da ich selber mal den Stonewall gespielt habe, weiß ich welche Pläne es gibt usw. Schwarz nimmt ein festes starres Zenrum in Kauf, ja, aber er bekommt dafür eine waeitaus größere Kontrolle über e4, als Weiß über e5. Sicher, Königsangriff ist ein gebräuchlicher Plan, aber wenn Weiß HV spielt und den Läufer fianchettiert ein wenig zahnlos. Der weißfeldrige Läufer wird nach b7 gebracht (nach b6 natürlich) und dann ist ein strategischer Kampf gefragt. Ziel von Schwarz ist es soviel Raum wie möglich zu bekommen. Mit c5 und später eventuell mit g5 und g4. Aljechin hat da mal eine geile Partie gespielt, villt find ich sie ja.
      Da der Stonewall eher zum strategischen langen Kampf gemacht ist und nicht für Königsangriff, bin ich zum Königsinder gewechselt.

      mfg
    • Das aktuellste und beste Buch zum Stonewall ist "Win with the Stonewall Dutch" von Sverre Johnsen, IM Ivar Bern & GM Simen Agdestein. Dieses Buch zähle ich zu den besten Eröffnungsbüchern überhaupt. Ich habe es im alten Forum einmal ausführlich vorgestellt.

      Rezension von Harry Schaack: NEUES IM HOLLÄNDER

      Der Stonewall entsteht (auch bei mir) oft über eine Damengambit-Zugfolge, z.B. 1.d4 d5 2.c4 e6 3.Sf3 c6 4.e3 f5
      Anbei eine heute gespielte und von mir kommentierte Partie ikaria - Schroeder mit dieser Variante.

      In dem Artikel Schlüsselbegegnung im Slawischen Stonewall, der aus dem Chessbase-Magazin 125 stammt, analysiert Alexey Kuzmin diesen Stonewall-Stellungstypus (mit weißem e3).

      Ein weiterer Artikel zu diesem Thema: Abby Marshall: The Slav Stonewall
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    • Ich hab von vielen Seiten gehört, dass der Stonewall heutzutage kaum noch gespielt wird, da weiß im Endspiel einen Vorteil hat. Ich suche allerdings ständig neue Wege gegen 1.d4, und mich würden daher 2 Dinge interessieren. Ob man heutzutage diese Eröffnung noch mit Erfolg spielen kann und 2. ob man ihn auch gegen 1.c4 spielen kann. Danke im voraus für die Antworten^^
    • @Heikki12
      Es gibt den Satz "zwischen Eröffnung und Endspiel hat Gott das Zwischenspiel eingefügt", ich habe etwas Google
      befragt, aber das richtige Zitat nich gefunden, es war ein Kommentar zu Steinitz, der gesagt hat, nach den un
      den Eröffnungszügen hätte man einen gewonnenes Endspiel.

      Und ja, man kann den Stonewall gegen c4, wobei man gegen c4 alles spielen kann, was man gegen d4 spielen kann,
      ev. d5 ausgenommen.

      Den Stonewall im Repertoire zu haben ist ok.
      Stonewall wird kaum gespielt, ja ... aber Holländisch war nie eine Modeeröffnung.

      Mit freundlichen Grüßen
      Marlowe
    • Der norwegische GM Simen Agdestein ist einer der Spezialisten für den Stonewall und einer der Co-Autoren des Buches "Win with the Stonewall Dutch". Er hat eine Zeitlang seinen Landsmann Magnus Carlsen in dessen jungen Jahren trainiert und ihm sicher einige Ideen zu dieser Eröffnung vermittelt. In der 5. Runde des Grenke Chess Classic bediente sich Carlsen mit Schwarz gegen Anand (in einer Situation, in der er mit Schwarz gewinnen mußte, um seine Chancen auf den Turniersieg aufrechtzuerhalten) des Stonewall und gewann eine strategisch äußerst interessante Partie. Für mich als Stonewall-Spieler ist diese Partie natürlich ein absoluter Leckerbissen.

      Anand, Viswanathan (2797) - Carlsen, Magnus (2865)
      Grenke Chess Classic 2015, Runde 5



      Die Partie wird von GM Alejandro Ramirez kommentiert in GRENKE Rd4: Two Blunders, Two Black wins
    • In der 3. Runde des Gashimov-Memorial bediente sich Magnus Carlsen erneut des Stonewall und demonstrierte die dynamischen Möglichkeiten, die in dieser Eröffnung stecken.

      Caruana, F. (2802) - Carlsen, M. (2863)
      Vugar-Gashimov-Memorial in Shamkir 2015



      Auch diese Partie wird von GM Alejandro Ramirez kommentiert in Shamkir R3: Carlsen, So win
    • Danke, dass Du da am Ball bleibst.
      Stonewall reizt mich auch mit Schwarz.
      Ich habe mit Weiß aber gegen kaum eine Eröffnung einen so guten Score wie gegen Stonewall - dafür einen miesen gegen Leningrader.
      Meine ganzen "Theoriekenntnisse" basieren auf einer Gewinnpartie von Kortschnoij vor zig Jahren.
      Er baute sich in dieser Partie mit d4, Sf3, c4, e3 Ld3, 0-0, b3, Lb2, Dc1, La3 auf.
      Ich habe damit sicherlich schon 50 Partien gewonnen und nur 2-3 verloren - meistens, wenn so was wie Tf6, Th6 gleich kam, was vermutlich eh nicht korrekt ist. Seitdem rochiere ich später.
      Jedenfalls versackt der weiße Angriff am Königsflügel in der Regel und ich gewinne die Endspiele nach c5, b4, a4, b5 in der Regel am Damenflügel - fast unabhängig von der Spielstärke meiner Gegner.
      Sicherlich gibt es da ein probates Gegenmittel für Schwarz, das kenne ich aber nicht und die Gegner finden es am Brett nicht.
      Was hältst Du von diesem etwas zeitraubenden weißen Aufbau?

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    • Danke, der Aufbau mit c5 sieht wirklich gut aus für Schwarz. Bisher hat noch niemand gegen mich c5 gespielt. Vermutlich ist die Barriere zu groß, erst c6 und dann c5 zu spielen. Der von Sherbakov empfohlene Aufbau wurde indes oft gegen mich gespielt, dagegen bin ich aber, wie gesagt, immer recht gut mit gefahren, weiß aber nicht, welche Zugfolge/Aufbau Sherbakov konkret empfiehlt.
      Welchen Aubau empfiehlst Du denn bitte gegen Stonewall mit Ld6? Gegen den mit Le7 finde ich den weißen Aufbau mit d4, c4, Sf3, g3, Lg2, 0-0, Dc2, Sbd2, Se5, Sd3, Sf3 sehr gut für Weiß.
    • Hallo Schroeder,
      gestern ist ein neues Buch von Boris Avrukh rausgekommen. Ich habe übrigens mal an einem Wochenendseminar mit Avrukh teilgenommen, hatte Tobias Hirneise organisiert. Habe ich mir gestern gleich preisgünstig bei Schachschneider (IM Bernd Schneider aus Solingen) bestellt.
      War zwar seit 2015 nicht mehr hier auf dieser Seite und habe meinen alten Account nur_3plu3 abgemeldet. Habe mich gerade mit Plus3 registriert.

      Die Leseprobe beim Schachversand handelt ausführlich die von uns angeschnittene Variante ab.
      Jedenfalls scheint Avrukh mittlerweile Deine Einschätzung zu teilen und weicht im 9. Zug mit Sc3 statt Dc1 ab.
      Seite 154: I decided to deviate from my previous recommendation of 9. Dc1, as Black has recently shown some improvements after
      9...b6 10.La3 c5.
      schachversand.de/DBBilder/leseprob/LOAVR1D4V1B.pdf
    • im vorherigen Beitrag von Erwin L'ami wird der schwarzfeldrige Läufer c1 früh entwickelt und kein g3 avisiert.
      in der klassischen Variante mit g3 muss weiss sich überlegen wo der Läufer c1 "geparkt" werden soll. g5 oder doch b2.
      Im folgenden Beispielvideo von Martin Breutigam finde ich, wird der weisse Aufbau gut erläutert.


    • Stonewall mit 4.-Le7 und 6.-Se4: "Randale am Königsflügel"

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      Nachdem Schwarz den Stonewall mit d5, e6 und f5 (in welcher Reihenfolge auch immer) errichtet hat, stellt er in der Regel seinen Königsläufer nach d6. Nur relativ selten findet man die Läuferentwicklung auf e7. Diese scheinbar zurückhaltende Aufstellung kann jedoch mit einem teuflischen Plan verbunden werden. Die Ausgangsstellung der schwarzen Idee ist diese:

      Rapports Stonewall, Stellung nach dem 6. Zug von Schwarz



      Diese Stellung kann durch verschiedene Zugfolgen entstehen, auch aus Katalanisch. Schwarz steht bereit, mit h7-h5-h4 den weißen König zu attackieren. Der schwarze Damenspringer soll nach c6 gebracht werden (in "normalen" Stonewall-Stellungen steht meist ein schwarzer Bauer auf c6) und Druck auf das weiße Zentrum ausüben.

      Ein Weißspieler, der gegen den Stonewall einen langen positionellen Kampf anstrebt, in dem er die Schwäche des Feldes e5 auszunutzen hofft, muß mit einer solchen direkten Attacke gegen seinen König erstmal mental klarkommen. Und das schaffen selbst Großmeister nicht immer, wie das folgende Partiebeispiel zeigt.

      Der Weltklassespieler, der vermutlich am härtesten und direktesten den Weg zum gegnerischen König sucht, ist Richard Rapport. Kein Wunder, daß er diese aggressive Stonewall-Spezies für sich entdeckt hat. Zum erstenmal hat er sie in 2014 erfolgreich gegen den polnischen Weltklassespieler Radoslav Wojtaszek angewandt (siehe Anmerkung zum 7. Zug von Weiß). Vier Jahre später wiederholte er die Variante gegen einen italienischen Großmeister:


      GM Stella, Andrea (2511) - GM Rapport, Richard (2700)
      2. Vergani Cup, Villorba, 4. Runde, 1.4.2018



      Richard Rapport gewann dieses Turnier im italienischen Villorba übrigens mit 7 Punkten vor einem anderen großen Kreativgeist unserer Zeit, Baadur Jobava (6,5).

      IM Oliver Reeh bespricht diese Partie ausführlich in der eben zu Ende gegangenen Folge von Chessbase TV. TV Chessbase: Rapports Stonewall
      Im demnächst erscheinenden Chessbase-Magazin soll ein Artikel zu dieser Variante erscheinen.

      Nach den Erfolgen von Richard Rapport haben auch andere starke Spieler den aggressiven Stonewall in ihr Repertoire aufgenommen - auch seine Frau Ivana Rapport. Dennoch hat die Variante immer noch den Status einer Geheimwaffe. Wer sie mit Schwarz einsetzt, hat - noch! - das Überraschungsmoment auf seiner Seite.

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