Endspiel Turm + Bauer gegen Läufer + Bauer

    • Endspiel Turm + Bauer gegen Läufer + Bauer

      Hallo mir ist gerade passiert das im Endspiel ich mit einem Turm und einen Bauer nicht gegen einen Läufer ankam und REmise rauskam.
      Da ich im Endspiel für meine DWZ ziemlich stark bin wollte ich fragen ob das von vornerein remise ist oder fehlendes Wissen in diesem Endspiel.



      schwarz am Zug Lf2
    • Ja , er hat remise gehalten , den Läufer hat er genutzt um den Turm und König zu beschrenken und der König von ihm hat an meinem Bauern gehaftet.
      Es kommt aber auf de stellung an . wenn jetzt h4 ein Bauer und c6 ein Bauer ist. (h4 =weiss , c6=schwarz ) ist es was anderes
    • Der Turm sollte auf einem freien Brett wie diesem seine überlegene Stärke zur Geltung bringen. Dazu muss man ihn aber auch freibeweglich halten und ihm den strategischen Raum verschaffen, den er dazu benötigt. Ich bin der Meinung, dass da noch was für Weiß möglich gewesen wäre.
      Lass mich aber auch gern anhand von Fakten eines Besseren belehren.
    • ist es nicht einfach gewonnen wenn du deinen bauern mit dem könig deckst und dann turmsschach gibst so müsste dein bauer doch immer weiter nach vorne kommen und auch schneller als der deines gegners sein. oder hab ich jetzt etwas übersehen?
      Meine DWZ liegt im moment bei 2009

    • Grave und nun? Nun geht es nicht mehr voran!

      Das Endspiel ist nicht mehr zu gewinnen...Der schwarze Läufer und König binden den weißen Turm und König an den Bauern. Und selbst wenn die Bauern getauscht werden, das Endspiel Turm+König gegen Läufer+König ist in diesem Fall Remis.

      Wer es sich gerne zeigen lassen will ist hier eine Endspieldatenbank.

      mfg Tragosso

      Das ist mein Zorua
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    • Von besonderem Interesse bei den Endspielen TB gegen LB sind diejenigen, wo beide Seiten einen Randbauern haben und diese sich gegenseitig blockieren (z.B. weißer Bauer auf h5 und schwarzer Bauer auf h6). Hier besteht der Gewinnweg für die Turmpartie darin, den gegnerischen König so weit wie möglich zur anderen Brettseite abzudrängen. Erst dann marschiert der eigene König zum Bauern, und der Turm wird für Läufer und Bauer geopfert. Nur wenn der gegnerische König in diesem Moment weit genug weg ist, ist das entstehende Bauernendspiel gewonnen.

      Die Abdrängung läßt sich in manchen Fällen bei absolut bester Verteidigung nicht weit genug erzwingen - aber wer ist bei begrenzter Bedenkzeit (häufig in dieser Partiephase im 30-Sekunden-Takt) schon in der Lage, sich optimal zu verteidigen?

      In der Praxis gewinnt die Turmpartei sehr häufig - auch wenn die Tablebase ein Remis ausweist. Ein schönes Beispiel dazu lieferte gerade der türkische GM Vahap Sanal in der folgenden Partie aus Bad Wiessee:

      GM Banusz, Tamas (2606) - GM Sanal, Vahap (2487)
      22. Offene Bayerische Meisterschaft, Bad Wiessee, Runde 4, 30.10.2018
      Stellung nach dem 55. Zug von Schwarz



      Die Partie wird von IM Marco Baldauf kommentiert in Hovhannisyan mit den besten Chancen am Tegernsee
    • Die Ausgangsstellung in Post 1 ist laut Shredder remis, verlangt aber recht genaues Spiel. Für das Verständnis interessant ist die Stellung ohne den schwarzen Bauern c5, z.B.
      Weiß: Kf4, Tc6, Bf5
      Schwarz: Kf7, Le1.

      Diese ist in Alexander Panchenko: Theory and Practice of Chess Endings, analysiert und beschrieben mit den Worten:
      Weiß gewinnt durch ein außerordentlich subtiles Spiel. Das zeigt, wie schwierig dieser Gewinn mit T+B gegen L sein kann.

      Die Idee ist, durch ein geeignetes Turmschach auf der 6. Reihe den schwarzen König so auf die 7. Reihe zu treiben,
      dass der weiße König e5 oder g5 betreten kann, ohne durch ein Läuferschach sofort wieder vertrieben werden zu können.
      Z.B. wenn der schwarze Läufer auf a5 steht, kann der weiße Turm auf c6 Schach geben und nach Kf7 ist dann Ke5 möglich.
      Wenn der schwarze Läufer auf e1 steht, sollte der weiße Turm auf d6 Schach geben, dann ist Ke7 unmöglich wegen Te6+ mit Gewinn des Läufers; nach Kf7 folgt dann Kg5.
      (Diese Turmstellung zu erreichen ist nicht einfach!)
      Danach wird's einfacher. Die Idee ist dann, mit Turmschach oder Fesselung des Läufers auf der 7. Reihe den schwarzen König noch weiter zurück zu treiben. Dann könnte der weiße König auf die 6. Reihe mit Gewinn. Oder aber man kann dann entweder f5-f6 ziehen oder z.B. mit dem Turm den gefesselten Le7 schlagen, nach Kxe7 dann Kg6 mit Gewinn des Bauernendspiels.

      Leider weiß ich nicht, wie man Beispielszugfolgen eingibt. Aber diese sind nur mit der Grundidee verständlich, und das ist das oben Beschriebene.