Französisch: Winawer-Variante

    • Französisch: Winawer-Variante

      Alexei Shirov stellt in seiner 60-minütigen Videoserie "Fascinated By The French Winawer" im Chessbase Magazin 148 ein Schwarzrepertoire in der
      Winawer-Variante 1.e4 e6 2.d4 d5 3.Sc3 Lb4 vor. Im Beispielvideo (dem ersten von insgesamt 7 Videoclips) beschäftigt er sich mit der (seiner Ansicht nach unterschätzten) weißen Antwort 4.a3 und empfiehlt darauf



      Auch Viktor Moskalenko analysiert im CBM 148 unter dem Titel Gefährlicher als gedacht diese Variante.

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    • Weiß hat aber auch noch eine Alternative zu Dg4:



      das sogenannte Winkelmann-Reimer-Gambit, das man Gambitfreunden empfehlen kann. Die Gambitannahme (exf3) betrachtet der Thomas Winckelmann sogar schon als entscheidenden Verlustzug.
    • Das Winckelmann-Reimer-Gambit wird von Shirov im Video kurz erwähnt, aber nicht weiter analysiert. Die Gambitannahme ist in der Tat gefährlich, aber dem Schwarzen stehen verschiedene gute Möglichkeiten der Ablehnung zur Verfügung. Dies sind:

      6.-e5 (von Robert Hübner empfohlen)
      6.-c5 (die Hauptvariante)

      Zum WRG gibt es mehrere Bücher, u.a. vom Namensgeber der Eröffnung Thomas Winckelmann. Eine umfangreiche Materialsammlung findet sich auf der Winckelmann-Reimer Gambit home page, die von dem australischen Fernschachspieler David Flude zusammengestellt wurde.
    • Französisch: Winawer mit doppeltem Bauernopfer ("Leben-und-Tod-Variante")

      In der alten Winawer-Hauptvariante (mit doppeltem Bauernraub durch die weiße Dame auf g7 und h7, auch als "Leben-und-Tod-Variante" bezeichnet)



      kam es im gerade zu Ende gegangenen Turnier in Dortmund zu einem interessanten Duell zwischen Peter Leko und Mateusz Bartel. Hier die Partie mit Kommentaren des Siegers: Spannung vor der letzten Runde.

      Auch wenn Schwarz seinen Bauern g7 mittels



      deckt, ist er nicht aller Sorgen ledig. Eine sehenswerte weiße Gewinnpartie in dieser Variante ist Sutovsky - Diachikov (Aeroflot-Open Moskau 2007). Die Partie wird von Andrew Martin in Demolishing the French kommentiert.

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    • Magnus Carlsen gewann gerade im Grand Slam Finale in Bilbao eine wichtige Partie gegen Francisco Vallejo, die ihm die (mit Caruana geteilte) Tabllenführung einbrachte. Dabei bediente er sich ebenfalls der verzögerten Abtauschvariante gegen Winawer.

      Die Partie wird von Daniel King in Carlsen gibt Gas als sein Play-of-the-day-Video kommentiert. King weist darauf hin, daß auch er die verzögerte Abtauschvariante schon einmal in seinen Powerplay-DVDs empfohlen hatte.

      Auch Andrew Martin kommentiert die Partie in LCC update: special study, Magnus' second, Game of the Day.

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    • In einer großartigen 80-minütigen Lektion erläutert GM Yasser Seirawan seine Schwarzpartie gegen Jan Timman aus dem Jahr 1978, in der er die (nur auf den ersten Blick) etwas merkwürdig aussehende Variante



      anwandte.

      Teil 1:


      Teil 2:


      Nebenbei erfahren wir in dieser Lektion, was ein Spieler tun sollte, der sich verbessern möchte.
    • 7.-0-0, die "Warschauer Variante" ist neben 7.-Dc7 der meistgespielte Zug. Natürlich birgt die kurze Rochade einige Risiken, denn Weiß hat auf dieser Brettseite ja schon einiges an Geschützen aufgefahren. Schwarz muß äußerst vorsichtig agieren, um nicht vom weißen Königsangriff überrollt zu werden. Eine typisches Beispiel dafür, was bei unvorsichtigem Spiel passieren kann, ist die folgende Variante:

    • Das Buch Stefan Kindermann und Ulrich Dirr, Französisch Winawer, Band I beschäftigt sich auf 352 Seiten ausschließlich mit der Warschauer Variante. Auszüge aus diesem Buch gibt es hier: Französisch Winawer.
      Hier eine Rezension von GM Karsten Müller: LIEBE ZUM DETAIL

      Die aktuellste Großmeisterpartie mit der Warschauer Variante wurde vor einem Monat bei der Mannschaftsweltmeisterschaft in Antalya gespielt:

      Robson, Ray (2613) - Naiditsch, Arkadij (2727)
      Mannschaftsweltmeisterschaft Antalya 2013, USA - Deutschland
      26.11.2013

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    • Wenn Weiß der Winawer-Hauptvariante ausweichen will, steht ihm in



      (anstelle des Hauptzuges 5.a3) eine spielbare Alternative zur Verfügung. Diese stand in der Oberligapartie FM Frank Sawatzki (2346, SF Hamburg) - FM Markus Hochgräfe (2400, SC Diogenes) zur Diskussion. Die Partie wird von Markus Hochgräfe auf seinem Youtube-Kanal kommentiert:

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    • Was tut der 1.e4-Spieler gegen Französisch? Rustam Kasimdzhanov, ehemaliger FIDE-Weltmeister, Theorieexperte, langjähriger Sekundant von Vishy Anand und erfolgreicher Eröffnungstrainer der deutschen Mannschaft, die 2011 überraschend Europameister wurde, empfiehlt 3.Sc3. In Band 1 seiner Reihe "Beating the French" zeigt er, was man gegen die Winawer-Variante spielen kann. Markus Hochgräfe hat sich die DVD angesehen: Rustam Kasimdzhanov: Beating the French Volume 1 (Rezension)
    • Auch wenn es, bei meinem Eröffnungen, eher selten vorkommt - manchmal lässt es sich nicht vermeiden die Winawer Variante auf dem Brett zu haben.
      Das Winkelmann-Reimer Gambit ist sicher eine interessante Variante. Aber es gibt noch zwei weitere Gambitfortsetzungen, die spielbar sein dürften.
      Ich glaube das nennt sich Aljechin-Gambit:

      mit der Hauptfortsetzung
      und nun 6...Sf6, f5 oder das wohl stärkste Sc6!


      Auch schon gesehen habe ich:

      Ich weiß leider nicht wie diese Eröffnung heißt, aber sie scheint spielbar zu sein.
      Schwarz sollte hier, denke ich, nicht gierig sein und auf Bauernjagd gehen. Nach

      ist die schwarze Stellung nicht einfach zu spielen.
      Besser wäre wohl:

      mit kompliziertem Spiel
    • Französisch: Winawer mit 6.-Da5 / 7.-Da4

      Schwarz kann in der Winawer-Variante auch seine Dame frühzeitig über a5 nach a4 beordern. Von dort übt sie Druck auf c2 und d4 aus und blockiert gleichzeitig den weißen a-Bauern. Andererseits nimmt Schwarz damit einen Entwicklungsrückstand in Kauf. Und die Dame könnte auf a4 - weit entfernt vom eigenen Königsflügel, der mit ziemlicher Sicherheit unter Druck geraten wird - einmal im Abseits stehen.

      Ich habe diese Variante immer für dubios gehalten, aber sie hat eine hartnäckige Anhängerschaft.

      Wenn man so spielt, muß man als Schwarzer jedenfalls peinlich darauf achten, daß das Zentrum geschlossen bleibt - andernfalls macht sich der weiße Raumvorteil und Entwicklungsvorsprung unangenehm bemerkbar. Bei der in St. Louis laufenden US-Meisterschaft missachtete Alex Lenderman dieses Prinzip und wurde in einer Modellpartie von Fabiano Caruana ausgespielt, die vermutlich ihren Einzug in die Lehrbücher halten wird und noch Generationen von Schachschülern als warnendes Beispiel dafür gezeigt werden wird, welche Katastrophen Schwarz bei Vernachlässigung der Entwicklung ereilen können.

      Selten ist eine Französische Verteidigung so auseinandergeflogen wie diese hier:

      Caruana, Fabiano (2804) - Lenderman, Aleksandr (2599)
      US-ch Men 2018 Saint Louis, Runde 2, 19.4.2018



      Rundenbericht von Andre Schulz: US-Meisterschaft: So und Akobian mit Doppelsiegen

      Zu dieser Variante gibt es einen Artikel im Schachmagazin 64, der hier zum kostenlosen Download bereitsteht.

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    • Französisch: Winawer-Variante mit 5.-La5

      Neu

      Im 5. Zug ist Schwarz nicht verpflichtet, seinen Läufer auf c3 zu tauschen, sondern er kann ihn auch nach a5 zurückziehen. Diese Variante wurde schon von einer ganzen Reihe von Weltklassespielern angewandt, z.B. von Mamedyarov und Carlsen. Beim Isle of Man Open kam es zwischen zwei kompromisslosen Spielern zu einer spektakulären Partie in dieser Variante:

      Naiditsch, Arkadij (2721) - Tregubov, Pavel (2588)
      Isle of Man Masters, Douglas, Runde 4, 23.10.2018