Repertoire gegen offenen Sizilianer

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    • Repertoire gegen offenen Sizilianer

      Moin,
      Ich erhoffe mir hier mal wieder ein bisschen Hilfe durch die stärkeren Spieler unter uns. Ich bin schon immer ein 1.e4 Spieler gewesen und hab mit positionellem Spiel wenig am Hut (gut, ein paar Grundsätze sind mir schon geläufig). Ich hab jedoch mit der offenen Sizilianischen Verteidigung so meine Probleme (ich glaube geschlossene Sizilianer würden mir aber noch weniger entgegen kommen) und zwar vor allem weil es so viele verschiedene Varianten gibt, diese zu behandeln. Ich versuche also meine Frage so allgemein wie möglich zu halten: Welche Grundsätze und welche Varianten sollte man relativ gut kennen, wenn man einem Sizilianer begegnet?
    • Also wenn du wirklich keine positionellen Systeme spielen möchtest, und scharfe Stellungen anstrebst, dann bleibt dir nichts, außer Theorie zu lernen.
      Auf deinem Niveau gibt es aber einige Systeme, in denen du mit wenig Aufwand sehr gute Ergebnisse einfahren kannst. Allen voran wahrscheinlich der Jugoslawische Angriff, denn hier muss Schwarz die gesamte Theorie können, um deinen Angriff zu entkräften. Du dagegen hast immer den selben Plan mit h4-h5( manchmal mit g4 als Unterstützung), Lg6 und Matt :D.


      Gegen den Najdorf hast du viele Möglichkeiten, falls du hier gewillt wärst Theorie zu lernen, dann kannst du mit dem Englischen Angriff einen zum Jugoslawen ähnlichen Plan anwenden:


      Ansonsten solltest du wahrscheinlich schon bei 2.- d6 abweichen, denn der Najdorf ist stark durchforstet.
      mit dem Plan e5 durchzudrücken, oder nach schwarzem e5 mit Dd3, Lg5 und Td1 Druck auf d6 auszuüben.
      oder

      .


      Nach 2.- e6 kannst du zu einem Morragambit greifen, hier hast du dynamische Kompensation für den Bauern:


      Allgemein gibt es wenig Grundsätze, da doch viele Sizilianisch-Varianten spezifisch behandelt werden müssen.
    • Hallo Heikki,


      eine kurze Ergänzung zum Morra-Gambit:



      Das Morra-Gambit lässt sich sofort spielen, nicht nur nach 2.Sf3 e6.
      Der Grundgedanke im Morragambit ist wohl, Schwarz seinen Spaß am Gegenspiel zu nehmen.
      Eine Kernidee fast aller Sizilianer ist es, über die halboffene c-Linie zu generieren. Wenn Weiß nun jedoch selbst die c-Linie in Beschlag nehmen kann. Außerdem lassen sich die Figuren frei entwickeln.

      Die Hauptvariante:

      Und Weiß wird seine Entwicklung mit einem Zug des c1 Läufers und Tc1 seine Entwicklung beenden.

      Das Problem ist nur, dass die meisten dieses umgehen indem sie in die Alapin-Variante überleiten.

      Die geht etwa so.

    • Folge den Hauptvarianten ist mein Rat.
      Die Varianten die Juli vorschlägt sind nicht unbedingt die absoluten HV's aber gut Spielbar.

      Hv's wären :
      Gegen Drachen
      1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cd 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 g6 6.Le3 Lg7 7.f3 0-0 8.Dd2 Sc6 9.Lc4 Ld7 usw.
      In der Zugfolge 9.0-0-0 hat schwarz nämlich d5 mit ausgleich.


      Gegen Najdorf
      1.e4 c5 2.Sf3 d6 3.d4 cd 4.Sxd4 Sf6 5.Sc3 a6 6.Lg5
      Sehr scharf und ultra Theoretisch. Auf Top Niveau wird oft das Fianchetto mit Sde2 nebst g3 gespielt.


      Gegen Sveshnikov die Theoretische Variante mit 10.Lxf6 und 11. c4


      Es gibt naturlich noch vieles mehr, da solltest du dir vllt mal ein paar GM Partien anschauen und Nachspielen.
      Im offenen Sizilianer macht es auch manchmal Sinn zb. gegen 2. Sc6 3.Lb5 zu spielen um z.b Sveshnikov auszuweichen (Ich spiel selber Sveshnikov und Lb5 kommt so gut wie immer vor in der Praxis).
      Gegen 2.e6 kann man offenen Sizilianer spielen (ne Variante mit D4 cxd4 Sxd4 Sc6 Sc3 a6 Le3 Dc7 Df3 z.b).
      Da musst du dich selber reinlesen, ein komplettes Repertoire dagegen muss man sich selber aufbauen und die Pläne versuchen zu verstehen, damit verbesserst du deine Spielstaerke und dein Verständniss gleich mit.

      Hoffe mal konnte ein paar Ideen geben was man so spielen kann.
    • Juli01 wrote:

      Also wenn du wirklich keine positionellen Systeme spielen möchtest, und scharfe Stellungen anstrebst, dann bleibt dir nichts, außer Theorie zu lernen.


      Es gibt noch eine Alternative dazu, wo man nur bedingt Theorie lernen muss.

      Sizilianisch Alapin. Einzige Bedingung: Man muss gwillt mit nem Isolani spielen.
      Hier mal eine grobe Idee des Aufbau für weiß

      WeitererAufbau Ld3(falls Lg4 kommen sollte auch Le2), Le3 sowie nach cxd4 cxd4 Sc3.

      Vorteile der Variante:
      -- Sizi-spieler wird in der Regel von vertraute Faden vertrieben
      -- Selbst wenn man nicht die besten Züge in der Eröffnung findet, steht man immer noch solide
      --- relativ simple Pläne (Entweder Isolali nach d5 durchdrücken und abtauschen oder Angriff am Königflügel.)

      Nachteil der Variante:
      -- Schwarz kommt selten so unter Druck wie beim offenen Sizi
      -- Man spielt halt mit nem Isolani was nicht jedem liegt
    • Hallo, ich reiche hiermit meine Vorschläge gegen den Sizilianer rein.

      Najdorf:
      Ich berufe mich hier auf eher positionellem als theoretischen Aufbau. Dies mag dir, wie du gesagt hast zwar nicht liegen, aber vielleicht schaust Du trotzdem mal rein :D


      Der Vorteil dieser Stellung ist, dass dein Aufbau immer ziemlich ähnlich ist und du deshalb kein Theoriewissen benötigst. Außerdem kriegst du in der Regel immer einen schönen Angriff auf den Königsflügel (ausser schwarz spielt 6...g6, doch selbst diese Varianten finde ich komfortabel).

      Deine Figuren stellst du im verlauf des Spiels dann so auf:
      Lg2, 0-0, h3,g4, Sde2,Sg3

      Wenn dein Gegner deinen Springer auf d4 bedroht, ziehst du ihn nach e2!!! (nicht nach b3, wie in den meisten Varianten), damit du ihn auf g3 umleiten kannst.
      Sollte dein Sc3 bedroht werden (etwa durch b5...b4), spielst du Sd5.

      Ich geb dir mal eine Beispielpartie, an er man besser versteht, was ich meine:

      Der Plan ist mit den Bauern f4, g6,h5 etc Druck aufzubauen, Davor spielt man Entwicklungszüge wie Le3, Dg4 etc.

      Das wäre mein Vorschlag gegen den Najdorf-Sizilianer. Gegen den Drachen hab ich hier schon den Jugoslawen entdeckt, den ich selber auch spiele.
      Ich hätte sonst noch etwas gegen den Sweschnikow, aber ich glaub der wird heutzutage eher seltener gespielt.

      Gruß,
      der NETTE Nachbar
    • Köhler wrote:

      Da gibt's doch jetzt die Reihe von GM Negi oder, wenn auch ältere Bücher okay sind, die von GM Khalifman, wobei die beim Sizi vermutlich nicht mehr auf dem aktuellen Stand ist.


      Ich habe die Bücher net gelesen, kann daher kein konkretes Urteil über die Inhalte fällen. Aber soweit es mir bekannt ist, richten sich diese Bücher an Spieler im Bereich über 1800 oder 1900 DWZ. Daher würde ich mir die vielleicht zuerst einmal von nem Bekannten oder so ausleihen um zu gucken, wie verständlich sie sind.
    • Ein sehr empfehlenswertes Buch, das ein vollständiges Weißrepertoire im offenen Siz gibt, ist Modernized: The Open Sicilian von IM Zhanibek Amanov and FM Kostya Kavutskiy.


      Die dort empfohlenen Varianten gegen Sveshnikov (9.Sd5), beschleunigten Drachen (Maroczy-Aufbau) und Najdorf (6.h3) habe ich schon vorher gespielt, die Empfehlung gegen Taimanov (6.g3) habe ich durch dieses Buch in mein Repertoire aufgenommen.