Traxler-Gegenangriff

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    • Traxler-Gegenangriff

      Hallo liebe Schachgemeinde,

      Nach 1. e2-e4 e7-e5 2. Sg1-f3 Sb8-c6 3.Lf1-c4 Sg8-f6 spiele ich [liebend] gerne 4. Sf3-g5. Nun entsteht durch 4...d7-d5 die Preußische Partieoder durch 4...Lf8-c5 der Traxler-Gegenangriff. Nun kenne ich mich mit dem Traxler-Gegenangriff nicht aus und er ist wohl das Schärfste, das Schwarz zu bieten hat. Hat jemand damit schon Erfahrungen gesammelt oder kennt jemand ein bischen Theorie dazu?

      Hier noch das Diagramm der Ausgangstellung:



      Viele Grüße,
      Paradoxon
      Alles ist relativ und paradox.
      Honi soit qui mal y pense.
      Y Ddraig Goch ddyry cychwyn.

      http://chesswiki.ch.funpic.de

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    • In diese Eröffnung habe ich eindeutig zu viel Zeit investiert angesichts der Tatsache, dass man sie in vielleicht einer von 1000 Partien trifft ;)
      Das Traxler-Gegengambit ist vermutlich theoretisch inkorrekt, bietet Schwarz aber sehr gute praktische Chancen. Selbst wenn Weiß die kritischen Varianten kennt, muss er aufpassen nicht einfach matt zu gehen.

      Nach 4...Lc5?! hat Weiß drei spielbare Möglichkeiten:

      - Am einfachsten ist 5.Lxf7+ Ke7, und nun hat Weiß die Wahl zwischen 6.Lb3 und 6.Ld5 (der Hauptzug). In beiden Fällen hat Weiß erstmal einen Bauern mehr und Schwarz die Möglichkeit zur Rochade genommen. Der Nachziehende wird allerdings mit Tf8 schnell Druck auf f2 aufbauen und Zeit mit Angriffen auf den verlaufenen Sg5 gewinnen (meist folgen h6 und Lg4), so dass eine gewisse Kompensation vorhanden ist. Bei genauer Verteidigung sollte Weiß aber seinen Mehrbauern behalten.

      - Sehr kompliziert und gefährlich ist 5.Sxf7 Lxf2+!. Weiß gewinnt viel Material, allerdings kommt sein König schwer unter Feuer. Während die Variante 6.Kxf2 Sxe4+ 7.Kg1 Dh4 8.g3 Sxg3 meistens zu Remis durch Dauerschach führt, kann man auch mit 6.Kf1! De7 7.Sxh8 auf Gewinn spielen. Momentan hat Weiß einen ganzen Turm mehr, muss aber nach 7...d5! 8.ed Sd4 mächtig aufpassen. Kritisch ist vermutlich 9.d6!, während die meisten "normalen" Züge schon verlieren.

      - Eine interessante und wenig bekannte Alternative ist 6.d4!?. Hier muss Schwarz schon wissen, dass 6...d5! sein einziger Zug ist -- nach Schlagen auf d4 würde 6.Sxf7! gewinnen (die Verteidigung fällt dem Weißen hier leichter als in der obigen Variante).
    • Im Gegensatz zu Odysseus habe ich nur wenig Zeit in Traxler investiert :) , weil ich schnell den Eindruck gewonnen habe, dass man hierbei ziemlich wenig über das Schachspiel lernen kann. Strategische Überlegungen kann man bei Traxler eigentlich außen vor lassen und positionelles Spiel kommt auch nicht zustande. Zumindest bei meiner Spielstärke endet Traxler fast immer in einem Gemetzel, bei dem es nur darum geht, ob man mit Schwarz ein Matt oder Dauerschach erreicht oder eben nicht.
    • So ist es! Ich habe etliche Stunden mit Recherche, Analysen und Variantenlernen verbracht und bin dadurch kein besserer Spieler geworden. Mein Lohn war nur die Befriedigung, als ich einmal (!) wirklich Traxler in einem Turnier vorgesetzt bekam. Mein Rat wäre daher auch: Lies lieber ein gutes Buch über Strategie, da ist die Zeit besser investiert.

      edit: Andererseits ist mir gerade wieder der Thread zu 1.e4 g5? ins Auge gefallen. Dann vielleicht doch lieber Traxler.
    • zu exotisch....

      der traxler....

      die hauptfrage ist wohl eher gegen wen man das spielt...

      die idee durch schnelle entwicklung kompensation zu erreichen...
      halte ich in dieser stellung für zu optimistisch....


      auf Lxf2+ kann weiß jederzeit auch Kf1 spielen...und is nix mehr mit königsangriff...

      selbst remis wird schwierig....

      The post was edited 1 time, last by helle_Fahne ().

    • Einspruch, euer Ehren!

      Wahr ist: 5.Lxf7+ führt relativ sicher zu einem soliden weißen Vorteil, wobei der/die Anziehende auch hier ein paar Tricks beachten muss. Sonst kommt Schwarz nach 5...Ke7! (statt Kf8?) 6.Lb3/d5 Tf8 recht schnell zu unangenehmem Druckspiel in der f-Linie.

      Wahr ist aber auch, dass 5.Sxf7! Lxf2 6.Kf1 De7 7.Sxh8 gewonnen ist. Haken an der Sache: Diese "objektive" Gewinnstellung kann auch ganz schnell verloren gehen, wenn Weiß sich nicht auskennt und sich schnell mal matt setzen (oder die Dame fangen) lässt. Die entstehenden Varianten sind elendig kompliziert, aber im Moment sehe ich keinen Weg, wie Schwarz sich auch nur ins Remis retten soll. Ein "sicheres" Remis für Weiß gibt es derweil nach 6.Kxf2?! Sxe4+ 7.Kg1 Dh4 8.g3 Sxg3 mit baldigem Dauerschach.
    • Das würde mich interessieren, wie Du mit 5. Sf7:?! gewinnen willst Odysseus.

      So weit war ich mit diesem Thema. Zitat aus dem alten Forum:
      Wer den Traxler-Angriff im Zweispringerspiel spielen möchte braucht sich nicht von der Variante: 1. e4 e5, 2. Sf3 Sc6, 3. Lc4 Sf6, 4. Sg5 Lc5 5. Sf7:?! abhalten lassen.

      Nach 5. .. Lf2:+, 6. Kf1 De7, 7. Sh8: d5!? 8. ed5: Sd4!

      [der interessante Zug 8, .. Lg4?! ist nach meinen bisherigen Untersuchungen tatsächlich in einer Variante nicht ausreichend.]

      Weiß hat jetzt noch zwei Züge:

      A) 9. h3 ;Schwarz antwortet mit 9. .. Lg3 (schon von Estrin empfohlen) und weiß sucht nach Ausgleich im Dauerschach ;)(auch 9. .. Lh4!? ist womöglich spielbar, für alle, denen die Varianten nach 9. Lg3 noch nicht kompliziert genug sind.)

      b) 9. d6! macht der schwarzen Seite erheblich mehr Mühe.

      b1) 9. .. Dd6: mit schwierigem Spiel und den besseren Möglichkeiten für die schwarze Partei.
      b2) 9. .. cd6: ist nach 10. Kf2:! Lg4!? (Heisman, D.) anscheinend auch spielbar :o, wenn auch nicht mit 9. .. Dd6: gleichwertig.

      Abgesehen von 7. .. d5!? ist nach den Informationen von 'Chess Base' auch der Rückzug 7. .. Lb6 mit gutem praktischen Erfolg geprüft (17 Siege für schwarz / 5 Siege für weiß / keine Remisen, sind derzeit auffindbar). Vielleicht hat das ja schon mal jemand untersucht ..?


      5. Lf7: und 5. d4 hatte ich noch nicht intensiver angeschaut, jedoch nach dem was man ich aus den damaligen Beurteilungen entnehmen konnte, ist wahrscheinlich 5. d4 der beste Zug, mit +/=.
    • Im alten Forum wurde diese Eröffnung mehrmals diskutiert, z.B. auch hier: forum.wiki-schacharena.de/topic.php?id=11051

      Die Varianten, die ich habe (M. de Zeeuw), gehen wie folgt:

      b1) 9...Dxd6 10.Sf7 Dc5 11.d3 (Le2!?) Lg4 12.Dd2 Le2 13. Kxf2!

      und

      b2) 9...cxd6 10.Kxf2! Lg4 11.Df1 0-0-0 12.Sf7 d5 13.Sc3 Tf8 14.Sxd5 Sxd5 15.Lxd5 Le2 16.Dxe2! Sxe2 17.Kxe2 (siehe unten), und Weiß hat einen Haufen Holz für die Dame.
    • zu b1) 11. .. Lg4 hatte ich mir mit ?! notiert. Als Partien hatte ich hier gefunden: [Schüler, L. - Leisebein, P., beide corr1998], wobei Weiß mit 12. b4?!= fortgesetzt hat. Besser war hier wohl der von Dir angegebene Zug 12. Dd2 den Fritz mir auch ausgeworfen hat mit: .. Lh4, 13. Sc3 b5, 14. b4 De7 (+-). Hier habe ich die Analyse abgebrochen, denn ich hatte folgendes gefunden:

      11. .. e4!? (Kompensation/unklar?) aus den Partien [Juhaz, J. - Pecka, J.,] und [Hladecek, M. - Nosek, J., beide: Tschechien2003, 0-1], siehe dort. Die weitere Analyse bestätigt Kompensation.

      zu 11. Le2 (?!) gibt Fritz aus: 11. .. Lh4, 12. b4 De7, 13. Lb2 Kf7:, 14. c3 mit [-/+, -0,82/15]. Das habe ich nicht weiter beachtet und es ist somit nicht ausreichend ausanalysiert. Gut möglich, daß man hier noch bessere Züge findet.

      zu b2) die Variante kann ich bestätigen bis 13 .. Tf8?!. Besser dürfte 13 .. Df7: sein. Die Variante kippt danach beim Weiterrechen ganz seltsam für Schwarz (-+, aber nicht genug analysiert, daher gebe ich dies Varianten mal nicht genau an. Gibt bestimmt jeweils Besseres). Sieht mir aber nicht unlogisch aus, den Springer einfach da mal wegzunehmen^^, (12. h3=).

      Lernt man hierbei was über Schach? Denk ich schon. Wenn man länger mit dem Rechner analysiert, merkt man sich irgendwann, welche Züge er in machen Pos. immer abwatscht und welche er in anderen Pos. (nahezu) immer bevorzugt. Das setzt natürlich voraus, daß man nicht nur Rechnen läßt, sondern selbst versucht zu beurteilen, ausprobiert und schaut, wie das dann ausgeht. Am Ende staunt man, wie oft die eigene Idee die bessere war. Dieser Positionstyp ist natürlich schon schon eigenartig und einzigartig.
    • Abgelehnt! :-)))

      Also ich muss sagen das ich mich selbst nie wirklich damit befasst habe ausser am Anfang meiner "Schachkarriere" etwas. Aber ich hab jetzt mal ein paar Daten zusammengetragen. Zunächst mal hier diese "Analysen" youtube.com/watch?v=s_F-n-UoJ9A&feature=relmfu. 6.Kf1 ist der kritische Zug bzw. die kritische Variante, darauf können wir uns sicher einigen :-). Weis nicht genau wie diese letzte Analyse einzuschätzen ist aber die anderen lohnen sich dafür schon denke ich mal wenn man das spielen möchte :-))


      9.d6






      Deshalb wird 10...d5! als stärkste Antwort auf Kxf2! gehalten
      :D



























      9.h3





































      Maartin Zeeuw schlägt hier das verblüffende 10.a4!? vor.





























      11.d6 cxd6! ist ausgeglichen ; Rybka.

      11.d6 cxd6 12.Bf7+ Kd8 13.Qb3 Bh4=

      11.d6 cxd6 12.Bf7+ Kd8 13.Na3 Bd7=




      Dennoch war meine Remis Aussage vielleicht schon etwas weit hergeholt das ist alles ziemlich verwirrend. Aber ich denke es ist kein Gewinn für Weiss zu sehen die Diagramme sprechen denke ich für sich ausserdem ist Lxf7+ einfach einfacher :) daher diese Aussage. Ich hoffe das soweit alles stimmen müsste.....

      The post was edited 1 time, last by Hydra ().

    • Es kam die Dvd von Robert Ris heraus : Scharfe Konter gegen Italienisch.
      Auf dieser DVD konzentriert sich der Autor auf 3 abspiele unter anderem auf Traxler
      Er schlägt viele neuerungen vor und vermittelt alles THeoretische und Praktische Wissen um in Traxler zu punkten
      in der Sxf7 Lxf2+ Kxf2 variante gibt der Autor viele methoden preis wie schwarz bei Weißen ungenauigkeiten zu einem Matt angriff kommt.
      Der Autor deutet aber öfters mal an , das es im Traxler nicht um Material geht , sondern um die Initiative und Figuren entwicklung,
      dies deutet er oft an , da schwarz ja selber viel opfert um anzugreifen (oft mehr als 2 figuren) und es nicht unbedingt ratsam ist
      eine Figur zu fressen statt weiter anzugreifen
      Mag zwar sein das es Theoretisch vllt inkorrekt ist, aber Praktisch ist es was anderes , sich als Weißer gegen diesen Opferwall zu verteidigen

      die Lxf7+ Variante begegnet der Autor mit dem offensichtlichem Ke7 (!) Lb3, Tf8
      schwarz baut druck gg. f2 auf und wenn weiß rochiert spielt schwarz mit starker Initiative am Königsflügel

      Man kann mit schwarz schon auf gewinn spielen, aber es gibt auch leider viele forcierte remis varianten
      Für alle die sich Traxler gerne Widmen wollen und die paar gelegenheits remis nichts ausmachen sollten sich diese DVD zulegen

      :thumbsup:
    • Die "verrückteste Partie aller Zeiten" ist nach Meinung von "Ginger GM" (Simon Williams) die folgende 1983 in einem Wochenendturnier in Holland gespielte Traxler-Partie:

      van de Luu, Christopher - Hesseling, M.
      Amsterdam 1983



      Da Traxler ein Pfarrer war, vermutet Williams, daß bei der Erfindung "seiner" Eröffnung göttliche Eingebung im Spiel war. "On the 7th day, God gave this opening to Man and said: Have fun with this crazy gambit!"

      Eine unfassbare Partie mit einem Kommentator in Hochform. Zurücklehnen und genießen!