Verbesserung der Spielstärke

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    • Verbesserung der Spielstärke

      Vorbemerkung
      Es ist durchaus möglich, ohne spezielle Theoriekenntnisse (z.B. auswendig gelernte Eröffnungsvarianten) intuitiv ziemlich gut zu spielen.
      Dazu müssen die allgemeinen Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten des Schachspieles verinnerlicht und das eigene Spiel danach ausrichtet werden.
      Damit kann man seinem Spiel Logik und Struktur verleihen und seine Spielstärke deutlich verbessern.

      1. Die Faktoren des Schachspiels
      Schach definiert sich über die Faktoren Raum, Material und Zeit.
      Das Verständnis dieser Faktoren und ihrer Wechselwirkungen ist Voraussetzung für die Entwicklung der Spielstärke über das Anfängerniveau hinaus.

      2. Raum
      Der Raum ist durch das Schachbrett definiert und damit ein unveränderlicher (statischer) Faktor.
      Die Maßeinheit des Raumes ist das Feld.

      Die Felder eines Schachbrettes sind schon in der Ausgangsposition nicht gleichwertig. Rein formal betrachtet, ist ein Feld umso wertvoller, je mehr Felder angrenzen.
      Eckfelder haben 3, Randfelder 5 und alle anderen 8 angrenzende Felder.
      Dazu kommt, dass mit Ausnahme der Türme die Anzahl der Zugmöglichkeiten und damit die Schlagstärke der Figuren umso größer ist, je zentraler sie auf dem Schachbrett stehen.

      Die Kontrolle über bestimmte Felder, insbesondere über die Zentrumsfelder, ist deshalb ein wichtiges Element jeder Eröffnungsstrategie.

      Während der Partie kann allerdings jedes Feld eine besondere Bedeutung erlangen.
      Die 1. bzw. 8. Reihe haben u.a. deshalb besondere Bedeutung, weil ihre Felder Umwandlungsfelder für die Bauern sind.
      Die Hauptdiagonalen weisen ebenso wie die (waagerechten) Reihen und die (senkrechten) Linien je 8 Felder auf.
      Dadurch kann z.B. der König im Endspiel im Zickzack laufend sein Ziel genauso schnell erreichen, wie bei einer geradlinigen Bewegung.
      Diese Eigenschaft kann in einigen Endspielstellungen spielentscheidend sein.

      Veränderlich (dynamisch) ist der Anteil des Raumes, der durch Weiß oder Schwarz in verschiedenen Stadien der Schachpartie kontrolliert wird.
      Kontrolliert ein Spieler einen größeren Anteil des Schachbretts als sein Gegner, dann spricht man von Raumvorteil.
      Raumvorteil kann schnell in einen Nachteil umschlagen, wenn der Raum nicht verteidigt werden kann.
      Man denke an Napoleons Russlandfeldzug!

      3. Material (Kraft)
      Das Material ist durch die zur Verfügung stehenden Figuren definiert und ist ein relativ statischer Faktor, der sich verändert, sobald Figuren geschlagen oder getauscht werden.

      Die Maßeinheit des Materials ist die Bauerneinheit.

      Um unterschiedliche Materialzusammensetzungen von Weiß und Schwarz vergleichen zu können, muss man die Tauschwerte der Schachfiguren kennen.

      Die einfachste, allgemeine Skala sieht etwa so aus:
      Springer oder Läufer (Leichtfigur) entspricht 3 Bauern
      Turm (Schwerfigur) entspricht 5 Bauern oder Leichtfigur + 2 Bauern
      Dame (Schwerfigur) entspricht 3 Leichtfiguren oder 9 Bauern

      Der König hat keinen Tauschwert, denn er muss während der gesamten Partie beschützt werden. Im Endspiel kann er aber durchaus die Kampfkraft eines Springers oder Läufers erreichen.
      Ein Turm ist nach obiger Skala ungefähr so viel wert, wie eine Leichtfigur und 2 Bauern, die Dame so viel, wie 3 Leichtfiguren oder etwas weniger als 2 Türme usw.

      Der konkrete Wert der Figuren hängt jedoch immer von der jeweiligen Stellung ab und ist damit relativ!

      Die Kraft ist die Summe der Fähigkeiten, die die Figuren während einer Schachpartie entwickeln.
      Sie hängt wesentlich vom der Position (Zentrum, Rand, Ecke) der Figuren und der Harmonie ihres Zusammenwirkens ab.
      Es ist durchaus möglich, dass wenige Figuren viel Kraft und viele Figuren wenig Kraft entfalten.
      Mit Ausnahme der Türme gilt für alle Figuren, dass sie am Rand oder gar in der Ecke weniger Kraft entfalten, weil dort weniger Felder von ihr kontrolliert werden.
      Besonders deutlich wird das bei den Springern ("Springer am Rand bringt Schand!"), weshalb diese meist im Zentrum des Bretts am besten stehen.

      Ein zentral stehender und unangreifbarer Springer hat oft sogar einen größeren Wert als ein Turm.

      Andererseits kann es aufgrund der Spielsituation durchaus richtig sein, einen Springer an den Rand zu stellen, um zum Beispiel einen Mattangriff zu starten.

      Kraft (Zugmöglichkeiten) der Figuren auf leerem Brett:

      FigurZentrumRandfeldEckfeld
      Springer83-42
      Läufer1377
      Dame272121
      Turm141414
      König853



      4. Zeit
      Mit dem Begriff Zeit wird beim Schachspiel die Anzahl der Züge bezeichnet, die zum Erreichen eines bestimmten Zieles benötigt werden.

      Die Maßeinheit der Zeit ist der Zug.

      Der Zug wird auch Tempo genannt.
      Besonders während der Eröffnung und im Endspiel ist die Zeit sehr wichtig.
      Bereits ein Tempogewinn oder -verlust entscheidet oft über Gewinn oder Verlust der Partie, z.B. in scharfen Eröffnungen mit aggressivem Angriff auf den König oder in Endspielen, bei der Umwandlung eines Bauern (Bauernwettlauf).

      5. Kompensation
      Kompensation ist der Ausgleich zwischen den oft ungleichmäßig verteilten Grundkomponenten Raum, Material und Zeit.

      "Kompensation" ist der wichtigste Begriff für das tiefere Verständnis des Schachspieles.

      Eine Schachpartie befindet sich zum Beginn einer Partie im Gleichgewicht. Dieses Gleichgewicht ist ein dynamischer Faktor, denn es verändert sich mit jedem Zug.
      Nachteile in einer oder zwei der Komponenten Raum, Material und Zeit können durch Vorteile in einer oder zwei anderen Komponenten ausgeglichen werden.
      Solange ein annäherndes Gleichgewicht besteht, befindet sich die Partie in der sogenannten Remisbreite, d.h. keiner der beiden Gegner kann zwangsläufig gewinnen.

      Beispiele:
      Ein Spieler mit weniger Material muss nicht schlechter stehen, wenn er als Ausgleich Raum- oder Zeitvorteil hat. Das wird besonders in Gambit-Eröffnungen deutlich, in denen bewusst Material geopfert wird.
      Bei gleichem oder sogar weniger Material kann ein Spieler besser stehen, wenn er Zeitvorteil hat.
      Bei gleichem oder sogar weniger Material kann ein Spieler besser stehen, wenn er Raumvorteil hat und den Raum dauerhaft verteidigen kann.
      Raumvorteil kann zum Nachteil werden, wenn der Raum nicht verteidigt werden kann.
      Für ein gestörtes Gleichgewicht gibt es sowohl kurzfristige als auch langfristige Kompensationsmöglichkeiten.
      Opfert man beispielsweise eine Figur, um in den folgenden Zügen zwingend matt zu setzen (taktisches Opfer), ist die Kompensation kurzfristig erreichbar.
      Ein Opfer zu Beginn einer Partie, das einen Eröffnungsvorteil herbeiführt, der erst im Verlauf des Spiels zu einem Ausgleich des Opfers führt (strategisches Opfer), basiert auf einer langfristigen Kompensation.
      Ein Opfer (meist eines oder zweier Bauern) bereits in der Eröffnung mit dem Ziel einer langfristigen Kompensation bezeichnet man auch als Gambit.

      Eine Partie kann man nur gewinnen, wenn es gelingt, das Gleichgewicht zum eigenen Vorteil zu zerstören!

      6. Zentrum
      Das Zentrum ist während aller Spielphasen einer Schachpartie sehr wichtig. Der Kampf um das Zentrum beginnt in der Regel bereits mit den ersten Zügen.
      Neben einer möglichst harmonischen und schnellen Entwicklung der eigenen Figuren ist die Beherrschung des Zentrums das wichtigste strategische Ziel in der Eröffnung.
      Ohne ausreichende Kontrolle des Zentrums ist ein Flügelangriff meist erfolglos.

      Ein Gegenschlag im Zentrum ist meist die beste Antwort auf einen unzureichend vorbereiteten Flügelangriff des Gegners.

      Im Zentrum postierte Figuren wirken auf das ganze Schachbrett.
      Insbesondere Springer, aber auch Läufer und die Dame haben in der Brettmitte mehr Zugmöglichkeiten als am Brettrand.

      7. Initiative
      Die Initiative im Schach liegt bei dem Spieler, der mit seinen Zügen das Geschehen bestimmt. Der Gegner ist zum Reagieren gezwungen.
      Eine gute Initiative bietet meist die Möglichkeit zum Angriffsspiel. Initiative kann auch Kompensation für einen anderweitigen Nachteil sein.

      Die Initiative kann sich verflüchtigen, wenn man nicht konsequent angreift (Alles oder Nichts)!

      8. Allgemeine Prinzipien
      • Besetze das Zentrum schnellstmöglich mit Bauern oder kontrolliere es mit Figuren.
      • Entwickle schnell alle Figuren in möglichst zentrale Positionen.
      • Ziehe in der Eröffnung mit jeder Figur (möglichst) nur einmal (keine Tempoverluste).
      • Vermeide unnötige Bauernzüge, denn Bauern können nicht rückwärts laufen.
      • Bringe den König schnell in Sicherheit (Rochade).
      • Starte einen Angriff nur, wenn im jeweiligen Brettabschnitt bereits ein Vorteil besteht.
      • Vermeide Schwächen in der eigenen Stellung (z.B. rückständige oder vereinzelte Bauern (Isolani).
      • Öffne Linien für deine Schwerfiguren und Diagonalen für Läufer und Dame.
      • Wenn bereits Materialvorteil besteht, aber ein Sieg nicht direkt erzwungen werden kann, dann führt meist weiterer Figurenabtausch zum Sieg.
        Beispiel: Wenn 4 Leichtfiguren gegen 3 Leichtfiguren kämpfen, dann ist das Kräfteverhältnis 4:3. Werden 2 Figuren abgetauscht, dann ist das Kräfteverhältnis 2:1 und damit viel besser.
      • Suche nicht nach dem besten Zug, sondern nach dem aktivsten. Dieser ist leichter zu finden und ist meist der beste.

      The post was edited 9 times, last by Widder ().

    • Hallo Widder,


      vielen Dank für diese sehr schöne und umfangreiche Zusammenfassung der Grundlagen im Schach/Schachspiel zur Verbesserung der eigenen Spielstärke :!: :!: :!: :)




      Werde versuchen und mich anstrengen mit diesen im königlichen Spiel noch etwas mehr Übersicht und Stärke zu erlangen. Habe schon Vieles davon hier auf Arena von lieben,freundlichen Menschen oder auf Arenatreffen erklärt bekommen. Doch hoffe ich durch diese Zusammenfassung noch einen besseren Überblick zu erhalten........






      :) :thumbup: ;) :thumbup: :) :thumbup: ;) :thumbup: :) :thumbup: ;) :thumbup: :) :thumbup: ;) :thumbup: :) :thumbup: ;) :thumbup: :) = :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:


      Danke Ursel

    • @Widder:Der Titel lautet
      Grundlagen zur Verbesserung der eigenen Spielstärke
      dh das ich sollte mich damit verbessern?

      Ich emien,natürlich für Anfänger ist es sehr nützlich,war interessant.
      ein besseres titel wäre Grundlagen für Anfänger.
      weil wenn man besser wird zum biespiel 1500,hilft das nicht mehr(es sind ja Grundlagen)
      ich suche selbst Tipps,weil ich jeden Tag Taktik übe...aber habe nicht den Geüfhl das ich mich verbessere.
      ein weiteren Tipp:Nicht blitzen und sich seine Zeit nehmen.
      im Blitz ist die Zeitfaktor sehr wichtig.
      lg,
      Keksi
    • Teufelsrochen wrote:

      Guter Beitrag!
      Kleine Anmerkung zu Punkt 3:
      Entspricht der Wert der Dame nicht 8 Bauern? Zudem gibt es ja auch keine 9 Bauern...oder liege ich da falsch?

      Grüße
      Die Dame kann doch wertvoller sein als alle Bauern zusammen, das ist nicht widersprüchlich.
      Damit hat die Dame etwas weniger Wert als zwei Türme und ungefähr gleich viel wie drei leichte Figuren.
      Aber das sind nur Anhaltswerte! Genau das ist das tiefere Verständnis, den Wert der Steine gut einzuschätzen
      und sie richtig einzusetzen. Ein einzelner Bauer, der Schachmatt gibt, ist mehr wert als eine Dame.
      Ein Bauer vor der Umwandlung oft mehr als eine Figur. Ein Läufer ohne brauchbare offene Diagonale,
      ein Springer ohne Stützpunkt und ein Turm ohne Zugang zu einer offenen Linie kann ziemlich wenig wert
      sein.



      Weiß hat deutlichen materiellen Vorteil, kann aber geradeheraus aufgeben. Der Läufer ist ohne jeden Wert,
      der König abgeschnitten und der lausige Bauer auf a7 wird umgewandelt und entscheidet die Partie.
    • Diese Antwort richtet sich besonders an Keksi, soll aber auch ganz allgemein noch einige Dinge klarstellen.

      Natürlich sind im obigen Beitrag viele Dinge zusammengestellt, die auch den meisten Anfängern bekannt sind. Es wäre sicher nicht sinnvoll gewesen, diese Dinge wegzulassen.
      Ich vermute aber eher, dass Spieler mit weniger als ELO 1500 mit dem Beitrag zunächst Probleme haben werden.

      Im Kern ging es mir darum aufzuzeigen, dass Schach seine Komplexität aus der Wechselwirkung von Raum, Zeit und Material bezieht. Dieser Wechselwirkung kann man nur Rechnung tragen, wenn man abstrakt denkt.
      Man könnte auch sagen, dass strategische Spielplanung (mit der Schach eigentlich erst Qualität bekommt) abstraktes Denken voraussetzt.

      Leider habe ich selbst diese Stufe nie wirklich erreicht. Ich war taktisch immer recht stark, aber strategisch eine Luftnummer, obwohl ich die aufgeführten Prinzipien kannte.
      Manchmal allerdings ertappe ich mich beim Spiel dabei, diese Dinge bewusst einzusetzen, und dann gewinne ich auch öfter.

      Bis zum guten Strategen oder auch nur zum guten Positionsspieler ist es ein weiter Weg. Ich habe ihn nie geschafft. Vielleicht schaffen es andere hier, Aber dazu braucht man vermutlich eine andere Einstellung als die, die in Keksis Antwort zum Ausdruck kommt.

      Ich füge mal noch einen Link an, unter dem manche Positionen ausführlicher beschrieben werden:
      schach-starter.de/schachstrategie.html
      Schach ist ganz einfach, man muss nur statt des letzten den vorletzten Fehler selber machen!

      The post was edited 1 time, last by Widder ().

    • Hallo zusammen,

      Also ich finde, beim Schach ist der Materialvorteil am wichtigsten.
      Material zu gewinnen ist einfacher, als Matt zu setzen.
      Und so wird auch das Endspiel deutlich einfacher.

      Die allermeisten Spiele entscheiden sich letztendlich über den Materialvorteil !

      Also gut aufpassen auf de Püppchen ! :D
    • Hallo Widder, deine Gesichtspunkte nach denen man seine Schachpartie durchführen sollte, sind einleuchtend. Wenn man sie während des Spieles versucht zu berücksichtigen, wird man vermutlich stärker spielen. Was du noch erläutern könntest, wäre wie man sein Training organisieren sollte, wenn man NICHT spielt. Ich mache z.B. zu oft den Fehler und spiele eine Partie nach der anderen, in der Hoffnung, die nächste werde ich schon gewinnen. Wenn ich eine gespielte Partie mit Hilfe eines Schachprogrammes nachträglich analysiere, dann handelt es sich oft um eine gewonnene Partie. Interessanterweise weist das Programm dann trotzdem noch auf bessere Züge hin, die man sowohl selbst als auch der Gegner übersehen hat. Im Grunde könnte man jede gespielte Partie als Lernbeispiel mit dem Computer durchgehen, denn im Verein macht man das nach Turnierrunden auch, aber dann mit erfahreneren Spielern, die ihrerseits trotzdem in kritischen Situation Rechnerhilfe zu Rate ziehen.
      Also unabhängig vom Ausgang des Spieles: S(piel) A(nalyse) S A S A ... usw. anstatt S S S S ...
    • Vermutlich ist es wichtiger, seine verlorenen Partien zu analysieren als die gewonnenen. Ein Computer wird aber natürlich in beiden Fällen bessere Züge finden.

      Damit ist es aber nicht getan. Man muss verstehen WARUM die Züge des Computers besser sind als die eigenen (oder die des Gegners).

      Damit meine ich natürlich nicht offensichtliche Fehler, sondern besonders solche Züge, die sich erst später in der Partie als vorteilhaft erweisen.
      Solche Züge findet man selber oft nicht, weil sie eine STRATEGISCHE Analyse der Spielsituation erfordern.

      Ich tue mich damit auch immer schwer, und man braucht schon einen sehr viel besserer Spieler als Trainer, der einem erklärt, warum solche Züge besser sind als die eigenen.
      Das macht der Computer nämlich leider nicht, weshalb man dann auch nicht so viel Erkenntnis aus der Analyse gewinnt, wenn man nur am Computer analysiert.

      Fazit:
      Wenn man wirklich besser werden will, dann muß man viel spielen und möglichst viele Partien (vor allem die verlorenen) mit einem menschlichen Trainer analysieren.
      Dieser Trainer sollte mindestens 500 Elo (über die Zahl kann man streiten) mehr haben als man selbst.
      Wenn der Trainer nur wenig besser ist als man selbst, dann wird er keine befriedigenden Erklärungen liefern können (ist jedenfalls meine Erfahrung).

      @DrZwiebelhirsch
      Nur die meisten Anfängerpartien entscheiden sich durch simple taktische Fehler, darauf beruhendem Materialgewinn mit anschließendem Abtausch und folgendem Mattangriff oder Bauernumwandlung.

      Gegen gute Gegner muss man sich alles erst einmal erarbeiten. Auch Materialgewinn ergibt sich erst aus einer besseren Stellung.
      Soll heißen: Die meisten Partien entscheiden sich über die zuvor erarbeitete bessere Position!
      Schach ist ganz einfach, man muss nur statt des letzten den vorletzten Fehler selber machen!

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    • So geistreich und richtig Widders Ausführungen zum Verhältnis von Raum, Zeit und Material im Schach auch sein mögen, so wenig nützen sie dem Spieler in der Partie.

      Denn diese Gedanken sind sehr abstrakt. Schach ist jedoch ein extrem konkretes Spiel. Bei aller Liebe zu allgemeinen Prinzipien ist hier doch oft vor allem konkrete Variantenberechnung gefragt!

      Deshalb habe ich dieses Thema erstellt:

      forum-schacharena.de/board/ind…-berechnet-man-varianten/
    • Der_Patzer wrote:

      So geistreich und richtig Widders Ausführungen zum Verhältnis von Raum, Zeit und Material im Schach auch sein mögen, so wenig nützen sie dem Spieler in der Partie.

      Denn diese Gedanken sind sehr abstrakt. Schach ist jedoch ein extrem konkretes Spiel. Bei aller Liebe zu allgemeinen Prinzipien ist hier doch oft vor allem konkrete Variantenberechnung gefragt!

      Deshalb habe ich dieses Thema erstellt:

      forum-schacharena.de/board/ind…-berechnet-man-varianten/
      Ich kann deine Sichtweise nachvollziehen.
      ABER: Im Schach gibt es unzählige mögliche Stellungen - da kann man nicht jede konkret behandeln! Gerade für Einsteiger sehe ich da deutlich mehr Sinn, sich allgemein die Dimensionen des Schachspiels zu eigen zu machen, als sich tief in einzelne Varianten einzurechnen - die dir in der Partie wohl eh kaum aufs Brett kommen.

      Auch dein verlinktes, scheinbares Beispiel ist eigentlich keins. In diesem Stadium der Partie kann man getrost noch von Eröffnungstheorie sprechen. Eröffnungstheorie zu lernen ist natürlich enorm wichtig - nur ist das auch eher ein Auswendiglernen als ein wirkliches Berechnen. Für das Berechnen von Varianten eignen sich eher Studien (oder auch Taktikaufgaben)
    • Computeranalysen sind zwar richtig, aber erklären nichts, insbesondere geben sie zur positionellen Behandlung gar keine Auskunft. Daher würde ich persönlich die klassischen Schachbücher zum Mittel- und Endspiel empfehlen, je nach Geschmack real oder evtl. im Internet, aber von Menschen geschrieben. Erklärung life durch jemanden, der 300 Elo besser ist, ist natürlich super und vermutlich am besten, weil's sich dauerhafter einprägt.
      Zu Endspielen: Da gibt's viel. Silman' s "Complete Endgame Course: from Beginners to Masters" teilt es nach der Spielstärke ein, was man lernen soll (ist aber auf Englisch).

      Ansonsten: nahezu jede Schachpartie, auch von GM's, ist eine Folge von Fehlern beider Seiten.
    • grundsätzlich ist wohl beides wichtig. Lasker´s allgemeine Ausführungen in seinem "Gesunder Menschenverstand im Schach" sind heute noch genau so aktuell wie vor 100 Jahren. Je fortgeschrittener ein Spieler ist, desto sinnvoller ist es für ihn von allgemeinen Regeln und Prinzipien in Richtung spezieller Analyse und eng umgrenzte Probleme zu gehen.

      Ich durfte einigen jungen Menschen das Schachspiel beibringen und bin dabei vom einfachen zum komplizierten gegangen. erst mattsetzen mit Dame, Turm und 2 Läufern (mattsetzen mit Springer und Läufer hab ich weggelassen), dann Bauernendspiele, dann Endspiele, dann einfache Kombinationen (Mattsetzen aber auch zur Erringung eines Vorteils), dann komplizierte Kombinationen, dann 2 oder 3 Haupteröffnungsvarianten, dann erst Mittelspiel.