Diskussion 15 Minutenkarenz bei der Schacholympiade

    • Ist vielleicht ein bisschen Off-Topic, aber ich finde die Regelung sehr gut.
      Die Mannschaften werden vom Hotel abgeholt und pünktlich in den Spielsaal gefahren.
      Wenn das geklappt hat, war die Entscheidung des Schiedsrichters natürlich fatal falsch. Wenn etwas beim Transport schief gelaufen ist, dann war sie richtig.
      Jede Verzögerung, die tatsächlich durch die Mannschaften verursacht wurden, ist durch diese zu verantworten.

      Ich kenne solche Großturniere und wenn die Spieler nicht rechtzeitig am Brett sind, bekommt man die Presse nicht zeitig aus dem Turniersaal und das bringt Unruhe für alle in den Turniersaal.

      Selbst die 0-Karenz kann ich bei einem solchen Turnier mit solchen Anforderungen an die Ausrichter verstehen, aber auch die Argumente dagegen. 15 Minuten sind ein guter Kompromiss.

      Grüße Daniel
    • Kenne mich damit nicht aus:

      Wieso war die Entscheidung des Schiedsrichters total falsch, wenn es geklappt hat, die Mannschaften pünktlich zum Turniersaal zu fahren? Denn dann haben offensichtlich die Kontrollen beim Einlass nicht vernünftig geklappt; das ist aber Aufgabe der Tagungsorganisation.

      Früher wurden die Uhren angestellt und man hatte danach 1 Std. Zeit, um den 1. Zug zu machen. Das erscheint mir kulant und sehr vernünftig zu sein. Wurde diese Regel gestrichen, damit die Presse ihre Fotos hat, sie geht und Ruhe einkehrt??
    • Diskussion 15 Minutenkarenz bei der Schacholympiade

      Extrahiert aus dem Thema 43. Schacholympiade in Batumi (24.9.-5.10.2018).

      So, um dem Thema Schacholympiade den schachlichen Charakter zu lassen, habe ich die von mir angefangene Diskussion umgehängt.
      Die Regel mit der geänderten Karenzzeit ist jetzt über 12 Jahre alt und hat einen deutlich lächerlicheren Ursprung, auf den ich jetzt abr nicht näher eingehen will.

      Ich schildere jetzt einfach mal, wie aus meiner Erfahrung das Ganze bei einem Turnier dieser Größenordnung und diesem Level vom Organisator geplant läuft:

      Die Teilnehmer werden aus ihrem Hotel abgeholt und zu dem Turnierort gefahren.
      Dort treffen Sie normalerweise etwa 30 bis 45 Minuten vorher ein.
      Für den Sicherheitscheck sind etwa 20 Minuten geplant, dann noch an den Tisch oder vorher auf die Toilette laufen.
      Hinsitzen, Luft holen, starten.

      Tatsächlich fehlt es vielen (nicht nur) aber auch Profis an einem gewissen Gefühl für Pünktlichkeit, so dass sich bereits die Abfahrt um 5 Minuten verzögert (wer Mannschaftskämpfe spielt, weiß, dass das niedrig angesetzt ist).
      Dann muss man im Turniersaal erstmal quatschen, denn man sieht die Leute ja nicht nach der Partie oder kann sich im Hotel unterhalten.
      Anschließend regt man sich über die Sicherheitskontrolle auf, weil so langsam wird es knapp.
      Dann ist man im Spielareal, der Kapitän möchte noch ein paar Worte los werden.
      Und dann merkt man, dass man noch aufs Klo könnte und ganz plötzlich ist das Ende der Karenzzeit erreicht.

      Leute, wir reden hier über die Schacholympiade, einem der größten und in der Spitze stärksten Schachturniere der Welt.
      Da ist nun mal nichts mit: "komm ich heute nicht, komm ich morgen".
      Da geht es um Titelnormen, hohe Kosten für die Nationen und Veranstalter, Preisgelder, Verträge mit Veranstaltern und Sponsoren.
      Den weit über 1000 Spielern werden möglichst gute Bedingungen geboten. Dafür wird aber auch ein professionelles Verhalten erwartet.

      Zu den möglichst guten Bedingungen gehört aber auch Ruhe. Und wenn 10 , 15 oder eben sogar 20 Minuten nach dem Start noch mehrere Spieler durch den Turniersaal hetzen um ihren Tisch zu erreichen. Noch schnell ein Pressefoto von sich machen lassen müssen, etc. Dann sorgt das eben nicht für Ruhe und gute Spielbedingungen für die anderen Spieler.

      Grüße Daniel

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