Wijk aan Zee 2019

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    • Wijk aan Zee 2019

      Der Januar ist traditionell Wijk-Zeit, so auch 2019. Am Samstag, den 12. Januar beginnt in dem kleinen Fischerdorf Wijk aan Zee nahe Amsterdam das erste große Schachturnier des jungen Jahres. In der Master-Class (Elo-Schnitt 2753, Stand Dezember 2018) gehen so illustre Spieler wie Shakhriyar Mamedyarov, Ding Liren, Viswanathan Anand, Sam Shankland, Ian Nepomniachtchi, Vladimir Fedoseev, Jan-Krzysztof Duda und nach Jahren der Abstinenz endlich wieder Vladimir Kramnik an den Start. Blitzweltmeister Magnus Carlsen und Turniermaskottchen Anish Giri werden im Vorfeld gute Chancen auf den informellen Titel des Remiskönigs bescheinigt. Zugpferd der Challenger-Class (Elo-Schnitt 2582, Stand Dezember 2018) dürfte der Iraner Parham Maghsoodloo sein, hier sind mit Elisabeth Paehtz und dem 14 Jahre alten Vincent Keymer auch zwei Deutsche am Brett.

      Die Bedenkzeitregelung des dreizehnrundigen Turniers sieht 100 Minuten für die ersten 40 Züge vor, anschließend gibt es 50 Minuten für weitere 20 Züge, dann gegebenenfalls noch 15 Minuten für den Rest der Partie; vom ersten Zug an gibt es 30 Sekunden Zugabe für jeden Zug. Die Spieler der Meisterklasse gehen wie auch in den vergangenen Jahren auf eine kleine Tournee überland - so spielen sie am 16. Januar in Alkmaar und am 23. Januar in Leiden. Die Spieler (m/w/d) der Herausfordererklasse absolvieren das komplette Turnier in Wijk, wer hier gewinnt, steigt im kommenden Jahr in die Upper Class auf. Alle 28 Teilnehmenden haben am 17., 21. und 24. Januar spielfrei; Rundenbeginn ist klassenübergreifend um 13:30 Uhr, die Partien in Alkmaar und Leiden starten um 14:00 Uhr, die Abschlussrunde am Sonntag, den 27. Januar beginnt bereits um 12:00 Uhr.

      Die Tradition des Turniers in Wijk aan Zee aka Tata Steel Chess Tournament geht zurück auf das Jahr 1938, lediglich im Kriegsjahr 1945 fiel es aus. Von Beginn an wurde es vom lokalen Stahlkonzern finanziert, etliche Jahrzehnte und diverse Fusionen später ist das nun seit 2011 die indische Tata Steel Group. Damit zählt Wijk zu den wenigen Schachveranstaltungen im Kalender, die über einen institutionellen Sponsor verfügen und nicht vom mäzenatischen Wohl und Wehe russischer Oligarchen, saudischer Ölmultis oder amerikanischer Hedgefonds-Manager abhängig sind. Von den Topspielern der Nachkriegsjahre war lediglich Bobby Fischer nie an der niederländischen Nordseeküste. Zu den unvergessenen Begegnungen am Brett zählen etwa die Partien Garri Kasparow - Veselin Topalow (1999) und Levon Aronian - Viswanathan Anand (2013).

      Offizielle Turnierseite >> tatasteelchess.com/
      Live-Übertragung >> chess24.com/de/sehen
    • Nach 5 Runden führen Ian Nepomniatchi und Ding Liren mit 3,5 Punkten das Feld an, gefolgt von einer vierköpfigen Verfolgergruppe mit 3 Punkten, zu der auch Magnus Carlsen zählt. Bericht von Johannes Fischer: Wijk Runde 5: Carlsen erzielt ersten Sieg.

      Die für mich bemerkenswerteste Partie wurde in der 1. Runde gespielt:

      Ding Liren (2813) - Carlsen, Magnus (2835)
      81st Tata Steel GpA, Wijk aan Zee, 1. Runde, 12.1.2019



      Peter Svidler, der mit Superlativen sonst sehr vorsichtig ist, sieht diese Partie als eine der besten und originellsten Partien auf dem Top-Level an, die er seit längerer Zeit gesehen hat: