Königsindisch: Bajonett-Angriff

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    • Königsindisch: Bajonett-Angriff

      Der Bajonett-Angriff entsteht nach den Zügen



      Mit 9.b4 startet Weiß unverzüglich - im Gegensatz zu anderen populären Varianten wie 9.Se1 und 9.Sd2, in denen zunächst Figuren umgruppiert werden - seinen Vormarsch am Damenflügel. Der Königsspringer bleibt vorerst auf f3. Er kann später über d2 nach c4 überführt werden, in manchen Fällen kann er ggfs. auch vorteilhaft nach g5 gehen.

      Der Bajonett-Angriff ist schon seit den 50er Jahren bekannt, wo er unter anderem von Mark Taimanov und Bent Larsen gespielt wurde. Seine große Blütezeit setzte aber erst in den 90er Jahren ein, als das weiße Spiel durch Ideen vieler Weltklassespieler wie Vladimir Kramnik bereichert wurde und der Bajonett-Angriff so zu einer der gefürchtetsten Waffen gegen Königsindisch wurde.

      Heute wurde beim Chessable Masters der dritte Satz des Viertelfinalmatches zwischen Ding Liren und Hikaru Nakamura gespielt. Nach 2 Partien lag Nakamura mit einem Punkt zurück. In der dritten Partie hatte er Schwarz und wollte angesichts der Matchsituation nicht das von ihm gewohnte abgelehnte Damengambit spielen, sondern griff zu seiner "alten Liebe", dem KID. Ding Liren antwortete mit dem Bajonett-Angriff, und es ergab sich eine Musterpartie, die zeigt, wie man gegen Königsindisch seinen Raumvorteil zur Geltung bringen kann. Absolutes Pflichtprogramm für jeden, der KID mit Weiß oder Schwarz spielt.

      Ding, Liren (2836) - Nakamura, Hikaru (2829)
      Chessable Masters, Viertelfinale, 29.6.2020



      Eine sehr eindrucksvolle Partie des verdienten Halbfinalisten Ding Liren!
      Daniel King erläutert die Partie: