Damengambit, abgelehntes / Tschigorin-Verteidigung

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    • Damengambit, abgelehntes / Tschigorin-Verteidigung

      Guten Morgen liebe Schacharena,

      ich interessiere mich für die Tschigorin-Verteidigung im Abgelehnten Damengambit.
      Deshalb würde ich euch bitten eure erfahrungen mit dieser Variante hier zu posten und natürlich auch die Variante zu diskutieren.
      Tschigorin-Verteidigung:


      Mögliche Fortsetztung


      Bisher habe ich gelesen, das in dieser Variante Schwarz oft die Springer fesseln oder schlagen muss und somit sein Läuferpaar aufgibt.

      z.B:
      Iubar mit i nicht mit l! Was sollte denn lubar bitte heißen? :D
    • Als aller erstes muss ich sagen das dieses System am interessantesten und möglicherweise am Besten gegen diese etwas langsamen Fianchetto Systeme (Lg2) funktioniert.


      So Z.b.











      Besser für Weiss sind diese:




    • Chigorin spiele ich nur gelegentlich, aber eigentlich ganz gerne. Man hat meistens den Überraschungseffekt auf seiner Seite und kriegt schnell aktives Figurenspiel, vor allem wenn Weiß nicht sehr energisch spielt. Außerdem ist die Eröffnung positionell sehr solide, weil man seine Bauernstruktur nicht schwächt. Nachteil ist natürlich, dass Weiß in den kritischen Varianten schon einen leichten Vorteil bekommt. Deswegen wird Chigorin wohl nie meine Hauptwaffe werden -- gegen vorbereitete Gegner macht es weniger Spaß.

      Auf einige Punkte sollte man achten, wenn man 2...Sc6 spielt:

      - Am Läuferpaar darf man nicht hängen! Meist landet die schwarze Dame auf d5, und wenn du nach Sc3 keine Zeit mit Rückzügen verlieren willst, musst du eben mit Lb4 fesseln und zur Not rausnehmen. Der andere Läufer geht meistens nach g4, und den Sf3 und damit das weiße Zentrum weiter unter Druck zu setzen. Mit Lxf3 kann man oft die gegnerische Struktur schwächen.

      - Vor dem Endspiel braucht man in der Regel keine Angst haben. Zwar hat Weiß meist das Läuferpaar, aber dieser Vorteil wird durch seine schlechte Bauernstruktur (doppelter f-Bauern oder Isolani auf der d-Linie) oft kompensiert. Also ist Damentausch häufig im Sinne des Nachziehenden. Man sollte aber darauf achten, die Stellung geschlossen zu halten, dann kann das Springerpaar den beiden Läufern sogar überlegen sein.

      - Druckspiel gegen d4 ist das zentrale Thema. Sowohl die zentrale Dame als auch der Sc6 bedrohen den Damenbauern von Anfang an, so dass Weiß ihn entweder mit dem passiven e3 oder eben mit Sf3 (dann: Lg4!) decken muss. Häufig spielt Schwarz auch schnell 0-0-0, was den Druck weiter erhöht (und außerdem freie Hand für den Angriff auf dem Königsflügel gibt). Wichtig: Der Sc6 blockiert den schwarzen c-Bauern, so dass der im Damengambit typische Hebel c5 meist nicht spielbar ist. Deswegen ist der entscheidende Sprengzug e5. Wenn Schwarz Gegenspiel haben will, muss er diesen Zug früher oder später durchsetzen, zur Not als temporäres Bauernopfer. Manchmal muss man leider erst e6 spielen, allerdings muss man dann darauf achten, dass man zumindest schon den weißfeldrigen Läufer entwickelt hat.

      - Weiß wird darauf achten, dass er sich auf der d-Linie keinen Isolani verpassen lässt und versuchen, seinen Raumvorteil im Zentrum zur Geltung zur bringen. Sobald der d4 befestigt ist, bereitet man deswegen typischerweise den zentralen Bauerndurchbruch mit f3 vor. Wenn der Nachziehende nicht aufpasst, wird er schnell mit e4 nebst d5 überrollt.

      Ich hoffe, das gibt ein paar Anhaltspunkte. Konkrete Varianten gibt es auf Nachfrage.
    • Odysseus wrote:

      Ich hoffe, das gibt ein paar Anhaltspunkte. Konkrete Varianten gibt es auf Nachfrage.
      Guter Text. Doch wie bist du denn drauf?? Hast du Angst jemand bereite sich auf dich vor? Oder wolltest du noch eine DVD bei Chessbase rausbringen lool. Man muss ja nicht alles offenlegen aber die normalen Varianten kannste sowie ich es getan habe ebenfalls angeben. Du bist doch sogar Moderator hier......
    • Ja, da hast schon du recht aber ich sehe eigentlich keine Probleme wenn jemand eine konkrete Frage hat diese ebenfalls hier zu beantworten. Also ich wäre nicht besonders angetan irgendjemanden der sowas schreibt per PN anzufragen o.ä.

      Ich mein hast du ein Buch darüber oder.... und willst es deswegen nicht schreiben wegen cpoyrights..... das kommt halt alles recht fragwürdig rüber wenn du das so schreibst. Zumal man da schon ganz schön naiv sein muss das alles dann auch zu glauben. Hier im Forum kann man davon ausgehen das es schon eher glaubwürdig ist da jeder hier reinschaut und wenn was irgendwie nicht passt wird sich dazu bestimmt jemand anderes noch äussern und dann wird mehr Klarheit geschaffen. Siehe Owen Thread, wo ich auch zuerst dachte das es normal spielbar wäre. So wird das eigentlich in allen Foren gemacht dazu sind die ja da. Ist doch gut wenn viel geschrieben wird....

      Ich poste hier auch immer nur kurze Analyseausschnitte (von mir aber auch natürlich von anderen was mir so bekannt ist) die im groben die jeweilige Eröffnung zeigen und was so los ist und was ich so für gut halte bzw. ist oder eben auch nicht usw.... mach das doch einfach auch dafür ist das hier doch gedacht. Irgdendwo sollte man halt auch anfangen. Setz doch einfach bei meinen paar geposteten Varianten fort o.ä. wenn du keine Lust hast alles abzuschreiben oder so kp....
    • Du hast mich falsch verstanden, ich habe nicht um eine PN gebeten. Wenn jemand hier eine konkrete Frage stellt, schaue ich in meine Notizen und poste auch hier die Antwort. Aber dazu muss erstmal eine Frage kommen, mehr wollte ich mit dem von dir zitierten Satz gar nicht sagen.

      Ich schreibe nur nicht einfach drauf los, zumal ich die Grundideen und einige typische Motive für wichtiger halte als irgendwelche Beispielvarianten. Hab jetzt auch weder Zeit noch Lust, meine Analysen durchzuwühlen.

      btw: Genug der Metadiskussion, widmen wir uns lieber der Eröffnung.
    • Spielt hier eigentlich jemand Tschigorin dauerhaft? Es gibt nämlich auch noch die folgende zunächst unangenehme Variante

      Was spielt ihr so gegen Sc3? Das kommt häufiger vor als gedacht(vor allem in langen Partien, wo manche Gegner schon in der Eröffnung ewig überlegen)
    • SJS wrote:

      Spielt hier eigentlich jemand Tschigorin dauerhaft? Es gibt nämlich auch noch die folgende zunächst unangenehme Variante

      Was spielt ihr so gegen Sc3? Das kommt häufiger vor als gedacht(vor allem in langen Partien, wo manche Gegner schon in der Eröffnung ewig überlegen)


      Ich empfehle dir sehr das Buch von Bronznik (in deutscher Sprache). Es ist lange her, dass ich Tschigorin gespielt habe. Ich habe in Erinnerung, dass ich 4.d5 immer als angenehmer empfand als 5.d5 nach 4.Sf3. Nach 4.d5 kannst du glaube ich mit dem Springer nach e5 gehen. Ein darauf folgendes f4 ist nicht so tragisch, da kannst du Bronzniks Empfehlung folgen. 4.Sf3 fand ich unangenehmer, denn man muss nach 5.d5 mit dem Springer entweder nach a5 und mit dem Feuer spielen oder man muss zurück nach b8, was komisch aussieht, aber möglicherweise funktioniert. Wenn es nur 3.Sf3oder 3.e3 gäbe, dann würde ich Tschigorin vielleicht heute noch spielen, aber gegen Sc3, Sf3 und d5 zu spielen hat mir keine Freude bereitet. Ich glaube mich erinnern zu können, das mein Favorit 4...a6 war nach 4.Sf3. Die genauen Varianten hab ich aber vergessen.
    • Über Tschigorin habe ich schon ein Buch (von Morosewitsch) doch er untersucht nur die Stellungen nach 3. ... dxc4. Ich wollte nur fragen, ob jemand eine Alternative (natürlich besser) mit ein paar ungefähren Varianten kennt, ohne dass ich wieder mir sinnlos noch ein Buch kaufe
    • SJS wrote:

      Über Tschigorin habe ich schon ein Buch (von Morosewitsch) doch er untersucht nur die Stellungen nach 3. ... dxc4. Ich wollte nur fragen, ob jemand eine Alternative (natürlich besser) mit ein paar ungefähren Varianten kennt, ohne dass ich wieder mir sinnlos noch ein Buch kaufe
      Du kannst 3...Sf6 spielen, aber das erlaubt zum Beispiel 4.cxd5 Sxd5 5.e4 Sxc3 6.bxc3 und in der Stellung wäre es glaube ich schöner wenn der schwarze Springer auf c6 nicht den c-Bauern blockieren würde, sondern der schon auf c5 säße, aber möglich ist es sicher. Außerdem kann Weiß 4.Sf3 spielen und dann gibt es eventuell nur eine Zugumstellung wenn du im vierten Zug auf c4 nimmst.
    • Naja gut entweder du richtest dich nach deinem Buch, so katastrophal wird es doch jetzt auch nicht sein oder!? Wie alt ist es denn?

      Ansonsten schau dir einfach mein letztes Diagramm an 3...e6 usw.... Was besseres ist für Schwarz nicht möglich. Also Z.b.


      The post was edited 2 times, last by Hydra ().

    • Entschuldigt ich weiß das das hier jetzt nicht reinpasst, aber ich habe es unter der Rubrik "Eröffnungen" nicht gefunden, weshalb ich nochmal nachfragen wollte. :)
      Und zwar suche ich das Königsgambit gibt es da schon einen Eintrag?

      Wenn nicht werde ich einen Thread dazu eröffnen, weil ich das für eine interessante und aggressive Wahl für Weiß halte. Ich wäre interessiert an diesem Gambit, da ich ein aggressiver Spieler bin(versuche zu sein).
    • Kibitzer wrote:

      Entschuldigt ich weiß das das hier jetzt nicht reinpasst, aber ich habe es unter der Rubrik "Eröffnungen" nicht gefunden, weshalb ich nochmal nachfragen wollte. :)
      Und zwar suche ich das Königsgambit gibt es da schon einen Eintrag?

      Wenn nicht werde ich einen Thread dazu eröffnen, weil ich das für eine interessante und aggressive Wahl für Weiß halte. Ich wäre interessiert an diesem Gambit, da ich ein aggressiver Spieler bin(versuche zu sein).

      Es gibt hier ein Inhaltsverzeichniss ;) Und ja einen Thread zum Königsgambit gibt es. Das Verzeichniss findest du ganz oben bei Eröffnungen :D
      Iubar mit i nicht mit l! Was sollte denn lubar bitte heißen? :D
    • IM Andrew Martin erläutert in seinem Video Refuting the Chigorin? anhand der Partie Wojtaszek - Rabiega (Bundesliga 2011) die Variante



      Weiß besitzt das Läuferpaar, insbesondere sein schwarzfeldriger Läufer wird auf b2 große Stärke entfalten, da er keinen schwarzen Kontrahenten mehr hat. Andrew Martin hält die weiße Stellung für sehr aussichtsreich, und Radoslav Wojtaszek gelang am Spitzenbrett der Bundesliga ein überzeugender Sieg.

      Eine ähnliche Thematik entsteht in der (noch häufiger gespielten) Variante



      Diese Variante wird anhand der Partie Bacrot - Ortmann (Neckar Open 2011) in Advice on presenting a game erläutert.

      The post was edited 5 times, last by Schroeder ().

    • Damengambit: Tschigorin-Verteidigung mit 3.cxd5

      Die Ideen und Vor- und Nachteile der Tschigorin-Verteidigung hat Odysseus zu Anfang dieses Threads sehr gut beschrieben. Schwarz bekommt in vielen Varianten einen Entwicklungsvorsprung, und der kann bei unpräzisem weißen Spiel zu heftigen Explosionen schon im frühen Partiestadium führen. So geschehen in einer Partie von "The Big Greek" Georgios Souleidis, der diese Partie als seine persönliche "Unsterbliche" ansieht:

      GM Gagunashvili, Merab (2577) - IM Souleidis, Georgios (2382)
      19. European Club Cup, Rethymnon (Kreta), 1. Runde, 28.9.2003





      Im Anhang findet sich die Partie mit ausführlichen Kommentaren von GM Dautov.
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