Spanisch - Berliner Verteidigung

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    • Spanisch - Berliner Verteidigung

      Die Berliner Verteidigung 1.e4 e5 2.Sf3 Sc6 3.Lb5 Sf6 wurde schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts von 7 Meistern (den "Plejaden") der Berliner Schachschule ausführlich untersucht und gehört heute zum festen Bestandteil des Repertoires zahlreicher Weltklassespieler.

      Eine ihrer wichtigsten Fortsetzungen



      führt zur "Berliner Mauer", die maßgeblich zu Vladimir Kramniks WM-Sieg im Jahre 2000 in London gegen Garri Kasparov beitrug. Die Beliebtheit dieses Berliner Endspieles bei starken Spielern erklärt sich dadurch, daß es kaum forcierte Varianten gibt und die Computer die oft sehr langfristig angelegten Pläne beider Seiten nicht verstehen und deshalb für die Bewertung der Varianten nur sehr bedingt tauglich sind. Damit ergibt sich viel Raum für menschliche Kreativität.

      Vor wenigen Tagen ist ein Buch zu dieser Eröffnung erschienen: The Berlin Defence - Igor Lysyj and Roman Ovetchkin.
      ==> Leseprobe

      Außerdem beschäftigen sich zwei vor kurzem erschienene DVDs mit dem Berliner Endspiel, eine aus weißer und eine aus schwarzer Sicht:
      Alexei Shirov: Gewinnen gegen die Berliner Verteidigung
      Leonid Kritz: Being safe in the Berlin Defence
    • Ah Spanisch/ Berliner Verteidigung. Wahrscheinlich einer der Eröffnungen, die besonders Kramnik zugeschrieben wird. Konnte man ja auch in den Spielen gegen Aronian sehen kramnikaronian.com/

      Natürlich darf man da auch die fiesen Fallen nicht vergessen. Kramnik oder anderen erfahrenen Spielern dürfte so etwas aber bereits geläufig sein :D



      oder ähnlich..



      Die Falle funktioniert ganz ähnlich übrigens auch mit Sizilianisch wunderbar

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    • @leo_n
      Wenn man einen Zug wie 4.-Sg4? spielt, muß man schon mit großer Naivität des Gegners kalkulieren. Weiß erreicht mit einfacher Weiterentwicklung klaren Vorteil.



      Der schwarze Springer g4 steht allein auf weiter Flur und droht in den nächsten Zügen doch einmal geschlagen zu werden. Schwarz wird also früher oder später unter Tempoverlust nach f6 zurückweichen müssen.
    • Im ersten offiziellen Weltmeisterschaftskampf der Schachgeschichte zwischen Wilhelm Steinitz und Johannes Zukertort 1886 stand in 8 von 10 Schwarzpartien von Zukertort die Berliner Verteidigung zur Diskussion (in den beiden anderen spielte Steinitz Schottisch bzw. die Wiener Partie). Steinitz setzte in allen 8 Partien mit 4.0-0 fort und erzielte damit einen Score von 5,5 : 2,5.

      In allen späteren Partien (1892 - 1894), in denen er gegen die Berliner Verteidigung zu spielen hatte, spielte Steinitz 4.d3, und das mit großem Erfolg. Er erzielte damit 4,5 Punkte aus 5 Partien, darunter zwei Siege gegen Tschigorin und einen Sieg gegen Lasker im WM-Kampf 1894. Dieser Sieg gegen Lasker ist eine Modellpartie zum Thema "Flügelangriff bei abgesichertem Zentrum", die man sich auf der Zunge zergehen lassen sollte:

      Steinitz, Wilhelm - Lasker, Emanuel
      WM-Kampf 1894 in USA/CAN, 2. Partie


      1-0

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    • Berliner Verteidigung mit 4.d3

      In der vorletzten Runde des gerade zu Ende gegangenen Turnieres in Dortmund gewann der spätere Turniersieger Fabiano Caruana gegen Vladimir Kramnik, der sich wie gewohnt der Berliner Verteidigung bediente. Hier die Partie mit Kommentaren des Siegers: Spannung vor der letzten Runde.

      Dieselbe Variante



      stand in der Partie IM Greg Shahade - Ben Coraretti im Philadelphia World Open zur Diskussion. Diese Partie wird von Shahade hier im Video kommentiert.

      Eine Partie, die die beiderseitigen Möglichkeiten in der Hauptvariante, der "Berliner Mauer" beleuchtet, ist Bologan - Naiditsch (kroatische Mannschaftsmeisterschaft 2011). Diese Partie wird von IM Andrew Martin in Heavy Duty kommentiert.

      Daß man auch gegen die Berliner Verteidigung mit 4.d3 eine scharfe Stellung mit heterogenen Rochaden und schneidigem Königsangriff erreichen kann, zeigte der chinesische Jungstar Wei Yi beim Turnier in Wijk aan Zee. Daniel King hat sich diese Partie genauer angesehen: Daniel King's: Game of the day. Die Partie wird auch in Textform kommentiert in Wijk: Carlsen und Wei Yi punkten

      Wei Yi (2706) - David Navara (2730)
      Wijk aan Zee 2016, Runde 9

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    • Weiß kann der Hauptvariante (Berliner Mauer) - außer mit dem oft zu sehenden 4.d3 - auch mit



      ausweichen. Diese Variante stand beim Unive-Turnier in Hoogeveen 2012 in der Partie Nakamura - Giri zur Diskussion.
      In Unive Crown Group Hoogeveen: Nakamura beats Giri in round one nehmen sich zwei Kommentatoren dieser Partie an:

      Eltaj Safarli kommentiert die Partie ausführlich in Textform, und Tryfon Gavriel, auch bekannt als "Kingscrusher", demonstriert sie im Video.

      Diese Variante war auch in der US-Meisterschaft 2015 zu sehen in der Partie Ray Robson - Wesley So, die von Jan Gustafsson kommentiert wird:

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    • Bobby Fischer hat gegen die Berliner Verteidigung einen Score von 2,5 aus 3. Hier seine zweite Partie gegen Arthur Bisguier von der US-Meisterschaft 1963, in der Fischer sich auf das Berliner Endspiel einließ:



      In der dritten Partie war er 5 Monate später mit der folgenden beachtenswerten Nebenvariante erfolgreich:

      Bobby Fischer - John Fuller
      Western Open, Michigan, 1963



      Auch diese Partie wird von Daniel King kommentiert:

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    • Einmal mehr demonstrierte Fabiano Caruana einen Weg für Weiß, die Berliner Mauer zum Wanken zu bringen. Mit einer absolut beeindruckenden Vorstellung besiegte er in der 2. Runde des Norway Chess Turnieres den Weltmeister Magnus Carlsen.


      Caruana, Fabiano (2805) - Carlsen, Magnus (2876)
      3rd Norway Chess 2015, Stavanger, Runde 2, 17.6.2015




      Lawrence Trent kommentiert diese Partie in einem Klasse-Video in Caruana - Carlsen: Norway Chess Game of the day

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    • Die in Posting 6 genannte Variante 5.Te1 hat in letzter Zeit prominente Anhängerschaft gefunden. Magnus Carlsen wandte sie im WM-Match gegen Sergei Karjakin an (Jan Gustafsson war als einer von Carlsens Sekundanten speziell für diese Variante zuständig), und kürzlich gewann Hou Yifan beim Grenke Chess Classics damit eine spektakuläre Partie gegen Fabiano Caruana.

      Alexei Shirov empfiehlt diese Variante auf seiner neuen DVD. Hier eine Rezension von GM Hedinn Steingrimsson: Alexei Shirov: How to crack the Berlin Wall with 5.Re1
    • Spanisch: Berliner Verteidigung mit 5.Te1

      Magnus Carlsen zeigt sich beim z.Zt. laufenden Norway Chess in Hochform. In der 3. Runde kam er gegen Levon Aronian in einer als remisträchtig geltenden Variante der Berliner Verteidigung zu einem mühelos wirkenden Sieg.


      Carlsen, Magnus (2843) - Aronian, Levon (2764)
      Norway Chess 2018, Stavanger, Runde 3, 30.5.2018




      Johannes Fischer kommentiert die Partie in Norway Chess 2018: Carlsen dominiert
      ... und Daniel King zeigt die Partie im Video: Daniel Kings Videoanalyse zu Carlsens Dieg über Aronian

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    • Die Topspieler haben eine Menge Eröffnungsideen im Köcher, die sie als nicht ganz gut genug für das Turnierschach ansehen. Im Schnell- oder Blitzschach lassen sie diese Varianten, die häufig hochinteressant sind und eine Menge Gift enthalten, aber dann doch vom Stapel.

      Das macht solche Turniere wie z.B. das zur Grand Chess Tour gehörende Rapid&Blitz-Turnier in Abidjan (Elfenbeinküste) für Eröffnungsinteressierte so interessant. Sergey Karjakin brachte dort gestern ein beachtenswertes Qualitätsopfer (10.Ld3!?), und die Partie dauerte danach noch ganze 8 Züge:

      Karjakin, Sergey (2773) - Topalov, Veselin (2736)
      Cote d'Ivoire Rapid & Blitz, 19. Runde, 12.5.2019

    • Spanisch: Berliner Endspiel

      Maxime Vachier-Lagrave gehört zu den prinzipiellen Spielern. Gegen die Berliner Verteidigung duckt er niemals ab (4.d3 oder 5.Te1), sondern packt immer den Stier bei den Hörnern und läßt sich auf das Endspiel ein. So auch in der ersten Halbfinalpartie des FIDE Grand Prix in Riga gegen Alexander Grischuk. Der strebte mit 9.-Le7 und 10.-Sh4 einen frühen Springertausch an, um mehr Platz für sein Läuferpaar zu schaffen - ein Plan, der in letzter Zeit an Beliebtheit gewinnt und sogar das Gütesiegel durch Alpha Zero bekommen hat.

      Vachier-Lagrave, Maxime (2775) - Grischuk, Alexander (2766)
      Riga FIDE Grand Prix, Halbfinale, 1. Partie, 18.7.2019



      GM Laurent Fressinet gilt als einer der Experten der Berliner Verteidigung. Auf chess22 hat er dazu eine Videoserie gemacht, die sehr viel Lob aus berufenem Munde erfahren hat. Er kommentiert hier die Partie seines Landsmannes: